Autos nach einem Unfall im Schnee
In Südthüringen geht es derzeit oft nur im Schritttempo vorwärts. Bildrechte: MDR/Heinz Diller

Unfälle und Unterrichtsausfall Neue Schneefälle sorgen für Behinderungen in Thüringen

Der Winter hat Südthüringen voll im Griff: In Neuhaus am Rennweg liegen mittlerweile 64 Zentimeter Schnee, Freiwillige retteten aber die Bergweihnacht. Neue Schneefälle sorgten auch Landkreis Saalfeld-Rudolstadt für Behinderungen.

Autos nach einem Unfall im Schnee
In Südthüringen geht es derzeit oft nur im Schritttempo vorwärts. Bildrechte: MDR/Heinz Diller

Neue Schneefälle haben in Süd- und Ostthüringen in der Nacht von Donnerstag zu Freitag für zahlreiche Unfälle auf den Straßen und Autobahnen gesorgt. Im südthüringischen Neuhaus am Rennweg liegt mittlerweile so viel Schnee, dass am Gymnasium der Unterricht am Freitag erneut ausfiel. Bereits Donnerstag mussten die Schüler hier nicht in die Schule.

Insgesamt zehn Mal krachte es in der Nacht zu Freitag im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt. Nach Angaben der Polizei geriet eine 70-Jährige mit ihrem Pkw in Rudolstadt in einer Rechtskurve ins Schleudern und landete auf dem Dach. Sie kam leicht verletzt ins Krankenhaus, an ihrem Wagen entstand Totalschaden. Glück hatte ein 62-Jähriger zwischen Kamsdorf und Könitz, der ebenfalls in einer Kurve ins Schleudern geriet und gegen einen Kleinbus prallte. Es blieb laut Polizei bei Blechschäden. Bei Aue am Berg kamen zwei Busse an einer steilen Straße nicht mehr voran - sie konnten ihre Fahrt erst nach dem Einsatz des Winterdienstes fortsetzen. Auf der A9 Richtung Berlin hatte am Morgen ein querstehender Lkw die Auffahrt in Schleiz blockiert.

Blechschäden auch in Suhl

In Suhl kam es zu mehreren Auffahrunfällen. Auch hier blieb es, Polizeiangaben zufolge, bei Blechschäden. Probleme gab es zudem auf der Bahnstrecke zwischen Lauscha und Neuhaus. Aufgrund heftiger Schneeverwehungen kam dort Donnerstagabend der Schneepflug zum Einsatz. Wie das Freie Wort berichtet, konnte ein Shuttle der Süd Thüringen Bahn am Donnerstagvormittag nicht in Igelshieb (Landkreis Sonneberg) halten, weil wegen der Schneemassen die Türen nicht geöffnet werden konnten.

In Südthüringen ist vorerst kein Ende des Schneefalls in Sicht. Laut Deutschem Wetterdienst schneit es auch am Samstag und Sonntag weiter. In den Hochlagen ist der Winterdienst im Dauereinsatz. Wie eine Sprecherin der Wetterstation in Neuhaus am Rennweg MDR THÜRINGEN sagte, liegen dort aktuell rund 64 Zentimeter Schnee. Seit Donnerstag gab es rund 15 Zentimeter Neuschnee. Die Stadt hatte deswegen die für das Wochenende geplante Bergweihnacht abgesagt.

Freiwillige retten die Bergweihnacht in Neuhaus

Menschen verräumen Schnee
Freiwillige beräumen den Rathausplatz in Neuhaus am Rennweg vom Schnee Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Es wäre das erste Mal seit vielen Jahren gewesen, dass der kleine Weihnachtsmarkt mit seinen Verkaufsständen, einer Modelleisenbahnausstellung, Schneeprinzessin und Pferdekutsche witterungsbedingt ausfallen müsste. Der Neuhäuser Carneval und Kirmesverein gab sich mit der Absage jedoch nicht zufrieden. Wie es auf der Facebook-Seite heißt, soll der Neuhäuser Weihnachtsmarkt unter der Schirmherrschaft des NCV`s im kleineren Rahmen stattfinden. Dafür versammelten sich am Nachmittag freiwillige Helfer und beräumten den Platz, so dass der Markt am Samstag planmäßig eröffnet werden kann.

Landkreis Sonneberg Feuerwehrauto rutscht bei Skiarena in den Graben

Auf der Straße zur Skiarena Silbersattel rutschte am Freitag ein Feuerwehrauto einen Abhang herunter. Das Fahrzeug musste mit einem Kran wieder auf die Straße gezogen werden.

Feuerwehrauto steht seitlich am Abhang im Schnee
Das war knapp: Ein Fahrzeug der Feuerwehr hätte es am Freitag fast erwischt. Bildrechte: MDR/NEWS5 /Ittig
Feuerwehrauto steht seitlich am Abhang im Schnee
Das war knapp: Ein Fahrzeug der Feuerwehr hätte es am Freitag fast erwischt. Bildrechte: MDR/NEWS5 /Ittig
Feuerwehrauto steht seitlich am Abhang im Schnee
Trotz Schneeketten rutschte es seitlich einen Hang herunter, kippte aber zum Glück nicht um. Bildrechte: MDR/NEWS5 /Ittig
Lächelnder Feuerwehrmann im Einsatz
Die Feuerwehrmänner waren gerade unterwegs, um Bäume wegen der schweren Schneemassen zu stutzen. Bildrechte: MDR/NEWS5 /Ittig
Feuerwehrauto steht seitlich am Abhang im Schnee
Das Fahrzeug musste mit einem Kran wieder auf die Straße gezogen werden. Bildrechte: MDR/NEWS5 /Ittig
Feuerwehrauto steht seitlich am Abhang im Schnee
Die Feuerwehrmänner in dem Auto blieben unverletzt. Bildrechte: MDR/NEWS5 /Ittig
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Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 15. Dezember 2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Dezember 2017, 20:28 Uhr

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2 Kommentare

16.12.2017 21:19 Ron Bock 2

Wenn jetzt 2-3 Schneeflocken in irgendwelchen Hinterweltortschaften ein Schneechaos hervorgerufen haben, guthingekriegt. Bei uns in Thüringen gab`s jedenfalls keinen (nennenswerten) Schnee. Sonstiger Sprachgebrauch klingt sehr nach DDR-Lektüre. Oder Lektüre West, alle reden vom Wetter, wir nicht (DB-west). Kann sich jeder selbst zurechtbiegen

15.12.2017 16:53 Väterchen Frost 1

Bis jetzt reden wir von einem "Winterchen"!
Es gibt den Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Es kommt mir vor, als ob man das noch nicht begriffen hat. Mit allen Jahreszeiten hat man in Thüringen Probleme! Zu DDR-Zeiten hat man darüber schon gelacht und nannte die Jahreszeiten als Feinde des Kommunismus. Es ist aber leider nicht anders geworden im Gegenteil. Es ist lachhaft.

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Ein abgedecktes Dach.
Bildrechte: MDR THÜRINGEN/Facebook

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Fr 19.01.2018 16:00Uhr 00:57 min

https://www.mdr.de/thueringen/video-169272.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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