Thüringen Geburtenknick wirkt sich kaum auf Schullandschaft aus

Die Thüringer Schullandschaft hat den Geburtenrückgang nach der Wende fast unbeschadet überstanden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Wissenschaftszentrums für Sozialforschung über die Entwicklung der Schullandschaft in Ostdeutschland. Wie Mitautor Marcel Helbig von der Universität Erfurt am Dienstag mitteilte, konnte das Netz von Grundschulen seit 1992 in Thüringen weitgehend erhalten bleiben. Auch an der Zahl der Gymnasien hat sich laut Studie wenig verändert. Einbrüche gab es aber bei weiterführenden Schulen ohne gymnasiale Oberstufe. Allerdings seien solche Schulen nur geschlossen worden, wenn es im Umkreis von maximal fünf Kilometern eine weitere Schule dieser Art gab.

Nach Angaben der Forscher ist die Entwicklung in Thüringen damit ähnlich wie in Sachsen verlaufen - ganz im Gegensatz zu Mecklenburg-Vorpommern. Dort gelten der Studie zufolge strenge Vorschriften über Mindestgrößen. Dies habe zu einer Art "demografischem Automatismus" geführt. Analog zum Bevölkerungsrückgang seien in Mecklenburg-Vorpommern Schulen geschlossen worden. Der Freistaat Thüringen habe bislang auf solche Vorgaben im Gesetz verzichtet. Das sei auch der Grund dafür, dass die Thüringer Schullandschaft der demographischen Entwicklung bislang trotzen konnte, sagte Helbig.

Im Entwurf zum neuen Schulgesetz sind dagegen Mindestgrößen für Grund- und Regelschulen sowie Gymnasien vorgesehen. Dies würde zu Schulschließungen führen, fürchten Landtagsopposition und Elternvertreter. Bildungsminister Helmut Holter (Linke) versicherte wiederholt, auf die Schließung von Schulstandorten zu verzichten. Bei der Vorstellung des Gesetzentwurfs sagte Holter, auch kleine Schulen erhalten zu wollen - etwa durch Kooperationen. Es sei durchaus denkbar, mehrere Standorte zusammen zu verwalten und zu führen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 04. Dezember 2018 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Dezember 2018, 20:23 Uhr

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2 Kommentare

05.12.2018 12:58 Realist2014 2

@Jakob: Würden Sie auf einem „Kaff“ mit einem schulpflichtigen Kind leben, dann wäre Ihre Meinung naturgemäß auch anders. Die Leute in der Großstadt regen sich doch auch über schlechte Luft, Lärm und steigende Mieten auf, nehmen die positiven Dinge und Vorteile im Vergleich zum „Kaff“ aber gern in Anspruch. Wie war das: „Wasch mich, aber mache mich nicht nass.“

05.12.2018 08:24 Jakob 1

Können sich nicht mal den Maler für grundlegende Erhaltungsmaßnahmen leisten, aber wollen um jeden Preis die eigene Schule im Kaff erhalten. Leben mitten im (Thüringer) Wald, aber halten es für unzumutbar, dass man dort auch Fahrstrecken in Kauf nehmen muss, weil nicht an jedem Baum eine Schule, eine Apotheke oder ein Arzt sein kann. Wasch mich, aber mach mich nicht nass.

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