Schüler schreiben
Schülerinnen beim Arbeiten. (Symbolfoto) Bildrechte: IMAGO

Thüringer Schulen Stillarbeit zählt jetzt zum Unterrichtsausfall

Fällt ein Lehrer aus, werden Schüler oft trotzdem beschäftigt. In Stillarbeit erledigen sie beispielsweise dann Aufgaben in ihrem Fach. Bisher wurde die Stillarbeit nicht als Unterrichtsausfall erfasst. Das ändert sich nun.

Schüler schreiben
Schülerinnen beim Arbeiten. (Symbolfoto) Bildrechte: IMAGO

Bei der Erhebung von Unterrichtsausfall an Thüringer Schulen wird ab sofort die sogenannte Stillarbeit miteingerechnet. Das sind Stunden, in denen Schüler nicht unterrichtet, aber mit Aufgaben beschäftigt werden. Auf die neue Methode hatte sich das Ministerium mit Bildungsgewerkschaften sowie Vertretern der Eltern- und Schülerschaft verständigt. Damit soll ein realistisches Bild vom Unterrichtsausfall gezeigt werden.

In der jüngsten Erhebungswoche im September fiel in Thüringen etwa jede zwanzigste Unterrichtsstunde aus. Das geht aus der aktuellen Erhebung für das Bildungsministerium hervor. Die gemessenen 5,2 Prozent bedeuten einen leichten Anstieg im Vergleich zum Vorjahresmonat (4,1 Prozent). Die Stillarbeit wurde nun erstmals mitberücksichtigt.

Erfassung von Stillarbeit wird begrüßt

Der Thüringer Lehrerverband hat die neue Methode des Erfassens von Unterrichtsausfall begrüßt. Verbandschef Rolf Busch sagte, damit gebe es endlich ein realistischeres Bild vom Unterrichtsausfall. Jetzt komme es aber darauf an, aus den Zahlen die erforderlichen Konsequenzen zu ziehen, so Busch.

Aus Sicht der Landesschülervertretung ist vor allem die Berücksichtigung der sogenannten "Stillarbeit" ein Gewinn bei der Berechnung. Damit werde die Stillbeschäftigung zukünftig als das gezählt wird, was sie für den Schüler effektiv darstellt: Ausfall des Unterrichts, sagte der Vorsitzende Hannes Leiteritz.

CDU: Gesundheit der Lehrer im Blick behalten

Kathrin Vitzthum, Vorsitzende Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Thüringen
Thüringer GEW-Chefin Kathrin Vitzthum. Bildrechte: dpa

Laut Bildungsminister Helmut Holter ist Thüringen schon jetzt auf dem richtigen Weg. So bekommen Regelschullehrer mehr Geld, die Kriterien bei der Einstellung wurden verbessert und der Beamtenstatus wieder eingeführt. Aus Sicht der GEW-Vorsitzenden Kathrin Vitzthum müssen noch mehr Lehrerinnen und Lehrer einstellt werden als bisher. Nur dadurch könnten Lehrer entlastet und Unterricht dauerhaft gesichert werden.

Für die CDU ist neben Neueinstellungen auch die Gesundheit der Lehrer ein wichtiger Aspekt, um Unterrichtsausfall an den Thüringer Schulen zu minimieren. Die Landesregierung müsse endlich mehr dafür tun, dass Lehrer gesund bleiben, sagte der Bildungspolitiker Christian Tischner. Viele Lehrer arbeiten nach Angaben des CDU-Politikers seit Jahren am Limit und sind dadurch häufiger und auch längerfristig krank.

Quelle: MDR THÜRINGEN

--- AKTUELLES AUS THÜRINGEN ---

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 27. Oktober 2018 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. Oktober 2018, 14:21 Uhr

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5 Kommentare

28.10.2018 13:51 martin 5

@2 gerd: Wo finde ich den Bezug Ihrer Meinung zu dem Artikel?

@3 lutz: Stimmt.

28.10.2018 10:22 martin 4

@1 pfingstrose: Es geht in dem Beitrag nicht um die Einführung von Stillarbeit als erneutes Erfinden des Rades, sondern um die statistische Erfassung.

Auch Ihnen ein schönes Wochenende

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