Lkw steht verkehrt herum auf der Autobahn
A71 bei Meiningen: Einem Lkw wurde die glatte Fahrbahn zum Verhängnis. Bildrechte: MDR/Steffen Ittig

Glatte Straßen und umgestürzte Bäume Unfälle, Staus und Zugausfälle in Thüringen

Das Winterwetter hatte Thüringen am Freitag weiter fest im Griff. Auf den Straßen gab es Staus und Unfälle. Im Bahnverkehr kam es zu Verspätungen oder Züge fielen ganz aus. Die Polizei warnt weiter vor Glatteis.

Lkw steht verkehrt herum auf der Autobahn
A71 bei Meiningen: Einem Lkw wurde die glatte Fahrbahn zum Verhängnis. Bildrechte: MDR/Steffen Ittig

Schneefälle und Frost haben am Freitag in Thüringen zu schwierigen Straßenbedingungen, Unfällen und Behinderungen geführt. Nach einem Lkw-Unfall wurde die A71 zwischen Meiningen-Nord und dem Dreieck Suhl gesperrt. Nach Polizeiangaben drehte sich der Lastwagen auf eisglatter Fahrbahn und stand entgegengesetzt zur Fahrtrichtung. Auch ein Auto und ein Kleintransporter waren in den Unfall verwickelt. Der Pkw landete im Graben. Die Fahrerin stand unter Schock.

Auf der A73 ereignete sich zwischen Coburg und Eisfeld auf glatter Straße ein Unfall mit mehreren Fahrzeugen. Die Autobahn wurde gesperrt. Nach ersten Erkenntnissen wurden mindestens vier Menschen verletzt. In Südthüringen herrschten am Freitag Temperaturen um den Nullpunkt bei Nieselregen. Die Polizei warnte thüringenweit vor glatten Straßen. Vielerorts rutschten Autos aufeinander oder in Leitplanken, zeitweise gab es Straßensperrungen. Im Saale-Orla-Kreis war bereits am Freitagvormittag ein 85-jähriger Autofahrer tödlich verunglückt, nachdem sein Wagen mit einem Lkw kollidiert war.

Zuganzeige am Westbahnhof Jena zeigt Verspätungen
Westbahnhof in Jena: Im Regionalverkehr verspäteten sich Züge. Bildrechte: MDR/Jan Schönfelder

Regionalzug fährt gegen Baum

Das Winterwetter beeinträchtigte am Freitag auch den Bahnverkehr. In einem Regionalzug von Würzburg nach Erfurt saßen am Abend rund 40 Reisende fest. Ihr Zug war laut Deutscher Bahn gegen 18 Uhr bei Zella-Mehlis auf freier Strecke gegen einen umgestürzten Baum gefahren und wurde dabei beschädigt. Den Angaben nach sollten sie über ein Parallelgleis mit einem Ersatzzug zum Bahnhof Zella-Mehlis gefahren werden. Der Bahn zufolge gestaltete es sich schwierig, in dem verschneiten Gebiet die Strecke freizuräumen und die Passagiere zu evakuieren. Der Bahnverkehr wurde zwischen Zella-Mehlis und Suhl eingestellt. Die Feuerwehr war laut Deutscher Bahn dauerhaft im Einsatz, um die Strecke wieder freizuräumen.

Auch auf der Bahnstrecke Gera-Klosterlausnitz sorgten umgeknickte Bäume immer wieder für Probleme. Die Strecke musste im Laufe des Tages bereits mehrmals gesperrt werden. Laut Bahn muss auch weiterhin mit kurzzeitigen Sperrungen gerechnet werden. Züge würden sich dadurch verspäten oder komplett ausfallen. Laut Bahn betraf das am Freitagabend die Regionalzüge RE 3 zwischen Altenburg und Erfurt, RE 1 zwischen Göttingen und Glauchau und RE 7 zwischen Würzburg und Erfurt. Ersatzverkehr mit Bussen könne wegen der aktuellen Straßenverhältnisse dort nicht eingerichtet werden.

Passagiere warten am Westbahnhof Jena
Passagiere mussten wie hier in Jena teils lange auf ihren Zug warten. Bildrechte: MDR/Jan Schönfelder

Kleinere Stromausfälle

Die weiße Pracht sorgte aber nicht nur auf den Straßen für Probleme. Örtlich gab es kleinere Stromausfälle, weil Bäume und Äste unter der Schneelast brachen und auf Leitungen stürzten. Die Thüringer Energienetze GmbH (Erfurt) teilte mit, in den vergangenen 48 Stunden habe es zwölf kleinere Probleme vorrangig im Mittelspannungsnetz gegeben, die nach Unternehmensangaben relativ kurzfristig behoben werden konnten. Regionale Schwerpunkte seien die Region Kahla/Weida in Ostthüringen und der Raum Hildburghausen in Südthüringen gewesen.

In Gera bleiben nach Angaben der Stadtverwaltung die Friedhöfe noch bis Montag geschlossen. Grund sei die Gefahr durch gebrochene Äste und schiefstehende Bäume. Auch Beerdigungstermine müssten verlegt werden, weil die Friedhöfe nicht sicher begehbar seien. Zudem waren in Gera Sportanlagen weiter gesperrt.

Es bleibt winterlich

Im Thüringer Wald liegt nach Angaben des Regionalverbundes inzwischen bis zu einem halben Meter hoher Schnee. Für Wintersportler wurden Ski-Wanderwege und Loipen gespurt, Lifte sind in Betrieb. 52 Zentimeter Schnee vermeldete beispielsweise Oberhof, 48 Zentimeter Ernsttal und 40 Zentimeter Schmiedefeld. Viel Neuschnee gab es in den vergangenen Tagen vor allem im Ost- und Süden Thüringens. Nach den Prognosen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Leipzig wird in den Mittelgebirgen oberhalb von 700 Metern bis Montag mit bis zu 20 Zentimetern Neuschnee gerechnet. Hinzu kommen in den Kammlagen der Mittelgebirge Sturmböen. In den Tieflagen soll es dagegen regnen.

Flockenwirbel Winterlust und Winterfrust in Thüringen

Der Winter hat sich auf den Weg nach Thüringen gemacht und hat den Freistaat seit Mittwochmorgen fest im Griff. Auf der A9 bildete sich ein 50 Kilometer langer Stau, an Steigungen blieben Lkws stecken.

LKW-Unfall am Nesselberg SM Kreis
Diesen 40-Tonner hat es am Donnerstagnachmittag trotz Winterreifen erwischt. Der LKW rutschte bei Struth-Helmershof am Südwesthang des Thüringer Waldes in den Graben. Bildrechte: MDR/Heinz Diller
LKW-Unfall am Nesselberg SM Kreis
Diesen 40-Tonner hat es am Donnerstagnachmittag trotz Winterreifen erwischt. Der LKW rutschte bei Struth-Helmershof am Südwesthang des Thüringer Waldes in den Graben. Bildrechte: MDR/Heinz Diller
LKW-Unfall am Nesselberg SM Kreis
Der Fahrer blieb unverletzt. Am Vormittag gab es lange Staus auf der Gothaer Seite des Nesselberges bei Tambach-Dietharz, weil LKW auf schneeglatter Strasse festhingen. Bildrechte: MDR/Heinz Diller
Ein Fahrzeug des THW steht im dichten Schneetreiben auf der A9.
Auf der A9 bei Schleiz sorgte am Donnerstagvormittag das Technische Hilfswerk dafür, dass die Lkw losfahren konnten. Bildrechte: MDR/ Marian Riedel
Lkw an Lkw stauen sich auf der A9 zwischen Bad Lobenstein und Schleiz.
Auf der Autobahn hatten sich seit Mittwochabend Lkw an Lkw gestaut. Der Stau löste sich erst langsam ab Donnerstagmittag auf, auch weil viele Fahrer noch schliefen oder die Batterien ihrer Fahrzeuge leer waren. Bildrechte: MDR/ Marian Riedel
Die Polizei schlängelt sich auf der Uatobahn mit Blaulicht an stehenden Lkw vorbei.
Feuerwehr und Polizei waren seit Donnerstagnacht wieder im Dauereinsatz, kümmerten sich um liegengebliebene Lkw. Bildrechte: MDR/ Wolfgang Hentschel
Auf der Autobahn regelt die Polizei den Verkehr.
Nichts ging mehr auf der A9 zwischen der bayerischen Landesgrenze und dem Hermsdorfer Kreuz - und das für mehr als elf Stunden. Bildrechte: MDR/ Wolfgang Hentschel
Eine Maus aus Schnee auf dem Markt in Schmölln.
Wie Schnee auch Spaß machen kann: Anwohner haben auf Markt in Schmölln eine Schneemaus gebaut. Bildrechte: MDR/ Astrid Pohl
Schnee Thüringer Wald
Des einen Frust ist des anderen Lust: Der Thüringer Wald präsentierte sich am Donnerstagvormittag schneebehangen von seiner besten Seite. Bildrechte: MDR/Jana Hildebrandt
Loipenfahrt in Thüringene
Wovon Wintersportfreunde träumen: Erster auf der Piste zu sein, hier bei Schmiedefeld. Bildrechte: MDR/Jana Hildebrandt
Rast an Döllberg Hütte bei Schmiedfeld
Dort lädt die Döllberghütte zur kurzen Pause ein. Bildrechte: MDR/Jana Hildebrandt
Loipenfahrt Schmücke
Pistenfahrzeuge präparieren die Loipen im Thüringer Wald. Bildrechte: MDR/Jana Hildebrandt
Katze schaut sich Schnee an
Doch statt raus an die frische Luft bleibt dieser Kater in Ilmenau lieber im Warmen. Bildrechte: MDR/Patricia Geissler
Lkw stehen hintereinander im Stau.
Seit Mittwochabend ging rund um die A9 am Hermsdorfer Kreuz nichts mehr. Lkw staute sich an Lkw. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ein Lkw ist auf einer zugeschneiten Autobahn stecken geblieben.
Viele von ihnen stellten sich quer. Das THW versorgte die Betroffenen in der Nacht. Bis zu elf Stunden dauerte die Sperrung. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ein Winterdienst-Fahrzeug räumt Schnee auf der Autobahn.
Der Verkehr lief am Donnerstagmorgen nur langsam wieder an. Räumdienste waren im Dauereinsatz. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ein liegengebliebener Lkw steht auf der zugeschneiten A9.
Die Polizei hatte Mittwochnacht ordentlich zu tun, kümmerte sich auch um eingeschlafene Brummi-Fahrer. Bildrechte: MDR/Arne Schein
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Quelle: MDR THÜRINGEN / dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | THÜRINGEN JOURNAL | 11. Januar 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Januar 2019, 21:15 Uhr

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3 Kommentare

13.01.2019 14:05 martin 3

@2 manu: Wenn sich alle PKW-, Transporter- und LKW-Fahrer an die Regeln halten würden, wären die Regale nicht leer. Und ich wüsste nicht weshalb die Rücksichtslosigkeit weiniger PKW- oder Transporterfahrer die Rücksichtslosigkeit von wenigen LKW Fahrern besser machen soll.

12.01.2019 22:16 Manu 2

Wenn ich das lese LKW s besser fahren, können Sie es besser? Ja, dann machen Sie es. Wissen Sie unter welchen Druck die Fahrer stehen und mal zum anderen manche Auto Fahrer sind auch nicht viel besser. Muss man das immer auf die Fahrer der LKW abdrücken, weil der kleine Mann sich selber nicht an die Nase fassen kann. Und die Fahrer der LKW haben größtenteils mehr drauf, wie ein PKW Fahrer der 30 Jahre seinen Führerschein hat!!!!!!!!!! Und immer bedenken ohne die LKWs und Ihre Fahrer wären wir hungrig, Obdachlos und Nackt-das ist Fakt

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