Tarifkonflikt Warnstreik mit Autokorso bei Müllabfuhr in Erfurt und Weimar

In Erfurt und Weimar werden zum Ende der Woche viele Mülltonnen nicht geleert. Grund ist ein Warnstreik im Öffentlichen Dienst: Die Beschäftigten der Müllabfuhr legten die Arbeit nieder und starteten unter anderem einen Autokorso. In Gotha waren bereits am Mittwoch Mitarbeiter der Stadtverwaltung im Ausstand.

Warnstreik bei der Müllabfuhr: In Erfurt und Weimar haben die Mitarbeiter der Entsorgungsbetriebe am Donnerstag ihre Arbeit niedergelegt. Sie streiken, nachdem die Gewerkschaft Verdi im Zusammenhang mit der Tarifauseinandersetzung im Öffentlichen Dienst dazu aufgerufen hatte. Auch für Freitag ist ein Ausstand geplant.

Hupender Protest in Erfurt

Die Beschäftigten der Erfurter Stadtwirtschaft und Thüringer Umwelt Service sowie des Kommunalservice Weimar streiken schon seit dem frühen Donnerstagmorgen. Gegen 6 Uhr sammelten sich etwa 150 Beschäftigte auf dem Betriebsgelände der Müllabfuhr in Weimar, wie eine Verdi-Sprecherin mitteilte. Sie machten unter anderem mit einem Autokorso auf ihre Forderungen aufmerksam: Mit rund 60 Fahrzeugen fuhren die Mitarbeiter aus Erfurt und Weimar hupend durch die Landeshauptstadt. Stationen waren die Deponie in Erfurt-Schwerborn und das Büro des kommunalen Arbeitgeberverbandes.

Teilnehmer eines Warnstreiks bei der Müllabfuhr in Erfurt und Weimar
Während des Warnstreiks am Donnerstag starteten die Mitarbeiter der Müllabfuhr in Erfurt und Weimar einen Autokorso. Bildrechte: MDR/Michael Hesse

In Weimar richtete der Kommunalservice einen Notdienst ein. Nach Angaben eines Stadtsprechers konnte am Donnerstag sichergestellt werden, dass die Rest- und Sperrmüllabfuhr planmäßig ablief. Auch die Papierkörbe in der Stadt wurden wie geplant geleert. Nicht geleistet werden konnten die Leerung der Bioabfall- und Papierbehälter sowie die Annahme von Reststoffen auf dem Wertstoffhof. Dort wurden zum Teil Abfälle einfach abgelegt.

Verdi-Aktionen in Gotha und Greiz

Bereits am Mittwoch hatten in Gotha 60 Angestellte des Öffentlichen Dienstes gestreikt. Laut Gewerkschaft Verdi waren unter ihnen Mitarbeiter der Stadtverwaltung, des Landratsamtes, der Unfallkasse Thüringen und der Bundeswehr. Laut Verdi versammelten sie sich vor dem Neuen Rathaus.

Auch in Greiz hatte es eine Aktion im Landratsamt des Ilm-Kreises gegeben, wo die Beschäftigten jedoch nicht zu einem Warnstreik aufgerufen waren. Vielmehr seien dort Gewerkschafter unter Beachtung der Corona-Schutzmaßnahmen im Haus unterwegs gewesen, um die Mitarbeiter über die Forderungen der Gewerkschaft in der laufenden Tarifrunde zu informieren.

eine überfüllte Gelbe Tonne
In Erfurt und Weimar könnten die gelben Tonnen für den Plastikmüll ein paar Tage länger voll bleiben. Bildrechte: imago/Sven Simon

Verdi und Beamtenbund fordern mindestens 150 Euro mehr

Verdi und der Beamtenbund dbb fordern für die bundesweit 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten von Kommunen und Bund 4,8 Prozent mehr Geld, mindestens aber 150 Euro, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Mitte September war die zweite Verhandlungsrunde ohne Ergebnis geblieben. Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 22. und 23. Oktober angesetzt.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 01. Oktober 2020 | 08:00 Uhr

2 Kommentare

Critica vor 4 Wochen

Es ist sicher gut, wenn es mehr Geld gibt, aber ob Streiks jetzt sein müssen, als hätten wir nichts anderes zu tun.
Im Radio war zu erfahren, dass der Streik darauf abzielt "wegen Mehrarbeit bei Corona" Gehaltserhöhungen zu erstreiten.
Den Pflegern gab man nur einen "Bonus", keine Gehaltserhöhung. Komisch. Oder?

Maria A. vor 4 Wochen

Ist das schon Galgenhumor, oder sind die Jungs immer so? Auf jeden Fall erzeugen sie so viel Sympathie, dass man denen einfach die Daumen drücken muss, dass ihre Aktion von Erfolg gekrönt sein sollte.

Mehr aus Thüringen