Freistaat will sich von Hamburg Kosten zurückholen G20-Polizeieinsatz: Thüringen verlangt eine knappe Million Euro

Der Einsatz von Thüringer Polizisten während des G20-Gipfels in Hamburg hat unter dem Strich rund 900.000 Euro gekostet. Hinzu kommen Kosten für kleinere Reparaturen an 17 Einsatzfahrzeugen, wie die Landespolizeidirektion mitteilte. Den Angaben zufolge stellt Thüringen die Kosten dem Land Hamburg in Rechnung.

Insgesamt summieren sich die Ausgaben für den Gipfel der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer auf rund 85 Millionen Euro - deutlich mehr als ursprünglich vorgesehen. Aus Thüringen waren 445 Beamte in Hamburg im Einsatz. 14 von ihnen erlitten Verletzungen. Hamburg habe die bisher angefallenen Kosten aus Thüringen bereits beglichen, sagte ein Sprecher der Landespolizeidirektion. Die endgültige Abschlussrechnung stehe aber noch aus.

In Hamburg habe ich am Wochenende etwas erlebt, was ich in meinen über 30 Berufsjahren noch nicht erlebt habe: Einen mehrtätigen Gewaltexzess. Wenn wir rückblicken zur EZB, zu Rostock G7 Heiligendamm, das waren immer Gewaltausschreitungen, die sich meistens auf einen Vormittag oder Nachmittag bezogen haben und hier waren wir vor eine Situation gestellt, die sich mehrtägig hinzog.

Michael Weiß (Leiter der Technische Einsatzeinheit der Thüringer Bereitschaftspolizei)

Bezahlt wird bei solchen Polizei-Einsätzen in anderen Bundesländern nicht die Arbeitszeit. Das ist in einer Vereinbarung der Länder geregelt. Geld gibt es aber etwa für Mehrarbeit, Überstunden, Auslagen für Verpflegung oder Schäden an Geräten und Autos.

Forderungen anderer Bundesländer noch höher

Medienberichten zufolge forderte allein Niedersachsen rund 5,4 Millionen Euro von Hamburg zurück, Berlin stellte 2,1 Millionen Euro in Rechnung. Bei dem G20-Treffen im Juli vergangenen Jahres war es zu schweren Krawallen gekommen. Rund 15.000 Polizisten aus der ganzen Bundesrepublik waren im Einsatz. Die Gewaltexzesse hatten unter anderem im Thüringer Landtag eine heftige Debatte über Linksextremismus ausgelöst. Am Rande des Treffens kam es zu Angriffen von G20-Gegnern auf Polizisten. Auch die Polizei stand in der Kritik - ihr wurde zeitweise ein zu hartes Vorgehen vorgeworfen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 04. April 2018 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. April 2018, 11:45 Uhr

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4 Kommentare

05.04.2018 11:49 part 4

Die Abhaltung des vorangegangenen G- 7 - Gipfels in Elmau hat nur 112 Millionen € gekostet im Gegnsatz zu Hamburg wo das ganze Spektakel in einer bewohnten Großstadt gleich mit 130 Millionen € zu Buche schlug. Die Rechnungen sollte man doch bitteschön ans Bundeskanzleramt senden, das ja unbedingt die Elbphilharmonie vorführen und den Antiterroreinsatz der Polizei an der Masse in Echtzeit erprobte. Zu den Strafprozessen gegen Gipfelgegner und eingesetzte gewaltbereite Polizisten lässt uns die Manupulationspresse leider wieder mal weniger Informationen zukommen.

04.04.2018 10:45 Bärenklau 3

[Anm. d. Red.: Kommentar gelöscht. Im Artikel geht es um die Kosten des G20-Polizeieinsatzes in Hamburg. Bitte bleiben sie beim Thema.]

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