Landgericht Coburg Thüringer Mitglieder der Straßengang "Saat des Bösen“ verurteilt

Das Landgericht Coburg hat gegen zwei Thüringer Mitglieder der Straßengang "Saat des Bösen“ hohe Haftstrafen verhängt. Ein 37-jähriger Angeklagter muss für vier Jahre hinter Gitter. Die zehn Monate Untersuchungshaft werden darauf angerechnet. Sein 32-jähriger Kumpan wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt, davon gelten acht Monate als bereits abgegolten.

Mitglieder der Saat des Bösen sowie Anwälte, Polizei und Richter im Gerichtssaal
Gegen die Thüringer Angeklagten wurde am Landgericht Coburg verhandelt, da sie auch die Tat im Jahr 2012 in Coburg verübt hatten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Verteidiger hatten wegen der langen Verfahrensdauer von mehr als sieben Jahren eine frühere Haftentlassung gefordert.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die beiden Thüringer im Jahr 2012 einen Bekannten in Coburg geschlagen und ihm mit einem Hammer einen Finger zertrümmert haben. Die Männer haben die Tat gestanden. Vom Erfurter Landgericht waren beide Angeklagte bereits zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden - unter anderem wegen des Überfalls auf einen Suhler Antiquitätenhändler und den Plan, einem Weimarer die Ohren abzuschneiden.

Saat des Bösen

Bei der "Saat des Bösen" - kurz SDB - handelt es sich um eine hochkriminelle Bande. Gegründet wurde sie zwischen 2006 und 2009 in der Jugendstrafanstalt Ichtershausen. Nach Entlassung breitete sich die Gruppe aus und war vor allem im südthüringischen Suhl, aber auch in Nordhausen, Weimar, Apolda und Gera aktiv. Die Bande selbst bezeichnet sich als "Bruderschaft".

Die "Saat des Bösen" setzt vor allem auf Raubüberfälle in Wohnungen. Laut LKA bedrohen und misshandeln sie dabei ihre Opfer und nehmen mit, was von Wert ist. Hinzu kommen zahlreiche Straftaten wie Drogenhandel, Brandstiftung, Schutzgeld-Erpressung und Körperverletzung.

Quelle: MDR THÜRINGEN/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 13. September 2019 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. September 2019, 19:42 Uhr

3 Kommentare

Petra Stein vor 6 Tagen

Hallo Martin,

wenigstens wird hier überhaupt darüber berichtet. Über den Dreifachvergewaltiger Cliff S. liest man gar nichts mehr. Ist der Prozess noch im Gange? Ist die Polizei wirklich nicht auf ihn gekommen, obwohl das Phantombild auf einen kaukasischen Typen hinwies und er notorisch bekannt war (bestimmt gab es auch DNA-Proben von ihm). Dieses Schweigen erinnert fast an Zeiten in der DDR, wo Verbrechen unter den Tisch gekehrt wurden. Aber die "Vertreter der diversen Fraktionen" stört das gar nicht.

martin vor 6 Tagen

Nanu, die Vertreter der diversen Fraktionen schweigen?
Man könnte - hier sogar zu Recht - auf die lange Verfahrensdauer hinweisen. Oder darauf, dass auch hier Messer als Waffen im "Spiel" waren. Oder darauf, dass es sich um hochkriminellen Gewalttäter handelt, die .....

Mikro vor 6 Tagen

Sie haben recht,den Grünfinken und Rotkelchen fällt scheinbar nichts dazu ein.

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