Statistik Thüringer Männer sterben häufiger an Corona als Frauen

Rund zwei Drittel der Toten mit Corona-Infektion in Thüringen sind Männer. Das geht aus der Statistik des Sozialministeriums hervor, die MDR THÜRINGEN vorliegt. Die meisten Todesfälle gibt es bei beiden Geschlechtern in der Altersgruppe zwischen 70 und 90 Jahren. Jüngere Frauen sind so gut wie nicht betroffen.

Der Kopf einer Statue auf einem Friedhof.
Insgesamt gab es bisher 178 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung. Bildrechte: dpa

Jüngster Patient starb mit 48 Jahren

Die jüngste Patientin in Thüringen, die mit nachgewiesener Corona-Infektion starb, war 64 Jahre alt. Bei den Männern war das jüngste Todesopfer mit Corona-Infektion 48 Jahre alt. Darüber hinaus sind bei den Männern sieben Todesfälle erfasst, bei denen die Patienten zwischen 50 und 59 Jahre alt waren und weitere 18 in der Altersgruppe 60 bis 69 Jahre.

In der Statistik schlägt sich auch die insgesamt höhere Lebenserwartung von Frauen nieder. So wurden in der Altersklasse über 90 Jahre bisher 20 Todesfälle bei Frauen mit Corona-Infektion erfasst, bei den Männern waren es neun. Berücksichtigt wurden die Angaben bis zum 16. Juni 2020. Angaben über mögliche Vorerkrankungen lagen nicht vor.

Insgesamt 178 Verstorbene

Laut Angaben des Solzialministeriums sind bis zum 17. Juni insgesamt 178 Personen mit einer Corona-Infektion verstorben. Die Gesamtzahl der Infektionen beträgt laut Informationen von MDR THÜRINGEN 3.219. Davon sind derzeit noch 276 Personen aktiv erkrankt. Die meisten Patienten gibt es in den Landkreisen Greiz und Sonneberg.

Quelle: MDR THÜRINGEN/nis

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 18. Juni 2020 | 13:00 Uhr

4 Kommentare

MDR-Team vor 18 Wochen

Leider müssen persönliche Empfindungen in solchen Situationen hinter den Schutz der Bevölkerung zurücktreten.
In Ihrer Interpretation nutzen Sie Zahlen, die aktuell vorliegen, um Maßnahmen in Frage zu stellen, die in der Vergangenheit beschlossen wurden.
Möglicherweise würde man mit aktuellen Zahlen und mit den heute vorliegenden Daten auch andere Entscheidungen treffen, was ja zum Teil auch schon geschieht. Siehe Lockerungen.

Welche Maßnahmen richtig, welche falsch oder übertrieben waren, wird die Wissenschaft möglicherweise erst in den nächsten Jahren erläutern können.

part vor 18 Wochen

Viren sind so alt wie die Evolution selbst. Die Dezimierung von männlichen Erdbewohnern hat in bestimmten Regionen dieser Erde ein Untermaß in der Historie erreicht, da Weltkriege zwar nicht aufgehört haben, aber sich terroial verlagert und aufgesplittet haben. Eine schlechtere Lebensweise durch legale und illigale Drogen ist bei der männlichen Bevölkerung weit verbreitet international, sowie die prekäre Erwerbtätigkeit. Insofern spiegelt diese Statistik nur gesellschaftspolitische und soziologische Aspekte wieder, die regional verschieden ausfallen, je nach Gesellschaftsmodell. Diese Studie aber nur auf Thüringen begrenzen zu wollen halte ich für etwas unterzogen.

lobo56 vor 18 Wochen

Die Statistiken zeigen schließlich nur die Zahlen, die sich aufgrund der verordneten Maßnahmen ergeben haben.
Also hängen die Massnahmen nicht von Statistiken ab sondern umgekehrt.
Da es vorher eine solche CoronaPandemie noch nicht gab, konnte man sich auch nicht auf Erfahrungen und Statistiken stützen .

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