Investition für 2020 Land fördert Schulen mit 80 Millionen Euro

Es ist das größte Investitionsprogramm für Schulen in der Geschichte Thüringens: Die rot-rot-grüne Landesregierung hat in der vergangenen Legislaturperiode 400 Millionen Euro für den Schulbau zur Verfügung gestellt. Damit soll gegen den Sanierungsstau der vergangenen Jahre vorgegangen werden. Doch das Geld reicht nicht aus.

Neideck-Schule in Arnstadt
In Arnstadt wird aus dem Neideck-Gymnasium die Regelschule "Am Schloss Neideck". Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Presslufthammer rüttelt, Putz bröckelt und lose Kabel hängen von der Decke. Das ehemalige Neideck-Gymnasium in Arnstadt wird derzeit für über 4,5 Millionen Euro kernsaniert und zur Regelschule umgebaut. Schulleiterin Carola Gorke hofft, dass nach den Sommerferien 2021 hier die ersten Schüler unterrichtet werden: "Es fühlt sich für uns immer besser an. Wir warten schon sehr lange darauf, dass wir hier einziehen dürfen. Insofern überwiegt die Freude, dass es jetzt soweit ist."

Bereits 2010 entstand die Idee, das über 100 Jahre alte Gebäude im Herzen von Arnstadt zu modernisieren. Doch der Landkreis als Schulträger alleine konnte das nicht finanzieren. Umso größer war die Freude, als das Land eine Förderung von 3,5 Millionen Euro in Aussicht gestellt hatte.

80 Millionen Euro für 2020

Die neue Regelschule in Arnstadt ist nur eine von insgesamt 32 Schulen, die im vergangenen Jahr in das Landesprogramm zur Schulförderung aufgenommen wurden. Etwa 77 Millionen Euro hat der Freistaat dafür zur Verfügung gestellt. Darin sind auch Gelder vom Bund enthalten.

Für das Jahr 2020 sind sogar 80 Millionen Euro Fördergelder vorgesehen. So viel wie noch nie. Zum Vergleich: 2014 wurden lediglich rund 15 Millionen Euro für die Förderung modernerer Schulen bereitgestellt. Die Landesregierung scheint gegen die veralteten Schulen im Freistaat vorgehen zu wollen.

Unterschiede bei den Investitionen

Laut Infrastrukturministerium werden alle Regionen in Thüringen gefördert beziehungsweise berücksichtigt. Dennoch gibt es von Jahr zu Jahr Unterschiede. 2019 sind beispielsweise fast 5,5 Millionen Euro Fördergelder an die Schulen in Erfurt gegangen. Im Unstrut-hainich-Kreis flossen hingegen nur etwa 600.000 Euro.

Grund dafür ist zum einen der Bedarf, zum anderen müssen bestimmte Kriterien erfüllt werden, damit die Fördergelder fließen. Beispielsweise muss sicher sein, dass die Schülerzahlen auch künftig stabil bleiben. Außerdem müssen die Gebäude barrierefrei gebaut werden.

Mittel reichen nicht für alle Schulen

Neideck-Schule in Arnstadt
Schulleiterin Carola Gorke hofft, dass nach den Sommerferien 2021 hier die ersten Schüler unterrichtet werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In Arnstadt wurden all diese Kriterien erfüllt. Auch wenn die Anträge aufwendig waren: Schulleiterin Carola Gorke kann den Einzug kaum noch erwarten. "Es braucht diesen Neubau, weil wir steigende Schülerzahlen hier in Arnstadt haben und der Platz an unserer Schule und auch an der anderen noch vorhandenen Regelschule nicht mehr ausreicht".

Die neue Schule "Am Schloss Neideck" wurde mit moderner, digitaler Ausstattung, Kreativräumen und einem Ganztagskonzept geplant. Darauf sind Schulleiterin und Landkreis sehr stolz. Aber sie wissen auch: Ohne die Fördergelder wäre das Vorhaben unmöglich gewesen. Und: die Mittel reichen nicht für alle Schulen. Weder im Ilm-Kreis noch in ganz Thüringen. Nach wie vor muss abgewogen und priorisiert werden. Denn die Schulträger stellen mehr Anträge auf Fördergelder, als dafür im Haushalt vorgesehen ist.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 15. Januar 2020 | 19:00 Uhr

6 Kommentare

martin vor 28 Wochen

@maennlein: Ob jede Zeit das Bildungssystem hat, das ihr dient - ich habe da so meine Zweifel. Richtig ist: Im Thüringer Bildungssystem gibt es einen erheblichen Sanierungsbedarf. Umso erfreulicher, dass die Landesregierung die Mittel bereits aufgestockt hatte und weiter aufstocken will. Ich halte das für sinnvoll inverstierte Steuergelder.

Allerdings sind die Gebäude nur ein Teil des Sanierungsbedarfs. Die Sachausstattung der Schulen ist meiner Wahrnehmung nach eine weitere Baustelle. Wir brauchen zwar nicht lauter Laptop-Klassen - aber wenn das Unterrichtsmaterial gefühlt noch aus Kaisers Zeiten stammt, können die Lehrer damit nur teilweise den aktuellen Herausforderungen gerecht werden.

Und die Personalausstattung ist ebenfalls ein Sanierungsfall. Hier hat sich RRG meiner Meinung nach in der Vergangenheit nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert. Aber wenn es im Landtag einen Parteiübergreifenden Konsens gibt, lässt das ja hoffen ...

MDR-Team vor 28 Wochen

Da ist uns in der Tat ein Fehler unterlaufen. Vielen Dank für den freundlichen Hinweis. Korrekterweise müsste vom „Infrastrukturministerium“ die Rede sein. Wir haben den Artikel angepasst und wünschen einen schönen Tag.

Ihre Online-Redaktion des MDR THÜRINGEN

MAENNLEiN-VON-DiESER-WELT vor 28 Wochen

Was mir noch immer nicht so recht klar ist:

Warum ist das Innenministerium für einen Schul-Bau und
dessen Sanierung in Thüringen zuständig und nicht ein
BUNDES-bauministerium ?!



Klar,

die Bildungshoheit
liegt noch immer beim Freistaat
und damit auch die vermittelten Inhalte !

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