Thüringer Landesamt für Statistik Umsätze im Thüringer Einzelhandel wachsen

In den drei bedeutendsten Bereichen des Thüringer Einzelhandels waren im Vergleich zu 2019 sehr unterschiedliche Entwicklungen zu beobachten. Supermärkte beispielsweise steigerten ihre Umsätze deutlich.

Kunden tragen Schutzmasken bei ihrem Einkauf in einem Supermarkt.
Supermärkte waren wegen des Coronavirus nicht geschlossen worden. Bildrechte: dpa

Die Corona-Krise hat sich auf den Einzelhandel sehr unterschiedlich ausgewirkt. Die Umsätze der Thüringer Einzelhandelsunternehmen lagen im 1. Quartal 2020 nach vorläufigen Ergebnissen real (inflationsbereinigt) um 2,2 Prozent über dem Niveau des 1. Quartals 2019. Nominal (d. h. in jeweiligen Preisen) stiegen die Umsätze um 3,9 Prozent an.

Mehr Teilzeit-Mitarbeiter

Die Zahl der Beschäftigten lag insgesamt 0,5 Prozent über dem im Vorjahreszeitraum erreichten Wert. Dabei sank die Zahl der Vollzeitbeschäftigten jedoch im Vergleich zum 1. Quartal 2019 um 0,8 Prozent, während die Zahl der Teilzeitbeschäftigten um 1,2 Prozent anstieg. Fast zwei Drittel aller Beschäftigten arbeiten im Thüringer Einzelhandel in Teilzeit.

Große Unterschiede zwischen den Bereichen

In den drei nach Umsätzen bedeutendsten Bereichen des Thüringer Einzelhandels waren sehr unterschiedliche Entwicklungen zu beobachten.

Die Umsätze im Bereich "Einzelhandel mit Waren verschiedener Art" (z. B. Supermärkte, SB-Kaufhäuser und Verbrauchermärkte) zeigten im Vergleich zum 1. Quartal 2019 eine positive Entwicklung. Hier stiegen die Umsätze. Im "Einzelhandel mit sonstigen Haushaltsgeräten usw." und im "Einzelhandel mit sonstigen Gütern" waren hingegen Umsatzrückgänge zu verbuchen.

Die Zahlen im Detail

Im März 2020 setzte der Thüringer Einzelhandel real 0,7 Prozent weniger und nominal 1,1 Prozent mehr um als im Vorjahresmonat. Die Zahl der Beschäftigten stieg im Vergleich zum März 2019 um 0,3 Prozent. Während der "Einzelhandel mit Waren verschiedener Art" und der "Einzelhandel, nicht in Verkaufsräumen, nicht an Verkaufsständen oder auf Märkten" (z. B. Brennstoffhandel, Versand- und Internethandel) deutliche Umsatzzuwächse von real 8,9 bzw. 19,8 Prozent verzeichnen konnte, gingen in praktisch allen anderen Bereichen des Thüringer Einzelhandels die Umsätze im März 2020 teils deutlich zurück. Ausnahmen hiervon waren u. a. der "Einzelhandel mit Getränken" (real +5,5 Prozent), der "Einzelhandel mit Metallwaren, Anstrichmitteln, Bau- und Heimwerkerbedarf" (real +6,1 Prozent), der "Einzelhandel mit elektrischen Haushaltsgeräten" (real +10,3 Prozent) und die Apotheken (real +1,2 Prozent).

Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Erstellung der Statistik

Alle hier genannten Zahlen stammen vom Thüringer Landesamt für Statistik. Das Thüringer Landesamt für Statistik verzichtet allerdings in der gegenwärtig angespannten Lage auf eine Durchsetzung der Meldepflicht. Daher sind für den Berichtsmonat März bis zum jetzigen Zeitpunkt weniger Meldungen eingegangen als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Dennoch arbeitet das Amt eigenen Angaben zufolge an der Bereitstellung von Statistiken, insbesondere möglichst aktueller Konjunkturdaten. Diese sind in der momentanen Situation deshalb von Bedeutung, da Schätzverfahren aufgrund der Sondersituation keine belastbaren Ergebnisse liefern können.

Quelle: MDR THÜRINGEN/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 28. Mai 2020 | 16:00 Uhr

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