Warnstreiks im Öffentlichen Dienst 1.500 Angestellte demonstrieren in Jena für höhere Löhne

In Thüringen sind Angestellte des Öffentlichen Dienstes am Montag dem Streik-Aufruf von Gewerkschaften gefolgt. Bestreikt wurden die Horte vieler Schulen, die Bußgeldstelle in Artern und die Uni-Klinik in Jena.

Nach Angaben der Bildungsgewerkschaft GEW demonstrierten bei der zentralen Kundgebung in Jena rund 1.500 Angestellte für höhere Löhne. Die Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Lohn im Öffentlichen Dienst, mindestens aber 200 Euro mehr im Monat.

Mit Warnweste bekleideter, streikender Mann mit Bart, Sonnenbrille und Trillerpfeife in Jena.
Teilnehmer der Kundgebung in Jena. Bildrechte: MDR/Stefanie Magiera

Nach Gewerkschaftsangaben waren etwa 3.000 bis 3.500 Tarifbeschäftigte zu dem Ausstand aufgerufen. Um den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen, riefen neben der GEW auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP), die IG Bauen-Agrar-Umwelt und Verdi zum Warnstreik auf.

Minimalbetrieb in der Uni-Klinik

Im Uni-Klinikum Jena war der Betrieb am Montag beeinträchtigt. Von den 27 Operationssälen sei nur jeder vierte in Betrieb gewesen. Notfall-Patienten seien aber versorgt worden. Das Pflegepersonal beteiligte sich am Streik, um mehr Mitarbeiter für eine bessere Patienten-Versorgung zu fordern. Das Universitätsklinikum Jena ist als einziges Krankenhaus in Thüringen eine Einrichtung des Landes.

Erfurter Hortnerinnen informieren mit einem Aushang am Tor über den Streik
Die Erfurter Schulleitungen informierten mit einem Aushang am Tor über den Streik. Bildrechte: MDR/Jana Hildebrandt

Erzieher aus ganz Thüringen beteiligten sich zahlreich am Warnstreik. Viele Eltern mussten ihre Kinder früher aus der Schule abholen, da es im Hort nur eine Notfallbetreuung gab. Im Vorfeld hatte die GEW alle Schulen informiert und auch Elternbriefe verschickt, sagte ein Sprecher. Er verwies darauf, dass jede Schule mindestens eine Notbetreuung anbieten muss, sollte tatsächlich das gesamte Personal streiken.

Streik an Schulen

Welche Auswirkungen der Warnstreik konkret auf den Unterricht an den Schulen hatte, konnte das Bildungsministerium nicht sagen. Angestellte sind unter den Lehrern an den Thüringer Schulen in der Minderheit. Nur etwa ein Drittel der rund 17.000 Lehrer arbeitet im Angestelltenverhältnis, zwei Drittel sind Beamte. Diesen ist das Streiken untersagt. Thüringen hat über 900 staatliche Schulen.

Mitarbeiter der Bussgeldstelle in Artern streiken vor dem Gebäude.
Mitarbeiter der Zentralen Bußgeldstelle in Artern streiken Montagmorgen vor dem Gebäude. Bildrechte: MDR/Sebastian Jakob

Auch Mitarbeiter der Universitäten nahmen am Protest teil. Die Forderungen lauten mehr Gehalt und bessere Arbeitsverhältnisse für studentische Mitarbeiter. In Artern im Kyffhäuserkreis beteiligte sich die Bußgeldstelle am Streik. Die Mitarbeiter sind ebenfalls Landesangestellte und fordern mehr Lohn.

Am Donnerstag beginnt in Potsdam die dritte Verhandlungsrunde für den öffentlichen Dienst.

Quelle: MDR THÜRINGEN / dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 25. Februar 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. Februar 2019, 09:36 Uhr

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27 Kommentare

28.02.2019 11:45 martin 27

@25 kaba: Bin mal gespannt, ob Sie jemanden im öD (unterhalb der B-Besoldung, da kenne ich mich nicht aus) finden, der alle 2 Jahre 6% mehr bekommen hat....

28.02.2019 11:04 Fakt 26

>>kaba, #25:
"Mit kommt es so vor, als ob der öffentliche Dienst jedes Jahr bzw. alle 2 Jahre streikt."<<
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Was eigentlich logisch ist, da Tarifverträge immer eine bestimmte Laufzeit haben. Endet diese, kommt es zu neuen Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern und wenn dort keine Einigung erzielt wird, kann es zu Warnstreiks kommen. Das war schon immer so (zumindest bei uns im Westen) und ist nicht nur im öffentlichen Dienst, sondern branchenübergreifend Usus.

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