Zoll Schmuggel mit Luxusautos: Razzia auch in Thüringen

Eine Gruppe soll seit Jahren Luxus-Fahrzeuge in Russland gekauft haben und damit als Privatreisende nach Deutschland gekommen sein, ohne die Wagen zu verzollen. Mit manipulierten Papieren erhielten sie Ausfuhrkennzeichen, um die Autos europaweit zu Geld zu machen. Nun haben Ermittler eingegriffen, auch in Thüringen.

Mit Razzien in mehreren Bundesländern ist der Zoll gegen eine mutmaßliche Bande von Autoschmugglern vorgegangen. Bei den Durchsuchungen in Thüringen, Berlin, Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern beschlagnahmten die Beamten am Mittwoch 25 Luxusfahrzeuge, wie Generalstaatsanwaltschaft und Zoll am Donnerstag mitteilten. Gegen zwei der zwölf Beschuldigten seien Haftbefehle vollstreckt worden. Außerdem wurden Vermögenswerte wie Luxusuhren, eine Motoryacht und Bargeld in Höhe von mehr als 900.000 Euro beschlagnahmt. Wo genau in Thüringen die Durchsuchungen stattfanden, teilten die Ermittler nicht mit.

Luxusautos von Russland nach Deutschland gebracht

Die zwischen 25 und 52 Jahre alten Verdächtigen sollen seit 2015 Fahrzeuge vom russischen Markt nach Deutschland gebracht und sie mit falschen Papieren europaweit weiterverkauft haben. Teilweise handelte es sich dabei um gepanzerte Autos. Der bislang ermittelte Steuerschaden beläuft sich den Angaben zufolge auf mehr als drei Millionen Euro.

Razzia mit 200 Polizisten

Mehr als 200 Beamte aus mehreren Bundesländern waren laut Mitteilung im Einsatz. Das Hauptzollamt Potsdam beteiligte sich mit zwei Spürhunden an den Durchsuchungen. Dabei war auch Bargeldspürhündin Emilia, wie auf einem Foto von den Ermittlungen zu sehen ist.

Quelle: MDR THÜRINGEN/maf,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 25. Juni 2020 | 15:00 Uhr

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