Pandemie Land Thüringen beschafft Schutzausrüstung gegen Coronavirus

Das Land Thüringen hat bisher etwa elf Millionen Euro für Schutzausrüstung ausgegeben. Wie das Gesundheitsministerium MDR THÜRINGEN sagte, wurde diese zum Teil auch schon geliefert. So habe der Freistaat mit Hilfe vom Bund seit etwa einer Woche etwa 67.000 FFP2- und FFP3-Masken, 30.000 OP-Masken, 1,4 Millionen Handschuhe und knapp 1.500 Schutzkittel beschaffen können. Auch rund 1.000 Liter Desinfektionsmittel hat der Bund bereits geliefert.

Arzt und Helferin in Schutzkleidung
Arzt und Helferin in Schutzkleidung Bildrechte: imago images / localpic

In Thüringen koordiniert das Landesamt für Verbraucherschutz die Verteilung der Schutzausrüstung. Handschuhe, Schutzkittel und Atemschutzmasken werden von dort aus an Krankenhäuser und Kliniken, den öffentlichen Gesundheitsdienst, Labore und Hebammen sowie an den kompletten Pflegebereich geliefert. Das Justiz- und Innenministerium koordiniert die Lieferung von Schutzausrüstung an Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Justizvollzugsanstalten. Zudem behält sich das Land Thüringen eine Reserve für den akuten Bedarf vor.

In den Krankenhäusern und Kliniken in Thüringen ist die Situation aufgrund der Corona-Pandemie angespannt und kritisch. Wie eine Umfrage von MDR THÜRINGEN ergab, kommt ein Großteil der Häuser mit der aktuell vorhandenen Schutzkleidung hin, dennoch sieht die Lage sehr unterschiedlich aus. So sind etwa im Eichsfeld-Klinikum die Lager leer, man müsse bereits auf Restbestände zurückgreifen, heißt es dort. In den Thüringen-Kliniken in Saalfeld und Pößneck wartet man täglich auf neue Lieferungen, hat aber mit Lieferverschiebungen, Stornierungen und erhöhten Preisen zu kämpfen. Die KMG Kliniken in Bad Frankenhausen, Sömmerda und Sondershausen rechnen mit Engpässen, sollte die Pandemie die Krankenhäuser "mit voller Wucht erreichen", wie ein Sprecher sagte. Derzeit testen Hygieniker der Kliniken Alternativen, um in so einem Fall die Ansteckungsgefahr so gering wie möglich zu halten.

Die Bestellung zusätzlicher Schutzausrüstung sei in Thüringen gut angelaufen, sagte Gesundheitsministerin Heike Werner MDR THÜRINGEN. Der gemeldete Bedarf werde priorisiert, jedoch könnten nicht alle Wünsche sofort erfüllt werden. Insgesamt, so zeigt die Umfrage, sehen sich die Kliniken aktuell für eine erhöhte Anzahl von Covid-19-Patienten gerüstet. Bei der Anzahl der Intensivbetten haben die Kliniken bereits reagiert, halten ausreichend Betten vor und können bei Bedarf die Zahl noch erhöhen.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/dr

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 02. April 2020 | 11:00 Uhr

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