Kommunalwahlen 2019 Stichwahlen um Rathäuser werden noch einmal spannend

Nach der Kommunalwahl vom 26. Mai ist in vielen Thüringer Gemeinden und Ortsteilen nicht klar, wer künftig den Hut aufhat. In einer Stichwahl müssen sich je zwei Bewerber am landesweiten Termin 9. Juni ihren Kontrahenten stellen. Die Meisten freiwillig, ein paar Wenige ohne ihre Zustimmung.

Stichwahlen in der Landeshauptstadt

In vier Erfurter Ortsteilen müssen die Wähler zum Beispiel erneut über einen Ortsteilbürgermeister abstimmen. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, hat in Bindersleben, Molsdorf, Salomonsborn und Vieselbach keiner der Bewerber mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen erhalten. Zur Wahl stehen die beiden Bewerber bzw. eingetragenen Personen mit den meisten in der ersten Wahl erhaltenen Stimmen. Die Wahlbenachrichtigungen haben ihre Gültigkeit behalten, schrieb die Stadt. Wer diese nicht mehr habe, könne sich auch mit Personalausweis oder Reisepass ausweisen, heißt es. Briefwahlen seien im Rathaus am Fischmarkt möglich.

Stichwahlen im Thüringer Norden

Auch in der Landgemeinde Unstrut-Hainich, wo der CDU-Kandidat Jeremi Schmalz knapp vor dem Kandidaten der Freien Wähler, Uwe Zehaczek, lag, muss noch ein Mal gewählt werden. Der 23-jährige Weberstedter Schmalz erhielt 41,1 Prozent und der 55-jährige Zehaczek aus Heroldishausen 39,6 Prozent der Stimmen. Zehaczek war bisher Ortsbürgermeister von Heroldishausen, wo er die Wahl 2016 mit 100 Prozent der Stimmen gewann.

In Lengenfeld unterm Stein und Diedorf im Unstrut-Hainich-Kreis könnte es zu besonders kuriosen Wahlen kommen: dort hatte niemand kandidieren wollen, die Wähler machten trotzdem eigene Namensvorschläge. Die vier Bestplatzierten stehen jetzt ohne ihre Zustimmung zur Wahl und haben, teils wegen anderer Ämter, bisher dankend verzichtet. Die Wahl muss laut Wahlgesetz trotzdem durchgeführt werden, auch wenn am Ende die Ortschaftsräte ihre Chefs selbst bestimmen müssen.

Stichwahlen im Thüringer Osten

Im Kreis Saalfeld-Rudolstadt sind Stichwahlen in Meura fällig. Auf Heiko Siegel (ptl) entfielen 30,2 Prozent, Katrin Arnberg (ptl) erhielt 16,1 Prozent. Der Rest verteilte sich auf freie Namensvorschläge.

Stichwahlen im Thüringer Süden

Ebenfalls keinen klaren Entscheid gab es bisher in der Gemeinde Frankenblick im Landkreis Sonneberg, wo auch der oder die künftige Bürgermeister/-in zu bestimmen ist. Nach dem vorläufigen Wahlergebnis konnte keiner der vier Kandidaten die Mehrheit der Stimmen erreichen. Ute Müller-Gothe kam für die CDU auf 35,6 Prozent. Gefolgt von der Linken-Kandidatin Elke Zinner mit 29,2 Prozent. Beide treten in der Stichwahl gegeneinander an. Stephan Krasemann von der Alternative für Frankenblick bekam 25,9 Prozent der Stimmen und Petra Lenk von SPD und Freie Wähler Frankenblick erreichte 9,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 69,8 Prozent.

Stichwahlen in Mittelthüringen

Auch in der neu gebildeten Landgemeinde Am Ettersberg (Weimarer Land) steht bis zur Stichwahl am Sonntag nicht fest, wer Bürgermeister wird. Im ersten Wahlgang konnte keiner der Kandidaten die erforderliche Mehrheit fürs Bürgermeisteramt holen. CDU-Kandidat Thomas Heß aus Großobringen verfehlte den Sieg mit 48,9 Prozent der Stimmen nur knapp. Er tritt gegen Sylvia Engel an, die 17 Jahre lang ehrenamtliche Bürgermeisterin von Berlstedt war. Sie holte bei der Wahl am Sonntag 27,8 Prozent der Stimmen.

Die neue Landgemeinde "Am Ettersberg" war im Zuge der Gebietsreform Anfang Januar gegründet worden und besteht aus 19 Ortsteilen, darunter Berlstedt, Buttelstedt (Stadt), Großobringen, Heichelheim, Kleinobringen, Krautheim, Ramsla, Sachsenhausen, Schwerstedt, Vippachedelhausen und Wohlsborn. Für Ballstedt, Ettersburg und Neumark wurde die Stadt Am Ettersberg erfüllende Gemeinde.

In Großbreitenbach im Ilm-Kreis muss der hauptamtliche Bürgermeister in einer Stichwahl ermittelt werden. Fünf Kandidaten waren in der Stadt angetreten, keiner erreichte über 50 Prozent der Stimmen. Am Sonntag wird der Bürgermeister nun zwischen den Kandidaten mit den meisten Stimmen gewählt. Das sind Peter Grimm (WFE - wir für euch) mit 49,7 Prozent und Volker Hertwig (CDU/UL/UWG) mit 21,6 Prozent.

Stichwahlen im Thüringer Westen

Im Landkreis Schmalkalden-Meiningen sind Stichwahlen in zwei Gemeinden nötig. In Utendorf und in Belrieth müssen die Wähler noch einmal abstimmen, weil kein Kandidat über 50 Prozent kam. In Utendorf treten am 9. Juni die parteilosen Kandidaten Jürg Braungart und Martin Thiel zur Stichwahl an. In Belrieth stehen Dieter Antler und Bernd Beinersdorf erneut zur Wahl.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

2 Kommentare

05.06.2019 21:58 Parteilos 2

@D.o.M
Zugegeben der MDR hätte die Überschrift reduziert auf "Stichwahl um Rathäuser" etwas neutraler gestalten können. Andererseits kann es für die Bewohner der entsprechenden Ort durchaus spannend sein, wer die Wahl gewinnt.
Im Übrigen existiert die DDR seit beinahe 30 Jahren nicht mehr (was auch die Nationale Front einschließt).
Ansonsten gilt: Artikel die einen nicht interessieren, einfach ignorieren!

05.06.2019 18:49 D.o.M. 1

Da es hier im Wesentlichen um eine Auswahl innerhalb der Kandidaten der Nationalen Front geht, wüsste ich nicht , wo die Spannung herkommen sollte.

Mehr aus Thüringen