Staatsgefährdende Gewalttat Anschlagsziele ausgespäht? Razzia auch in Thüringen

Wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat haben Ermittler seit dem frühen Dienstagmorgen Objekte auch in Thüringen durchsucht. Wie die Generalstaatsanwaltschaft Berlin auf Twitter mitteilte, fanden die Razzien auch in Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen statt. Der Einsatz mit etwa 180 Beamten und Ermittlern ist mittlerweile beendet.

Womöglich Berliner Synagoge im Visier

Im Fokus der Durchsuchungen standen tschetschenisch-stämmige Beschuldigte aus dem islamistischen Milieu. Sie sollen zwischen 23 bis 28 Jahre alt sein. Nach Informationen von MDR THÜRINGEN sollen sich die Razzien in Thüringen gegen Beschuldigte aus Arnstadt richten. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass Orte für einen etwaigen islamistischen Anschlag ausgespäht wurden.

Wie Der Spiegel berichtet, sollen die Beschuldigten womöglich eine Synagoge in Berlin im Visier gehabt haben. Ende September sollen sie die Neue Synagoge in Berlin-Mitte ausgekundschaftet und Videoaufnahmen des Gebäudes gefertigt haben. Zusätzlich sollen auch mehrere Einkaufszentren von den Beschuldigten ausgespäht worden sein. Bei einem der Tatverdächtigen stellten Beamte bei einer polizeilichen Kontrolle zur Gefahrenabwehr Bildmaterial auf dem Handy fest.

Bei den Durchsuchungen am Dienstagvormittag wurden Bargeld, Hieb- und Stichwaffen sowie Datenträger gefunden und beschlagnahmt, so die Generalstaatsanwaltschaft. Eine konkrete Anschlagsgefahr habe aber nicht bestanden, hieß es.

Konfliktregion Tschetschenien

Die Teilrepublik Tschetschenien im Nordkaukasus an der Grenze zu Georgien gilt seit Jahrzehnten als Konfliktregion. Nach langer Flucht vor Krieg und Terror leben heute ethnische Tschetschenen in aller Welt verstreut. Nach dem Zerfall der Sowjetunion verhinderte Moskau eine Abspaltung des Gebietes in zwei Gebiete. Bei diesen Kämpfen gab es mehrere zehntausend Tote. Terroristen trugen den Kampf immer wieder nach außen.

Blaulicht
Die Polizei hat in Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Thüringen Objekte durchsucht (Symbolfoto). Bildrechte: imago/Jochen Tack

Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa/jml

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Die Nachrichten | 14. Januar 2020 | 08:00 Uhr

18 Kommentare

der_Silvio vor 20 Wochen

Ergänzend zu meinem Kommentar;
Einerseits, @Eulenspiegel, schreiben Sie, nichts gegen Grenzkontrollen zu haben, andererseits antworten Sie mit "DDR–Neurose" und "glauben an den Erfolg einer dicken Grenze".
Was denn nu?!?
Weiter haben Sie die Behauptung aufgestellt, mindestens 3 Dutzend Möglichkeiten aufzählen zu können, die beweisen sollen, daß solche Vorkommnisse nichts mit der Globalisierung zu tun hätten.
Auch dies haben Sie bisher NICHT getan.
Wir haben beide unsere Meinung. Sie stellen jedoch Behauptungen auf und bleiben des öfteren deren Belege schuldig.
Und wenn Sie nicht mehr weiter wissen, kommen solche Spitzen wie: "Ich denke das sind halt die unterschiedlichen Erfahrungen in Ost und West. Sie glauben nun mal an den Erfolg einer dicken Grenze.", die mir den Eindruck erwecken 'ihr Ossis habt doch ohnehin keine Ahnung.
Das ist keine gesunde Gesprächskultur.

der_Silvio vor 20 Wochen

Ich zitiere Sie nochmals;
"Weiter es sind in den letzten Jahren etliche Fälle bekannt geworden das etliche Leute bis zu dem Zielort geschleust worden. Sie befanden sich in LKWs, Container, Kühllaster usw."
Dem würde man mit Grenzkontrollen entgegenwirken.

"Sie glauben nun mal an den Erfolg einer dicken Grenze."
Das hat weder mit Glauben noch mit einer "dicken Grenze" zu tun, sondern mit innerer Sicherheit und Souveränität eines Staates zu tun.

Eulenspiegel vor 20 Wochen

Hallo Silvio
Ich denke sie verwechseln hier die Bildung des innereuropäische Binnenmarktes mit der Globalisierung. Das ist etwas ganz anderes.
Sie wollen also innereuropäisch wieder Genkontrollen einführen. Das ist doch so ein Wahnsinn. Anstalt einfach mal einzusehen das man mit Grenzkontrollen an der Stelle einfach nicht weit kommt. Wie vielen Zigtausend Leuten wollen sie da beschäftigen und wie wollen sie diese bezahlen.
DDR Neurose!
Nein es damals nicht funktioniert – ohne hunderte von Km Stau.
Von uns aus ist die Grenze zu Niederlande und Belgien nicht allzu weit. Am Wochenende mal kurz den Niederlande. Da musste man immer lange Wartezeiten einplanen. Wo hat das denn funktioniert? Und jetzt? Der gesamte Binnenmarkt würde an der Grenze des Zusammenbuches stehen. Weil der Binnenmarkt so einfach nicht mehr funktionieren würde.
Ich denke das sind halt die unterschiedlichen Erfahrungen in Ost und West. Sie glauben nun mal an den Erfolg einer dicken Grenze.

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