Stillzimmer im Thüringer Landtag
Das Stillzimmer im Thüringer Landtag. Bildrechte: MDR/Katrin Fischer

Erst im September eingerichtet Thüringer Landtag: Stillzimmer droht das Aus

Erst im September war nach der sogenannten "Babygate-Affäre" im Thüringer Landtag ein Stillzimmer eingerichtet worden. Nun droht dem Stillzimmer das Aus.

Stillzimmer im Thüringer Landtag
Das Stillzimmer im Thüringer Landtag. Bildrechte: MDR/Katrin Fischer

Dem erst im September eingerichteten Stillzimmer im Thüringer Landtag droht das Aus. Der Ältestenrat werde entscheiden, ob es zum neuen Jahr wieder abgeschafft wird, sagte Pressesprecher Fried Dahmen MDR THÜRINGEN.

Das Stillzimmer war in Folge der sogenannten "Babygate-Affäre" für knapp 12.000 Euro eingerichtet worden. Das Mobilar könne auch in anderen Zimmern genutzt werden, so Dahmen. Das Stillzimmer sei nur als Pilotprojekt für drei Sitzungsrunden und damit für drei Monate angelegt gewesen. Der Landtag hat einen externen Babysitter-Dienst beauftragt. Er war bislang fünf Tage im Einsatz. Dadurch sind 1.660 Euro Personalkosten entstanden.

Die "Babygate-Affäre" im Thüringer Landtag

In der ersten Sitzung nach der Sommerpause, im August, war es zum Eklat gekommen, als die Grünen-Abgeordnete Madeleine Henfling ihren neugeborenen Sohn mit in den Plenarsaal nahm. Landtagspräsident Christian Carius schickte sie mit Verweis auf die Geschäftsordnung aus dem Saal. Später kündigte er aber an, dass die Geschäftsordnung so geändert werden könne, dass solche Situationen künftig nicht mehr entstehen. Außerdem hatten Henfling und die Thüringer Grünen-Fraktion einen Eilantrag beim Thüringer Verfassungsgericht eingereicht. Während der Sommerpause hatte nicht nur Henfling, sondern auch die Abgeordneten Kristin Floßmann und Wiebke Muhsal Kinder bekommen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten Mittel-Thüringen | 30. November 2018 | 11:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. November 2018, 12:11 Uhr

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28 Kommentare

01.12.2018 17:37 Die kurze Seite der Sonnenallee 28

Teil 2: Dass ein Babysitterdienst das Stillen übernimmt, ist mir auch neu. Da wird die bessere Bezahlung auch nicht ausreichen. Lustig finde ich auch, dass ausgerechnet der Ältestenrat nun entscheiden soll, wie es weiter geht. Der Name dieses Gremiums verrät doch schon, dass die betagten Herren vom Stillen eines Neugeborenen so weit weg sind wie der Mond von der Sonne. Na ja, wenn Thüringen keine anderen Probleme hat, ist ja alles gut.

01.12.2018 17:26 Die kurze Seite der Sonnenallee 27

@2 Pfingstrose: Nein, das war eine an den Haaren herbeigezogene Aktion von Menschen (vermutlich überwiegend Männern), die noch nicht verstanden haben, dass das Stillen eines Neugeborenen das Normalste der Welt ist. Ich halte es da eher mit @19 Petra Stein: Frau Henfling wollte gar kein Stillzimmer. Was nützt es einer Abgeordneten auch, wenn sie abgeschieden in einem Stillzimmer sitzt und während der Aussprachen und Abstimmungen dann auch nicht im Plenum anwesend ist. Dann kann sie gleich zu Hause bleiben. Die Einrichtung eines Stillzimmers war von Anfang an eine Farce und blinder Aktionismus, um diese unnötige Aktion des Landtagspräsidenten im Nachhinein etwas gerade zu rücken. Nebenbei kann man jetzt hier einer Abgeordneten der Grünen gleich einen reinwürgen. Ich glaube nicht, dass eine Abgeordnete der Linken derart ins Kreuzfeuer geraten wäre. Warum die Einrichtung des Stillzimmers 12.000 Euro verschlingt erschließt sich mir auch nicht. Dass es überflüssig ist, war vorher klar.

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