Ein junges Mädchen, vor einem Bett auf dem Boden hockend, hält schützend die Hände vor sich
Im Jahr 2018 gab es 558 Verdachtsfälle auf sexuellen Mißbrauch von Kindern. Bildrechte: Colourbox.de

Thüringen Mehr Verdachtsfälle: Sexueller Missbrauch bei Kindern

In Thüringen ist die Anzahl der Verdachtsfälle auf sexuellen Missbrauch bei Kindern gestiegen. De mentgegen steht allerdings ein Rückgang der tatsächlichen Verurteilungen.

Ein junges Mädchen, vor einem Bett auf dem Boden hockend, hält schützend die Hände vor sich
Im Jahr 2018 gab es 558 Verdachtsfälle auf sexuellen Mißbrauch von Kindern. Bildrechte: Colourbox.de

In Thüringen ist die Zahl der Verdachtsfälle sexueller Gewalt an Kindern gestiegen. Wie die Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Thüringen e.V. (LAG) mitteilte, gab es im vergangenen Jahr 558 Fälle. Das waren 23 mehr als im Jahr zuvor.

Weniger Urteile, mehr Verdachtsfälle

Dem entgegen steht jedoch ein Rückgang von tatsächlichen Verurteilungen wegen sexuell motivierter Straftaten an Kindern . Das Landesamt für Statistik zählte vergangenes Jahr 133 Verurteilte wegen sexuellen Kindesmissbrauchs. Das waren acht weniger als 2017.

Ein Grund für die Steigerung von Verdachtsfällen könnte in der gewachsenen Sensibilität der Bevölkerung liegen. So erklären die Kinder- und Jugendschutzdienste die höheren Fallzahlen. Auffälligkeiten würden schneller dem Jugendamt mitgeteilt.

19 Anlaufstellen für Betroffene

Die Landesarbeitsgemeinschaft der Kinder- und Jugendschutzdienste verweist auf ein Netz von 19 Anlaufstellen des Kinder- und Jugendschutzdienstes in Thüringen, unter anderem HAUT-NAH in Erfurt. Der Verein betreut Kinder und Jugendliche, die von sexueller Gewalt betroffen sind.

Quelle: MDR THÜRINGEN/nis

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 21. Juli 2019 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Juli 2019, 18:21 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

4 Kommentare

23.07.2019 14:38 Elsburg 4

Im Kindesalter-Lauf nur unaufgeklärt unerfahren heranwachsen sex-Übergriffe Erwachsener selbst erlebend können (meißt) in dem Alter das Böse daran noch garnicht erkennen.Wenn dazu im (familiären) Umfeld garnichts gesprochen oder vom Kind gelesen wird, kann's Übergriffe als solche (noch) garnicht erkennen sondetn 'lernt',daß dies Unrecht zu (seinem) normalen Leben/Alltag gehört.

Wenn dann nur Außenkontakte (im Millieu!!) be~/ent~stehen,wo das Thema ebenso 'gehandhabt' wird,wird Kind es (nur!)
als zum (normalen) Leben gehörige 'Pflege+Praxis' erkennen,bis ES erkennt, daß es eine Ab-Norm ist!!

NORM erleben+lesen 'können' ist da nötig!

21.07.2019 19:19 martin 3

@1 b: Sie haben völlig Recht, was die schlimmen Auswirkungen bei den Kindern betrifft.

Allerdings greift es zu kurz, das Problem bei den Jugendämtern zu suchen oder dorthin abschieben zu wollen. Fakt ist, dass sich viele Mißbrauchsopfer nicht öffnen und sogar die Täter schützen. Wie soll das Jugendamt dann "richtig, richtig nachforschen"? Heimlich Kameras & Mikrofone installieren?

Ob die sich anmelden oder nicht, ist in diesen Zusammenhängen auch ziemlich egal. Glauben Sie denn, dass die Täter während einer Tat die Tür öffnen würden, wenn das Jugendamt klingelt? Oder sollen die Jugendämter bei jeden Verdacht in SEK Manier die Wohnung stürmen?

Mehr aus Thüringen