Reaktion auf Höcke-Aussage Thüringer CDU bleibt bei Nein zu Koalition mit AfD

Die Thüringer CDU lehnt eine Koalition mit der AfD nach den Landtagswahlen am 27. Oktober ab. Die Landesspitze bekräftigte am Montag ihr Nein. Auch der konservative Interessenverband Werte-Union in Thüringen erteilte entsprechenden Überlegungen von AfD-Landeschef Björn Höcke eine Absage.

Thüringer CDU-Landtagsabgeordneter Raymond Walk.
Raymond Walk, Generalsekretär der CDU Thüringen. Bildrechte: Raymond Walk

CDU-Generalsekretär Raymond Walk sagte, Thüringen solle "aus der Mitte des politischen Spektrums" regiert werden und nicht "vom rechten oder linken Rand her". Dieser Standpunkt werde auch nicht "mit jeder neuen Wortmeldung" geändert. Walk bekräftigte damit eine Aussage von Landeschef Mike Mohring, der eine Zusammenarbeit mit der AfD seit Monaten ausschließt.

Werte-Union Thüringen: CDU und AfD verbindet praktisch nichts

Der Chef der Werte-Union in Thüringen, der Gothaer Rechtsanwalt Christian Sitter, sagte, es gebe praktisch nichts, was CDU und AfD verbinde. Die Thüringer CDU müsse sich wieder auf eigene konservative Werte und Inhalte besinnen und so die AfD langfristig überflüssig machen. Die Werte-Union ist als Verein organisiert und sieht sich als konservative Stimme innerhalb der Unionsparteien. In Thüringen hat die Werte-Union nach eigenen Angaben rund 100 Mitglieder - die Landespartei etwa 10.000.

Damit setzt sich die Thüringer Werte-Union stärker von der AfD ab als es der Bundesvorsitzende der Vereinigung zuletzt getan hatte. Alexander Mitsch hatte sich dagegen ausgesprochen, eine Zusammenarbeit von Union und AfD zu untersagen. "Mit Kontakt- und Kooperationsverboten wird man die AfD nur stärken, nicht schwächen", schrieb Mitsch in einem Gastbeitrag. In einer Demokratie müssten Parteien gesprächsbereit bleiben.

Auf dem Landesparteitag der AfD am Wochenende in Arnstadt hatte Landeschef Höcke erstmals gesagt, er könne sich eine Koalition mit der CDU bereits nach den Landtagswahlen im Oktober vorstellen. Falls nötig, würde die AfD auch als Juniorpartner in die Regierung eintreten. Dass CDU-Landeschef Mohring ein Bündnis mit der AfD kategorisch ausschließt, ist für Höcke kein unüberwindbares Allzeitproblem: "Auch ein Mike Mohring wird wissen: Sag niemals nie."

Quelle: MDR THÜRINGEN/seg

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 19. August 2019 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. August 2019, 15:21 Uhr

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105 Kommentare

21.08.2019 13:20 Eulenspiegel 105

Ich denke man muss das noch ein mal klar stellen:
In einer Demokratie kann jede Partei frei darüber entscheiden mit welcher anderen Partei sie zusammenarbeiten will und mit welcher nicht. Weiter kann jede Partei frei darüber entscheiden was sie einer anderen Partei als Diskussionsgrundlage anbietet um mit dieser anderen Partei in Gespräch zu kommen mit dem Ziel das diese Gespräche vielleicht zu einer Zusammenarbeit führen.
Daraus folgt die Erkenntnis:
Wenn es hier was zu kritisieren gibt dann bitteschön müssen zwei Parteien kritisiert werden.

21.08.2019 11:36 M.V. 104

@ Querdenker Nr. 102

"Mit Leuten, die mit politisch persönlich herabwürdigen Kampfbegriffen wie „links-grün versifft“ um sich werfen, habe ich nichts zu tun."

Warum werben Sie dann in Ihren Posts so vehement für die AFD? Sorry, aber da passt für mich was nicht zusammen!

Und was Sie mir bezüglich HC Ströbele unterstellen ("Sie (haben) ihn verbal kleingeredet, ausgegrenzt und abgeschoben") ist absolut lächerlich und konstruiert! Wieso eigentlich "abgeschoben", wohin? Auch habe ich Sie persönlich nirgendwo als "verlogen" bezeichnet, sondern geschrieben, dass ich die politische Vereinnahmung von polit. Gegnern (von der AFD-Klientel landläufig als 'linksgrün versifft' tituliert) zu eigenen Argumentationszwecken als verlogen empfinde. Diesen virulenten Unterschied bitte ich zu beachten!

Bitte äußern Sie sich zum Inhalt des Artikel und zur Thüringen-Wahl unter unterlassen Sie dergleichen persönliche Unterstellungen und Angriffe. Vielen Dank!

MDR THÜRINGEN: Hallo Querdenker und M.V., Sie haben sich jetzt ausreichend gegenseitig beharkt. Ab jetzt werden von Ihnen nur noch Kommentare freigegeben, die Inhalte umpflügen, vielen Dank im Voraus ;-)

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