Bildung Neues Schulgesetz: Künftig kleinere Klassen möglich

Im Streit um das neue Schulgesetz ist Rot-Rot-Grün Landkreisen, Eltern und Gewerkschaften entgegengekommen. Der neue Entwurf sieht deutlich kleinere Mindestgrößen für Klassen vor als ursprünglich geplant.

Das neue Thüringer Schulgesetz soll auch kleinere Klassen möglich machen. Das teilten die Bildungsexperten der Regierungsfraktionen am Freitag in Erfurt mit. Demnach sollen an Grundschulen pro Klasse künftig auch 15 Schüler möglich sein. Ursprünglich war von 22 Schülern die Rede gewesen. An Regelschulen und Gymnasien sollen mindestens 20 Schüler eine Klasse besuchen. Diese Mindestgrößen gelten auch für die Gemeinschaftsschulen. Hier hatte das Bildungsministerium bisher in den Eingangsklassen eine Mindestzahl von 24 beziehungsweise 26 Schüler vorgesehen.

Damit habe Rot-Rot-Grün die Forderung des Landkreistages erfüllt und dessen Vorschläge eins zu eins übernommen, sagte der bildungspolitische Sprecher der SPD, Thomas Hartung. In Thüringen werden nach seinen Angaben derzeit an fünf Grundschulen, sieben Gymnasien und vier Gemeinschaftsschulen die neuen Mindestklassengrößen nicht erfüllt. Sie könnten sich jetzt Kooperationspartner suchen oder eine Ausnahmegenehmigung beantragen. Regelungen zu Größe einer Schule sieht der neue Entwurf nicht mehr vor.

Forderungen von Gewerkschaften und Eltern

Astrid Rothe-Beinlich
Astrid Rothe-Beinlich (Grüne): Bildrechte: MDR/Holger John

Der bildungspolitische Sprecher der Linksfraktion, Torsten Wolf, verwies darauf, dass Thüringen zuletzt das einzige Bundesland war, das keine Mindestgrößen vorgeschrieben hatte. Schulnetzpläne sollen künftig alle fünf Jahre erstellt werden. Die Bildungsexpertin der Grünen, Astrid Rothe-Beinlich, verwies darauf, dass auch Forderungen der Gewerkschaften und Eltern nach der Anhörung im Bildungsausschuss in den neuen Entwurf eingeflossen seien.

So solle es eine stärkere Förderung der Schüler in kleineren Klassen geben. Alle Kinder mit Förderbedarf sollen doppelt zählen, so dass auch die Mindestgrößenklasse schneller erreicht ist. Eltern könnten so selbst stärker bestimmen, ob ihr Kind in einer Förderschule oder im gemeinsamen Unterricht an Grund- oder Regelschulen lernen sollten, sage Rothe-Beinlich.

Die Formulierung "Förderzentren sollen sich zu Schulen ohne Schüler entwickeln" ist nun gestrichen. Laut der grünen Bildungsexpertin werden Gutachten für einen sonderpädagogischen Förderbedarf vor dem Schuleintritt erstellt. Zeigten sich die Lernschwierigkeiten erst später, dann solle ein Gutachten spätestens nach drei Schuljahren vorliegen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Fazit | 15. März 2019 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. März 2019, 21:16 Uhr

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3 Kommentare

16.03.2019 12:41 martin 3

@1 winfried: Die berechtigte Frage nach der Höchstzahl macht meiner Meinung nach die Frage nach der Mindestgröße nicht überflüssig. Ich bin sehr dafür, dass die Schulwege nicht noch länger werden, als sie für die meisten Kinder und Jugendlichen im ländlichen Raum sowieso schon sind.

@2 alter: Weshalb soll Unterrichtsausfall gegen eine Festlegung einer Mindestgröße sprechen? Halten Sie Zusammenlegung von / große Klassen für eine geeignete Antwort auf den Lehrermangel?

15.03.2019 17:04 ...alter Nörgler... 2

...Windplauderei...das zuständige Ministerium sollte gehalten sein, die finanziellen Mittel für ausreichende und wettbewerbsfähig bezahlte Lehrerschaft zu schaffen und den "neuen Lehrer" keine zeitlich befristeten Arbeitsverträge anbieten... Wenn Stunden derart ausfallen, dass binnen Schuljahresfrist zusätzliche FREI-Wochen entstehen, dann läuft was nicht...oder!?

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