Thüringer Landesamt für Statistik Mehr als 500 Insolvenzverfahren in Thüringen

Die Thüringer Amtsgerichte entschieden von Januar bis März 2020 über 512 Insolvenzverfahren. Das waren insgesamt 81 Anträge weniger als im Vorjahreszeitraum, teilte das Statistische Landesamt mit.

Ein Stempel mit der Aufschrift Insolvenz liegt auf Unterlagen.
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Nur knapp 12 Prozent der Insolvenzverfahren im ersten Quartal haben sich auf Unternehmen bezogen. Die übrigen betrafen natürliche Personen als Gesellschafter, ehemals selbständig Tätige, private Verbraucher sowie Nachlässe und Gesamtgut.

Mit 469 Verfahren wurden 91,6 Prozent aller Insolvenzverfahren eröffnet, 30 Verfahren wurden mangels Masse abgewiesen und 13 Verfahren endeten mit der Annahme eines Schuldenbereinigungsplanes.

Die voraussichtlichen Gläubigerforderungen bezifferten die Gerichte auf rund 181 Millionen Euro. Pro Verfahren standen somit Forderungen von durchschnittlich 354.000 Euro aus.

Kaum Unterschiede zum Vorjahr

Die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen ging in den ersten drei Monaten 2020 gegenüber 2019 kaum zurück. Die insolventen Unternehmen beschäftigten zum Zeitpunkt des Antrages noch 1.051 Arbeitnehmer. Der wirtschaftliche Schwerpunkt der Unternehmensinsolvenzen lag mit zehn Verfahren im Baugewerbe und mit jeweils neun Verfahren im Verarbeitenden Gewerbe und im Gastgewerbe.

Nach Rechtsformen betrachtet mussten am häufigsten Gesellschaften mit beschränkter Haftung (24 Anträge) sowie Einzelunternehmen (22 Anträge) Insolvenz anmelden. Bei den übrigen Schuldnern wurden in den ersten drei Monaten dieses Jahres 451 Verfahren gezählt, 80 Verfahren weniger als im Vorjahreszeitraum.

Von 348 privaten Verbrauchern wurde von Januar bis März 2020 das Insolvenzrecht in Anspruch genommen, 32 Verfahren weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Weitere 96 Verfahren betrafen ehemals selbständig Tätige.

Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Erstellung der Statistik

Alle hier genannten Zahlen stammen vom Thüringer Landesamt für Statistik. Das Thüringer Landesamt für Statistik verzichtet allerdings in der gegenwärtig angespannten Lage auf eine Durchsetzung der Meldepflicht. Daher sind für den Berichtsmonat März bis zum jetzigen Zeitpunkt weniger Meldungen eingegangen als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Dennoch arbeitet das Amt an der Bereitstellung von Statistiken, insbesondere möglichst aktueller Konjunkturdaten. Diese sind in der momentanen Situation deshalb von Bedeutung, da Schätzverfahren aufgrund der Sondersituation keine belastbaren Ergebnisse liefern können.

Quelle: MDR THÜRINGEN/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 28. Mai 2020 | 16:00 Uhr

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