Neue CDU-Vorsitzende gewählt Wahl von Kramp-Karrenbauer: So reagieren Thüringer Politiker

In Thüringen fallen die Reaktionen auf die Wahl von Annegret Kramp-Karrenbauer zur neuen CDU-Vorsitzenden differenziert aus. So hat etwa Thüringens CDU-Chef Mike Mohring die Entscheidung begrüßt. Mohring sagte, mit der Bundesvorsitzenden breche die CDU nun neu auf. Die Aufgabe sei, die Spaltung der Gesellschaft zu überwinden und Brücken zu bauen.

Mike Mohring
Der Thüringer CDU-Chef Mike Mohring ist ins Präsidium der CDU gewählt worden. Bildrechte: dpa

Der Thüringer CDU-Chef sagte MDR THÜRINGEN, die Wahl habe gezeigt, dass alle drei Bewerber in der Lage seien, die Partei zu führen. Kramp-Karrenbauer habe bei den Regionalkonferenzen klare Botschaften gesendet, etwa zur Abschiebung straffälliger Asylbewerber. Wenn sie es schaffe, diese Forderungen in die Arbeit der Bundesregierung einfließen zu lassen, dann zeige die Union Handlungsfähigkeit und könne die politischen Ränder zurückdrängen. Mohring selbst hat auch einen Erfolg zu feiern: Er ist ins Präsidium der CDU gewählt worden.

SPD-Chef Wolfgang Tiefensee reagierte dagegen skeptisch auf das Wahlergebnis. Tiefensee sagte MDR THÜRINGEN, ein großer Block der CDU habe für Friedrich Merz gestimmt. Kramp-Karrenbauer werde alle Hände voll zu tun haben, diesen Teil der CDU in die Partei zu integrieren. Das werde auch die Arbeit der Bundesregierung schwerer machen. Allerdings hat sich die CDU in Tiefensees Augen mit Kramp-Karrenbauer auch für Kontinuität entschieden. Das sei für die SPD ein positives Signal.

Ähnlich äußerte sich Thüringens FDP-Chef Thomas Kemmerich. Kemmerich sagte MDR THÜRINGEN, er befürchte, die CDU sei nach diesem knappen Wahlergebnis so tief gespalten, dass sie die Bundesregierung nicht kraftvoll führen könne. Deutschland stehe vor einer Hängepartie.

Kritisch reagierten die Thüringer Linken. Landesvorsitzende Susanne Hennig-Wellsow sagte, Kramp-Karrenbauer stehe für Rüstungsexporte und ein unsolidarisches Europa. Wer eine Alternative zu dieser Politik wolle, dürfe sich nicht auf die CDU verlassen.

Der Landessprecher der Thüringer Grünen, Denis Peisker, sagte, die Grünen erwarteten von Kramp-Karrenbauer, dass sie sich für den Klimaschutz und den Zusammenhalt der Gesellschaft einsetze.

Thüringens AfD-Chef Björn Höcke erklärte, mit Kramp-Karrenbauer habe sich die CDU entschieden, eine sozial und wirtschaftlich folgenschwere Politik fortzusetzen. Die CDU sei zu grün und zu sozialdemokratisiert, um noch bürgerlich sein zu können.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 07. Dezember 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Dezember 2018, 20:23 Uhr

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21 Kommentare

09.12.2018 17:25 Hans Dampf 21

Zwiebel kommt und Knoblauch geht.

09.12.2018 14:24 observer 20

Der Möchtegern-AfD-*Halbierer* Merz zog, wenn auch sehr knapp, den kürzeren. Ohne die radikale Abkehr von der früheren *sozialen Marktwirtschaft* unter Merkel&Co. wäre die weitverbreitete öffentliche Po!itikverdrossenheit so, wie sie ist, nie eingetreten, und eine AfD wäre weder entstanden noch so erfolgreich geworden, wie sie ist. Nun ist sie der Angstgegner der Union, und das hat diese sich selbst eingebrockt.

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