60 Prozent bestehen Prüfung Deutsch bleibt hohe Hürde für ausländische Ärzte

An der Sprachprüfung scheitern 40 Prozent der ausländischen Ärzte, die in Thüringen arbeiten wollen. Nach Angaben der Landesärztekammer galten 139 der 348 Fachsprachprüfungen im vergangenen Jahr als nicht bestanden, 209 Prüflinge hätten den Test geschafft. Bundesweit liege die Durchfallquote mit 44 Prozent noch etwas höher.

Ein Mann und eine Frau sitzen sich gegenüber
Ein simuliertes Arztgespräch gehört zur dreiteiligen Sprachprüfung Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ärzte mit Studienabschluss aus dem Ausland bekommen eine Approbation in Deutschland erst, wenn sie ausreichend fachspezifische Sprachkenntnisse nachweisen können. Laut Landesärztekammer gilt das sowohl für Ärzte aus EU-Ländern als auch aus Drittstaaten. Diese Fachsprachprüfung kostet 450 Euro und kann beliebig oft wiederholt werden. Nach Angaben der Landesärztekammer besteht die Prüfung aus drei Abschnitten: einem simulierten Arzt-Patienten-Gespräch, dem Anfertigen eines Arztbriefes und einem Gespräch zwischen zwei Ärzten.

"Übersicht der Kriegs- und Bürgerkriegsschauplätze"

"Unsere Patienten müssen sich auf uns Ärzte verlassen können, dass wir Befunde richtig erheben und erklären und auch weiterbehandelnden Ärzten übermitteln können", erklärte die Präsidentin der Landesärztekammer, Ellen Lundershausen. Ihrer Meinung nach ist es auch für die ausländischen Kollegen wichtig, vor Fehlern bewahrt zu werden, die aus unzureichender Kommunikationsfähigkeit entstehen könnten. Von den Prüflingen im vergangenen Jahr kamen mit 119 Kandidaten laut Kammer die meisten aus Syrien. Aus Ägypten stammten 51, aus Aserbaidschan 43, aus dem Irak 37 und aus Libyen 36. Die Herkunftsländer der Prüflinge gleichen laut Ärztekammer "teils einer Übersicht zu Kriegs- und Bürgerkriegsschauplätzen der Erde".

Ärztin im OP mit Mundschutz 15 min
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Kammer fordert mehr Studienplätze

"Die Landesärztekammer lehnt das gezielte Abwerben von Ärzten ab, die in ihren Heimatländern dringend für die gesundheitliche Versorgung gebraucht werden", sagte eine Sprecherin. Stattdessen sollte nach Auffassung der Kammer die Zahl der Medizinstudienplätze in Thüringen erhöht werden, um auf den Ärztemangel zu reagieren. Sie fordert eine Aufstockung um 10 bis 20 Prozent, wie eine Sprecherin auf Anfrage erklärte. Auch das Thüringer Gesundheitsministerium sieht eine Erhöhung der Medizinstudienplätze als "mögliche Option", wie ein Sprecher sagte. Andererseits lehne das Ministerium zwar eine gezielte Abwerbung von Ärzten aus dem Ausland ab. "Es kommen aber Migranten zu uns und in diesem Rahmen sollten wir es ihnen auch ermöglichen hier Fuß zu fassen und ihren Beruf auszuüben."

Quelle: dpa

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Zuletzt aktualisiert: 10. Januar 2019, 17:38 Uhr

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12 Kommentare

12.01.2019 11:59 martin 12

@10 spottdrossel: Aber nur, wenn die Briten den Brexit zurücknehmen!
Sonst vielleicht doch eher Französisch (schon allein um die Briten zu ärgern) oder Spanisch. Falls die Schotten dann wieder in die EU wollen, könnte vielleicht Gälisch eine andere Alternative sein :-)

11.01.2019 13:22 martin 11

@6 he: Falls ich nachfragen darf: Wie ist Ihre Anmerkung zu verstehen? Haben Sie als "Zugereister" Probleme mit der lokalen Mundart oder haben die "Ärzte mit Migrationshintergrund" Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache? Ich kann mir in einem kleineren Haus in Mittelfranken beides vorstellen ....

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