Klaus Kliem
Ex-Bauernverbandspräsident und Agrar-Investor Klaus Kliem. Bildrechte: IMAGO

Streit um Verdienstorden Thüringer Bauernverband stellt sich vor Ex-Verbandspräsident Kliem

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft fordert, dass dem Ex-Bauernverbandspräsidenten Klaus Kliem seine Verdienstorden aberkannt werden. Darauf reagiert der Bauernverband: Die Forderung sei anmaßend.

von Gerd Nettelroth

Klaus Kliem
Ex-Bauernverbandspräsident und Agrar-Investor Klaus Kliem. Bildrechte: IMAGO

Der Thüringer Bauernverband (TBV) und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) streiten um die Verdienstorden von Ex-Bauernverbandspräsident Klaus Kliem.

TBV-Präsident Klaus Wagner sagte am Donnerstag, die Forderung der AbL Mitteldeutschland zur Aberkennung des Thüringer Verdienstordens und des Bundesverdienstkreuzes sei eine unglaubliche Anmaßung. Wie könne sich ein Verein, der in Thüringen kaum 30 Mitglieder zähle, anmaßen, die Verdienste Kliems für den Freistaat in Frage zu stellen, nur weil ihm dessen unternehmerische Entscheidung nicht passt, schreibt der TBV in einer Pressemitteilung.

Als Gründungsmitglied und Präsident des TBV habe Kliem jahrzehntelang für die Interessen der Thüringer Landwirte gekämpft und für die Menschen im ländlichen Raum gestritten. Damit habe er sich bleibende Verdienste erworben, so Wagner weiter.

Verdienstkreuz am Bande für Verdienste um das Gemeinwohl

Die Abl Mitteldeutschland hatte am Mittwoch in einem Brief an Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) gefordert, Kliem den Thüringer Verdienstorden abzuerkennen. Zudem solle sich Ramelow dafür einsetzen, dass dem Ex-Bauernverbandspräsidenten das Bundesverdienstkreuz aberkannt wird. Zur Begründung hieß es, Kliem habe sich keinerlei Verdienste um das Gemeinwohl erworben.

Anlass der AbL-Forderung ist der Verkauf von 1.500 Hektar der Geithainer Landwirtschafts GmbH bei Leipzig an eine Stiftung des Discounters Aldi Nord. Die Anteile hielt bisher Kliems ADIB Agrar-, Dienstleistungs-, Industrie- und Baugesellschaft mbH mit Sitz in Bad Langensalza im Unstrut-Hainich-Kreis. Damit leiste Kliem dem Ausverkauf ostdeutschen Ackerlandes vorschub, so die AbL. Als weiteres Argument führt die AbL an, dass Kliem im April 2017 wegen gravierender Tierschutzmängel in seinem Mastbetrieb in Aschara verboten wurde, Schweine zu halten.

Wegen seiner Verdienste um das Gemeinwohl war Kliem im Jahr 2005 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen worden. 2012 folgte dann die Auszeichnung mit dem Thüringer Verdienstorden. Kliem ist zudem weiterhin Ehrenpräsident des Thüringer Bauernverbandes.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Das Fazit vom Tag | 14. Oktober 2019 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. November 2019, 19:49 Uhr

4 Kommentare

martin vor 2 Wochen

Werter Fürst,
normalerweise vertreten wir ja eher unterschiedliche Positionen - aber hier gebe ich Ihnen vollumfänglich recht!
Besten Dank für den Hinweis auf den Artikel im angeblichen "linksgrünen Wurstblatt".

Erfurter99 vor 2 Wochen

Man sieht das Foto des Herren und liest zu den Vorgängen. Man wertet und weiß, wie Leute genau zu dem werden, was deren eigene Partei einst vorgab zu bekämpfen.

Gut, dass so etwas offenbar mit Auszeichnungen versehen werden kann.

Fuerst Myschkin vor 2 Wochen

Normaler Weise lese ich keine linksgrünen Wurstblätter. Deswegen halte ich es eigentlich als Zumutung Spiegel Online zu konsumieren. Auf Empfehlung guter Freunde hatte ich meine Abneigung überwunden und wurde bei Spiegel Nr.33/97 fündig. Diesen Artikel kann man bequem über Google zum Dr. Klaus Kliem abrufen. Der Artikel beschreibt umfassend, woher Dr. Kliem stammt. Seine Vita vor und nach der Wende. Weiter wird beschrieben, mit welchen Machenschaften Kliem zu seinem Vermögen kam und wie die ehemaligen Miteigentümer betrogen wurden. Wenn hier von Verdiensten gesprochen wird, die Kliem angeblich erworben haben soll, dann ist das eine Verhöhnung der geprellten Bauern. Kliem, ein ehemaliger SED Kader, ist ein durch die Thüringer CDU geförderter Profiteur der Wende, der auf Kosten seiner Kommanditisten ein großes Vermögen zusammen raffte. Seine Verdienste sind kein Grund für staatliche Ehrungen sondern eher ein Fall für den Staatsanwalt.

Mehr aus Thüringen