Corona-Pandemie Drei-Stufen-Plan für neues Schuljahr in Thüringen

Schulen und Kindergärten in Thüringen kehren am 31. August wieder in den normalen Regelbetrieb zurück. Das hat Bildungsminister Helmut Holter angekündigt. Damit werden zehntausende Kinder und Jugendliche mit Beginn des neuen Schuljahrs wieder ohne Einschränkung betreut und unterrichtet. Das gilt Holter zufolge auch für Klassenfahrten und für die Hortbetreuung.

Schüler und Schülerinnen nehmen am Unterricht teil und tragen Mundschutze.
Am 31. August geht's wieder regulär los. Bildrechte: dpa

Drei-Stufen-Plan für Notfälle

Aufgrund der Corona-Pandemie hat das Bildungsministerium für den Start ins neue Schuljahr einen Drei-Stufen-Plan vorbereitet. Nach Informationen von MDR THÜRINGEN sieht dieser vor, dass im Notfall wieder komplette Schulen geschlossen werden. Sollten die Infektionszahlen steigen, sieht der Plan vor, dass die Schüler wieder zwischen Präsenzunterricht und dem sogenannten Homeschooling wechseln. In einem dritten Schritt - wenn sich Infektionen an einem Ort häufen - sollen Schulen geschlossen werden. 

Start für kostenlose Corona-Tests für Lehrer

Die seit Wochen diskutierten freiwilligen Corona-Tests für Lehrer und Erzieher starten bereits vor dem Beginn des neuen Schuljahres.

Ab 17. August sind die Tests auf freiwilliger Basis möglich.

Helmut Holter Thüringer Bildungsminister

Mit der Kassenärztlichen Vereinigung werde voraussichtlich am kommenden Mittwoch ein entsprechender Vertrag geschlossen. Die Kosten für die Tests übernehme das Land. Dafür seien rund drei Millionen Euro vorgesehen. Jeder Test koste etwa 69 Euro.

Helmut Holter, Bildungsminister Thüringen
Helmut Holter Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Insgesamt gebe es in den Kindergärten und Schulen in Thüringen rund 44 000 Beschäftigte. Mehrere Landtagsfraktionen hatten die freiwilligen Test ohne Vorliegen von Krankheitssymptomen zur Voraussetzung gemacht, um mit Schuljahresbeginn Ende August in den Normalbetrieb an den Bildungseinrichtungen zurückzukehren.

Landesschülervertretung Thüringen begrüßt Stufenplan

Mit den verschiedenen Stufen könne schnell, situationsbedingt, lokal und verhältnismäßig gehandelt werden, sagte die Vorsitzende der Landesschülervertretung Selma Konrad. Sie rief zugleich dazu auf, die Erfahrungen mit dem digitalen Unterricht aus dem vergangenen Schuljahr zu nutzen. Dafür müssten im kommenden Schuljahr alle Thüringer Schulen entsprechend ausgerüstet werden.

Schüler, Lehrer und Eltern erwarten deshalb nun Aussagen, wie im Notfall der Unterricht zu Hause digital und datensicher stattfinden kann. Der Thüringer Datenschutzbeauftrage Lutz Hasse hatte bei Verstößen bei E-Learning und Online-Unterricht Bußgelder von bis zu 1.000 Euro angedroht.

CDU-Fraktion kritisiert Regelung für Kindergärten

Nach Ansicht der CDU-Fraktion im Landtag schafft das Bildungsministerium mit dem Stufenplan die Voraussetzungen, nach den Sommerferien in den Regelbetrieb zurückzukehren und schnell auf lokale Infektionsgeschehen reagieren zu können.

Kinderrucksäcke hängen im Eingangsbereich in einem Kindergarten
Die CDU fordert eine frühere Regelung für Kindergärten. Bildrechte: dpa

Unverständlich bleibe aber, warum die Kindergärten, erst zu Schuljahresbeginn in den Regelbetrieb zurückkehren sollen, sagte der stellvertretende Vorsitzende und bildungspolitische Sprecher Christian Tischner. Für die Eltern bedeute das vier weitere Wochen erhebliche Belastungen.

Zuspruch für Stufenplan von den Grünen

Zuspruch kommt auch von den Grünen. Fraktionsvorsitzende Astrid Rothe-Beinlich sagte, es sei gut, dass nun endlich ein Stufen-Konzept vorliege und wieder Normalbetrieb herrschen solle. Sie forderte für das nächste Schuljahr besondere Angebote für Kinder, die während des Lockdowns benachteiligt waren. Außerdem erwarte sie vom Bildungsminister einen Vorschlag, wie Assistenzkräfte finanziert und eingesetzt werden können.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dvs/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 24. Juli 2020 | 07:00 Uhr

1 Kommentar

Ulric_K vor 2 Wochen

Lockdown? In Thüringen? Lächerlich! Gab es doch nur paar Einschränkungen, die aber in keiner Weise vergleichbar waren mit den Maßnahmen in Italien oder Frankreich. Und warum keine Tests für die Verwaltungsmitarbeiter in den Landesbehörden? Besucherverkehr war nur zeitweise eingeschränkt! Immer ist nur von den Lehrern / Erziehern die Rede. Dabei sind das gerade einmal +- 20.000 Bedienstete in ganz Thüringen.

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