Ticker Sturm "Sabine": Mit fast 100 km/h über Thüringen gefegt

Sturmtief "Sabine" hat Thüringen überquert. Das Schlimmste ist überstanden. Doch umgestürzte Bäume blockieren noch immer zahlreiche Straßen, viele Einsatzkräfte sind weiterhin unterwegs.

Zwei Einsatzkräfte beobachten eine Fichte, die auf einem Haus liegt
Eisfeld im Landkreis Hildburghausen. Bildrechte: MDR/NEWS5 / Ittig

20.50 Uhr | Wir schließen diesen Ticker für heute

Zum Abschluss noch die Höchstgeschwindigkeiten, die "Sabine" in Mitteldeutschland erreicht hat. Morgen sind wir wieder mit aktuellen Informationen aus Thüringen für Sie da.

20.30 Uhr | Orkan "Sabine" im MDR THÜRINGEN JOURNAL

Der Durchzug von “Sabine“ ging relativ glimpflich ab. Die Bahn fuhr nicht, Behinderungen auf den Straßen, Stromausfall - hierzulande war es nicht ganz so schlimm, wie befürchtet. Die Sachschäden werden noch gezählt. Und es gab Verletzte, vor allem wegen umgestürzter Bäume.

17.00 Uhr | Erleichterung bei ThüringenForst

Die Thüringer Wälder haben Orkan "Sabine" relativ glimpflich überstanden. Das hat nach Angaben der Landesforstanstalt ThüringenForst ein erster Überblick ergeben. Demnach richtete der aktuelle Sturm deutlich weniger Schäden an, als "Friedericke" 2018 oder "Kyrill" 2007. Und das, obwohl viele Bäume durch zwei Jahre Dürre und Trockenheit geschwächt seien, sagte ein Sprecher. Die trockenen Böden hätten zumindest tiefwurzelnden Bäumen eine gewisse mechanische Verankerung und damit Stabilität verliehen. Das genaue Ausmaß der Schäden werde aber erst in den nächsten Wochen und Monaten sichtbar.

16.45 Uhr | MDR erinnert an Orkan "Quimburga" von 1972

Ein harmloser Herbststurm war angekündigt. Doch dann fegte am 13. November 1972 Orkan Quimburga von Norden gen Osten. Mit ungewöhnlich starken Böen hinterließ er eine Schneise der Verwüstung in der DDR und tötete 16 Menschen.

15.45 Uhr | Schäden auch am Stausee Hohenfelden

Auch am Stausee Hohenfelden hat "Sabine" gewütet. Auf dem Bootssteg standen noch einige Holzhütten aus der Weihnachtszeit. Die wurden komplett zertrümmert und zum Teil ins Wasser geweht.

Zerstörte Hütten am Stasee Hohenfelden
Die Hütten standen seit Weihnachten auf dem Steg. Bildrechte: MDR/Bernd Rödger

14.02 Uhr | Feuerwehr in Heiligenstadt mehrfach gefordert

In Heiligenstadt rückte die Feuerwehr bis Montagmittag neunmal wegen Sturmschäden aus. So war zwischen Heiligenstadt und Kalteneber ein Baum auf die Straße gestürzt. Am Liesebühl und in der Dingelstädter Straße standen Teile der Fahrbahn aufgrund des starken Regens unter Wasser.

Feuerwehrmänner lassen Wasser in einer überfluteten Straße ablaufen.
Auch wegen überfluteter Straßen rückte die Feuerwehr aus. Bildrechte: MDR/Feuerwehr Heilbad Heiligenstadt

13.49 Uhr | "Sabine" hinterlässt keine großen Schäden

13:21 Uhr | Feuerwehr schraubt Dachziegel fest

In Eisfeld im Landkreis Hildburghausen hat "Sabine" Dachziegel hinabgeweht. Die Feuerwehr rückte an und fuhr die Leiter aus. Lockere Dachziegel wurden festgeschraubt, um weitere Sturmschäden zu verhindern.

Ein Feuerwehrwagen steht in einer Straße vor einem Haus.
In Eisfeld im Landkreis Hildburghausen hat "Sabine" Dachziegel hinabgeweht.  Bildrechte: MDR/News5/Ittig
Ein Feuerwehrwagen steht in einer Straße vor einem Haus.
In Eisfeld im Landkreis Hildburghausen hat "Sabine" Dachziegel hinabgeweht.  Bildrechte: MDR/News5/Ittig
Ein Feuerwehrmann steht auf einer Leiter und richtet Dachziegel nach Sturmschäden.
Die Feuerwehr rückte an und fuhr die Leiter aus. Bildrechte: MDR/News5/Ittig
Ein Feuerwehrauto mit ausgefahrener Leiter steht in einer Straße.
Lockere Dachziegel wurden festgeschraubt, um weitere Sturmschäden zu verhindern. Bildrechte: MDR/News5/Ittig
Ein Feuerwehrmann auf einer Leiter über einem Hausdach
Es handelte sich um ein neues Dach, manche Ziegel waren noch locker. Bildrechte: MDR/News5/Ittig
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Ein Feuerwehrwagen steht in einer Straße vor einem Haus.
Bildrechte: MDR/News5/Ittig

12:50 Uhr | Mann im Ilmkreis vom Dach geweht

Das Sturmtief "Sabine“ hat auch den Ilm-Kreis erfasst. Inzwischen wird es ruhiger. Doch noch immer kommt es in weiten Teilen der Region zu heftigen Sturmböen. Bisher gab es über 60 Einsätzen wegen der Sturmschäden. In Bechstedt-Wagd wurde am Sonntagabend ein Mann verletzt. Er hatte versucht, das Dach seines Hauses zu sichern und wurde vom Dach geweht. Die Feuerwehren rückten teils mehrfach aus, um umgestürzte Bäume zu beseitigen und lose Dachziegel oder Gebäudeteile zu sichern. In Wildenspring fiel am Montagmorgen gegen 5:00 Uhr der Strom aus. Dachziegel fielen in Arnstadt auch von der Bachkirche.

11:30 Uhr | Kirchplatz überspült, Dächer abgedeckt

Im Landkreis Gotha sind bis Montagmorgen fast 200 Feuerwehrleute wegen des Sturmtiefs "Sabine" im Einsatz gewesen. Wie das Landratsamt mitteilte, mussten sie hauptsächlich umgestürzte Bäume von den Straßen holen. Betroffen waren unter anderem Straßen zwischen Bad Tabarz und dem Inselsberg, zwischen Luisenthal und Ohrdruf oder in Finsterbergen. In Cumbach wurde der Kirchplatz überspült, in Tabarz Oberleitungen abgerissen, in Gotha Dächer abgedeckt. In Ballstädt musste zudem ein umgestürzter Strommast gesichert werden.

11:09 Uhr | 76 Einsätze im Wartburgkreis

In der Nacht zu Montag rückten auch im Wartburgkreis zahlreiche freiwillige Feuerwehren aus. Nach Auskunft der Zentralen Leitstelle des Wartburgkreises kam es bis in die frühen Morgenstunden zu 76 Einsätzen, "bei denen es keine Personenschäden oder größere Sachschäden gab'. Zumeist mussten umgestürzte Bäume oder herabgefallene Äste von Straßen geräumt werden. Mehrere Straßen wurden gesperrt.

10:33 Uhr | Bahn empfiehlt Verschiebungen geplanter Fahrten

Eine Anzeige an einem Gleis.
Die Deutsche Bahn informiert online über aktuelle Verkehrsmeldungen. Bildrechte: dpa

Im Regional- und Fernverkehr kommt es weiterhin zu erheblichen Beeinträchtigungen. "Wir empfehlen unseren Reisenden, für Montag und Dienstag geplante Fahrten im Fernverkehr auf einen anderen Tag zu verschieben", teilt die Deutsche Bahn mit. Derzeit stehen auf Strecken, die nicht mehr vom Sturm betroffen sind, "Erkundungsfahrten" an - um mögliche Schäden zu erkennen. "Es ist leider schon jetzt absehbar, dass die Störungen am Montag den ganzen Tag über andauern werden", heißt es weiter. Bereits gebuchte Fahrkarten können storniert oder bis eine Woche nach Störungsende flexibel genutzt werden, heißt es auf der Homepage der Bahn.

10:31 Uhr | Friedhöfe am Montag geschlossen

Aufgrund der Sturmwarnung bleiben die Friedhöfe der Landeshauptstadt Erfurt am Montag geschlossen. Dies teilte die Stadtverwaltung mit. Die für den heutigen Tag geplanten Trauerfeiern und Beisetzungen wurden abgesagt.

10:01 Uhr | "Sabine" fegt mit 171 km/h über den Brocken

Orkantief "Sabine" hat es auf dem Brocken im Harz in Böen auf Geschwindigkeiten von bis zu 171 Kilometer je Stunde gebracht. Der Wert wurde am Montagmorgen um 4 Uhr auf dem höchsten Gipfel von Sachsen-Anhalt gemessen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mitteilte. Bei Stürmen wie "Sabine" werden meist auf den Bergen die Spitzengeschwindigkeiten gemessen. Spitzenreiter insgesamt war der Feldberg im Schwarzwald. Dort wurden am Montagmorgen 177 Stundenkilometer registriert worden.

09:58 Uhr | Gefahr vor herabfallenden Ästen

Aufgrund der Gefahr durch herabfallende Äste bleiben manche Garten- und Parkanlagen in Thüringen heute geschlossen, so auch der Park der Dornburger Schlösser. Dies teilte die Schlossverwaltung Dornburg mit.

09:40 Uhr | "Sabine" schneidet 770 Haushalte vom Stromnetz ab

Wegen des Sturmtiefs "Sabine" sind derzeit etwa 770 Haushalte in Thüringen ohne Strom. Wie Michael Osburg von der Thüringer Enrergienetze (TEN) MDR THÜRINGEN sagte, gibt es schwerpunktmäßig noch Probleme in der Region Hainich bis Süd-Eichsfeld und im Thüringer Wald. Vereinzelt gebe es auch Stromausfälle im Raum Sömmerda und im Bereich Wolkramshausen. Laut Osburg arbeiten die Netzmonteure der TEN mit Hochdruck daran, die Störungen zu beheben. Man gehe davon aus, dass im Laufe des Tages wieder alle Haushalte am Stromnetz sind.

08:40 Uhr | Unwetterwarnung aufgehoben - Orkanböen im Bergland erwartet

Der Deutsche Wetterdienst hat die Unwetterwarnung vor orkanartigen Böen für ganz Thüringen aufgehoben. Der Wind kann im Tagesverlauf aber erneut stärker werden; in Regionen über 600 Meter ist weiterhin mit Orkanböen bis 120 km/h zu rechnen.

Legende

Keine Warnungen Vorabinformation Unwetter Wetterwarnungen (Stufe 1) Warnungen vor markantem Wetter (Stufe 2) Unwetterwarnungen (Stufe 3) Warnungen vor extremem Unwetter (Stufe 4) Warnung vor Hitze Warnung vor extremer Hitze UV-Warnung

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) informiert laufend über die Warnsituation in Deutschland. Regionale Warnungen werden sehr kurzfristig herausgegeben, um möglichst genau sein zu können. Wenn Sie einen Punkt auf der Karte auswählen, werden Ihnen die entsprechenden Warnungen angezeigt.

08:31 Uhr | Schlechte Nachrichten für Schüler zum Ferienstart

Das Sturmtief wirkt sich auch auf das Winterferienprogramm in Thüringen aus. Geplante Ausflüge in den Thüringer Zoopark in Erfurt oder in den Egapark müssen am Montag ausfallen. Wie die Erfurter Stadtwerke mitteilten, bleibt der Egapark aus Sicherheitsgründen geschlossen. Auch der Zoo öffnet aufgrund der aktuellen Wetterlage heute nicht.

08:15 Uhr | Meteorologe: Kaltfront zieht Richtung Osten

"Sabine" soll noch stundenlang weiter stürmen: Die stärksten Böen und teils auch Starkregen erwarten die Meteorologen jetzt für den Süden Deutschlands. Für die komplette Südhälfte Deutschlands gilt laut Deutschem Wetterdienst die zweithöchste Unwetterwarnstufe, für einige Regionen in Baden-Württemberg und Bayern sogar die höchste - dort sei weiterhin "extremes Unwetter" zu erwarten. "Die Kaltfront zieht sich aktuell vom Saarland über Südhessen nach Thüringen und Berlin", sagte ein Meteorologe am Montagmorgen.

08:04 Uhr | Autofahrer stößt gegen umgestürzten Baum

Beim Zusammenstoß mit einem Baum ist am Sonntagabend ein Autofahrer im Landkreis Gotha verletzt worden. Nach Polizeiangaben war der Baum zwischen Ohrdruf und Luisenthal auf Höhe Tobiashammer auf die Straße gestürzt. Der Autofahrer konnte dem Baum nicht ausweichen und kollidierte mit ihm. Durch den Aufprall wurde der Airbag im Auto ausgelöst, wodurch der 77-jährige Fahrer verletzt wurde. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Nach dem Unfall zersägte die Feuerwehr den Baum und räumte ihn von der Straße.
Der Autofahrer wurde verletzt ins Krankenhaus gebracht. Bildrechte: MDR/News5 Schuchardt

07:45 Uhr | Golfkletterpark in Oberhof bleibt zu

Der Golfkletterpark in Oberhof im Kreis Schmalkalden-Meiningen bleibt am Montag geschlossen. Wie ein Sprecher sagte, ist Klettern bei der stürmischen Wetterlage viel zu gefährlich. Ob die Touristenattraktion am Dienstag wieder öffnet, ist noch unklar. Der Kletterpark ist im September 2019 eingeweiht worden. Gäste überwinden Hindernisse in bis zu 15 Metern Höhe.

07:29 Uhr | Mitarbeiter des Arbeitsministeriums dürfen zu Hause bleiben

Per Mail und in sozialen Medien hat das Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie seine Mitarbeiter über Folgen des Sturmtiefs informiert. So heißt es: "Aufgrund der extremen Unwetterlage durch den Sturm 'Sabine' ist es Ihnen morgen (Montag) freigestellt, ob Sie zum Dienst erscheinen. (...) Es wird gebeten, eine Rückkoppelung mit den Vorgesetzten vorzunehmen, um ggf. von zu Hause aus die Arbeitsfähigkeit sicherzustellen."

07:11 Uhr | Deutscher Wetterdienst: Orkanböen am Montag

Der Deutsche Wetterdienst warnt am frühen Montagvormittag vor Orkanböen mit bis zu 130 Kilometern pro Stunde.

07:07 Uhr | Sturm verschont Ostthüringen

"Sabine" hat Ostthüringen offenbar weitgehend verschont. Das hat eine Umfrage unter den Ostthüringer Polizei-Dienststellen ergeben. Bis auf einige umgestürzte Bäume und ein paar wenige kleinere Straßen, die gesperrt werden mussten, gab es nach ersten Erkenntnissen am Montagmorgen keine größeren Schäden.

06:50 Uhr | Umgestürzte Bäume blockieren Straßen in Thüringen

Landesweit blockieren umgestürzte Bäume zahlreiche Straßen. Die A71 ist wegen des Sturms zwischen Ilmenau und Gräfenroda gesperrt. Auch etliche Bundesstraßen können wegen Sturmschäden nicht befahren werden.

06:34 Uhr | Die ersten Züge rollen wieder - im Nahverkehr

Sturm "Sabine" hat Thüringen auch am Montagvormittag im Griff. Die Deutsche Bahn lässt ihre Fernzüge seit Sonntagbend in größeren Bahnhöfen wie Erfurt stehen. Frühestens Montag um 10 Uhr sollen sie wieder rollen. Auch die meisten regionalen Bahn-Betreiber hatten den Verkehr eingestellt, etwa zwischen Erfurt und Ilmenau, Saalfeld und Gera und Eisenach und Meiningen.

Ab 7 Uhr sollen einige Regionalzüge wieder rollen. Zunächst müssen die Strecken auf Schäden überprüft werden. Auf den Strecken der Vogtlandbahn Richtung Sachsen und Bayern sollen nach aktuellem Stand am Montag gar keine Züge fahren.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 10. Februar 2020 | 14:00 Uhr

1 Kommentar

Elsburg vor 42 Wochen

Im digitalen Zeitalter +totaler digitaler Streckenerfassung weiß DB [als fast ausschließlicher Streckeneigner] auf ihren Strecken genau, wo Masten oder Bäume auf fremden Egtm oder auf Bahntrassenrand stehend so hoch neben den Streckenabschnitten stehen, daß sie bei Windwurf mit Wurzelteller den Gleisraum versperren +schadlose Durchfahrt ggf unmöglich machen!

Damit wär kurz+schnellstens zur bekannten genauen Himmelsrich-tung bzgl Streckenverlauf nur noch die WindrichtungsSpanne aus 360°+mögliche Windgeschwindigkeiten einzupflegen in Simulierungspro-gramm +durchrechnend anzeigen, wo genau solche Sperren überhaupt möglich sind ... nicht alle Strecken führen durch/entlang solcher Gefahrenzonen. Damit könnte manche Regionalstrecke unbedenklich im planmäßigen Streckengebrauch betrieben werden! Außerdem gibt's Vielzahl gut ausgestatterter lokaler Holz-ernte-U'er, die rasch liegende Stämme wegziehend Strecken räumen;
ein nennenswertes Kollisionsrisiko zu Oberleitungen gäb's nur zu Fällungen!

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