Wetter Aufräumen in Thüringen nach Sturm-Wochenende

Die Tiefs "Dragi" und "Eberhard" sind abgezogen, jetzt laufen die Aufräumarbeiten: In Thüringen werden die Schäden des stürmischen Wochenendes beseitigt. Am härtesten getroffen wurde eine Berufsschule in Rudolstadt.

Wetter Sturm "Dragi" weht Berufsschule in Rudolstadt das Dach weg

Der Schaden ist vermutlich sechsstellig: Sturmtief "Dragi" hat das Dach eines Berufsschulgebäudes in Rudolstadt abgedeckt. Regenwasser drang in Klassenräume ein. Die Reparatur dauert voraussichtlich mehrere Wochen.

Vom Sturmtief "Dragi" beschädigtes Dach der Berufsschule in Rudolstadt.
Dachpappe und Dämmplatten vom Dach liegen neben dem Berufsschulgebäude in Rudolstadt am Boden. Sturmtief "Dragi" hatte das Dach am Samstagabend abgedeckt. Bildrechte: MDR/Alexander Reißland
Vom Sturmtief "Dragi" beschädigtes Dach der Berufsschule in Rudolstadt.
Dachpappe und Dämmplatten vom Dach liegen neben dem Berufsschulgebäude in Rudolstadt am Boden. Sturmtief "Dragi" hatte das Dach am Samstagabend abgedeckt. Bildrechte: MDR/Alexander Reißland
Vom Sturmtief "Dragi" beschädigtes Dach der Berufsschule in Rudolstadt.
An der Fassade beschädigte der Sturm zudem Sonnenschutzlamellen. Bildrechte: MDR/Alexander Reißland
Vom Sturmtief "Dragi" beschädigtes Dach der Berufsschule in Rudolstadt.
Aufräumarbeiten am Montag. Bildrechte: MDR/Alexander Reißland
Vom Sturmtief "Dragi" beschädigtes Dach der Berufsschule in Rudolstadt.
Auf dem Dach: Die Dämmplatten waren festgeklebt, darauf die Dachpappe befestigt. Andere Gebäudeteile der Berufsschule - eines davon rechts hinten zu sehen - blieben unbeschädigt. Bildrechte: MDR/Alexander Reißland
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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 11. März 2019 | 19:00 Uhr

Nach dem Sturm-Wochenende kann in einer Berufsschule in Rudolstadt ein Gebäudeteil voraussichtlich bis Ostern nicht mehr genutzt werden. Wie das Landratsamt am Montag mitteilte, hatte Sturmtief "Dragi" am Samstagabend das Dach heruntergerissen. Das Gebäude hat ein Flachdach, das mit Styroporplatten gedämmt und Dachpappe verschlossen ist. Wegen des fehlenden Schutzes konnte Wasser in das Gebäude eindringen und in Klassenräume laufen. 17 Räume und vier Computerkabinette wurden dabei beschädigt. Auch die Fassadendämmung soll durchnässt sein.

Der Schaden beläuft sich laut Landratsamt auf mehrere 100.000 Euro. Für 166 Schüler der 11. und 12. Klassen fiel der Unterricht am Montag aus. Die Schüler der 13. Klasse wurden wegen der bevorstehenden Prüfungen in einem nicht betroffenen Teil des Schulkomplexes unterrichtet. Ein Teil der Berufsschüler wird ab nächster Woche in einer Schule in Unterwellenborn unterrichtet.

Stromversorgung weitgehend wiederhergestellt

"Dragi" war am Sonnabend über Thüringen hinweggefegt, am Sonntag folgte "Eberhard". Die Folgen der beiden Stürme waren am Montagmittag weitgehend beseitigt. Thüringens wichtigster regionaler Stromnetzbetreiber Thüringer Energienetze (TEN) hatte am Montagmittag die Versorgung fast überall wiederhergestellt. Am Morgen waren landesweit noch 19 Störungen zu beseitigen. TEN-Sprecher Martin Schreiber sagte, meist hätten umstürzende Bäume Leitungen des überirdischen Mittelspannungsnetzes gekappt. Techniker des Unternehmens und von Partnerfirmen seien seit Sonntag im Einsatz. Die Hauptleitungen für das 110-Kilovolt-Hochspannungsnetz seien unversehrt geblieben.

Zoo Erfurt und Tierpark Gera gesperrt

Weil Sturmschäden beseitigt werden müssen, blieben am Montag der Zoo in Erfurt und der Tierpark in Gera geschlossen. Die Erfurter Zooparkverwaltung erklärte, es müssten abgerissene Äste von den Wegen geräumt und Gehege gesäubert werden. Am Dienstag solle der Zoo wieder öffnen.

In Gera beschädigten umstürzende Bäume das Damwildgehege, die Waschbärenanlage und das Yak-Haus. Tierparkleiter Ulrich Fischer sagte, auch bei Elchen und Rotwild seien Teile des Außengeheges zerstört worden. Menschen oder Tiere wurden nicht verletzt, die Waschbären mussten jedoch vorläufig umziehen. Erst am Mittwoch soll der Tierpark wieder öffnen.

Ort in Südthüringen wieder auf der Straße erreichbar

Auch blockierte Straßen waren am Montagmittag fast überall wieder passierbar. In Südthüringen war bereits am Morgen die einzige Zufahrtsstraße in den Ort Mönchsberg im Kreis Sonneberg freigeräumt worden. Nach Angaben des Landratsamtes waren am Sonntagabend rund ein Dutzend Bäume auf die Straße gefallen. Die Feuerwehr hatte nach Angaben der Polizei bereits in der Nacht versucht, die Straße freizuräumen, diesen Einsatz aber aus Sicherheitsgründen abgebrochen. Laut Polizei konnten wegen der blockierten Straße am Sonntag zwölf Einwohner von Mönchsberg nicht nach Hause gelangen. Sie seien vom Deutschen Roten Kreuz und der Feuerwehr versorgt und untergebracht worden.

Behinderungen wegen einsetzender Schneefälle

Für Behinderungen sorgen in Thüringen zudem Schneefälle, die am Montagmorgen vor allem in höher gelegenen Landesteilen eingesetzt haben. Auf der A71 bei Ilmenau und der A73 bei Eisfeld kam es zu Staus. Auch auf den Straßen zwischen Luisenthal und Oberhof und Schwarza und Benshausen ging es nur langsam voran. Auch rund um Neuhaus am Rennweg sorgte der Neuschnee für rutschige Straßen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 11. März 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. März 2019, 20:57 Uhr

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3 Kommentare

11.03.2019 18:43 Mathias 3

Wer billig saniert, saniert 2 mal. Normalerweise werden Flachdächer mit Kies beschwert oder wenn das zu viel Gewicht ist, dann gehört eine vernünftige Blechabdeckung drauf. War ja neulich schon mal so ein Pappdach runtergekommen.

11.03.2019 18:14 Baupfusch 2

Hier wurden ja sehr gute Bauarbeiten durch unfachmännische Baubüros abgehalten, für kostspielige Fördergelder vom Land auf Kosten der Allgemeinheit. Wahrscheinlich habe Diejenigen ihren Fachabschluss bei der HO oder im Konsum gemacht. Das Haus meiner Großeltern steht schon seit 1902 in extremer Landschaftslage und hier erfolgt vorab noch keine große Reparatur. Hier müssen ganz einfach die Absahner von solchen Baustellen zur Verantwortung gezogen werden und nicht immer der Steuerzahler. Siehe , H2Oberhof Therme und Masserberg Reha-Bad , wobei bereits 200. 000 Millionen Euro nach Oberhof und weitere 15 Millionen Euro nach Masserberg geflossen sind. Bei uns in der Landgemeinde steht keine ordentliche Buswartehalle zur Verfügung für die Unterstellung von Kindern die zur Schule mit dem Bus fahren müssen. Das ist mir vielleicht ein Wirtschaftswunder seit 1989.

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