Sommerinterview Ann-Sophie Bohm-Eisenbrandt von den Grünen im Portrait

Auch in diesem Sommer führt Moderator Lars Sänger wieder Interviews mit den Thüringer Spitzenpolitikerinnen und Spitzenpolitikern. Am 21. August (11 Uhr) steht ihm Grünen-Sprecherin Ann-Sophie Bohm-Eisenbrandt Rede und Antwort.

Tiefe Spuren in der Thüringer Landespolitik hat Ann-Sophie Bohm-Eisenbrandt noch nicht hinterlassen. Die 26-Jährige ist erst seit Januar 2020 Sprecherin von Bündnis 90 / Die Grünen im Freistaat. Zuvor war sie in Sachsen-Anhalt politisch aktiv; unter anderem im Stadtrat von Halle/Saale. Bei der Thüringer Landtagswahl 2019 war Bohm-Eisenbrandt als Direktkandidatin für die Grünen im Wahlkreis Weimar II angetreten. Sie hatte dabei das Mandat zwar verpasst, allerdings konnte die Newcomerin fast 20 Prozent der Wahlkreisstimmen auf sich vereinen. Das war das beste Ergebnis für einen grünen Direktkandidaten in Weimar bei einer Landtagswahl seit der Wiedervereinigung.

Enttäuschung bei den Grünen: Die Landtagswahl 2019

Am Wahlabend 2019 war Ann-Sophie Bohm-Eisenbrandt die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Die Thüringer Grünen waren mit großen Zielen gestartet und dann jäh gelandet: Entgegen dem Bundestrend, der die Grünen im Herbst 2019 bundesweit bei deutlich mehr als 20 Prozent sah, erreichten sie im Freistaat gerade mal 5,2 Prozent. Ein Ergebnis mit personellen Konsequenzen: Dieter Lauinger, in der vorangegangenen Legislaturperiode Justizminister, zog sich zurück; ebenso die beiden Landesvorsitzenden, Stephanie Erben und Denis Peisker. Enttäuschung und Krise waren so groß, dass eigens der Grünen-Bundeschef Robert Habeck nach Erfurt reiste, um zu vermitteln.

Ein unbeschriebenes Blatt als Neuanfang

Wenig später stand fest: Die Aufarbeitung des Wahl-Desasters und der Neuanfang bei den Thüringer Grünen soll mit einem unbeschriebenen Blatt - mit Ann-Sophie Bohm-Eisenbrandt - geschafft werden. Sie will bei der geplanten Landtagswahl 2021 die Fehler des zurückliegenden Wahlkampfes vermeiden. Die 26-Jährige soll für eine bessere Wahlkampf-Organisation, eine Social-Media-Strategie und gezielte Themensetzung sorgen. Bohm-Eisenbrandts Vorgängern war vorgeworfen worden, wichtige Themen, wie Bildungs- und Klimapolitik missachtet oder falsch kommuniziert zu haben. Zudem, so hatte es eine interne Analyse ergeben, seien Warnzeichen missachtet und nicht rechtzeitig umgesteuert worden.

Inhaltlich hat sich die studierte Soziologin festgelegt: "Mein wichtigstes Ziel ist die Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs in Thüringen." Ihr komme es dabei nicht auf mehr oder komfortablere Züge und Busse, sondern vor allem auf zuverlässige und bezahlbare Angebote an, so Bohm-Eisenbrandt. Dies trage zu mehr Klimaschutz und Verkehrssicherheit bei.

Fazit:

Ann-Sophie Bohm-Eisenbrandt ist die Hoffnungsträgerin der Thüringer Grünen. Ob ihre vergleichsweise geringe landespolitische Erfahrung im Freistaat Segen oder Fluch sind, werden die nächsten Monate zeigen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/ask

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 21. August 2020 | 19:00 Uhr

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