Kampf gegen das Virus Südthüringen bleibt Corona-Hotspot

Der Landkreis Sonneberg gilt deutschlandweit als Corona-Hotspot. Eine Häufung von Fällen gibt es aber auch im Landkreis Hildburghausen und auch in Suhl macht eine Grundschule Schlagzeilen. Dort haben sich zwei Schüler infiziert. Die Kinder der entsprechenden Hortgruppe sind in Quarantäne.

Einigen Eltern ist die Sache zu heiß. Sie haben ihre Kinder von der betroffenen Suhler Grundschule abgemeldet. Der Schulamtsleiter Michael Kaufmann hat dafür durchaus Verständnis. Alle Kinder aus der Hortgruppe und ihre Kontaktpersonen sind in Quarantäne.

Wie der Suhler Oberbürgermeister sagte, sind bei den Tests von 17 Schülern, zwei Erzieherinnen und einer Lehrerin keine weiteren positiven Fälle entdeckt worden. Weitere Abstriche sind erst einmal nicht geplant, informierte der Suhler Oberbürgermeister André Knapp.

Amtsärztin fordert vorbeugende Tests

Von Entwarnung mag die Suhler Amtsärztin Marion Peterka jedoch nicht sprechen. "Je mehr Schulen und Kindergärten öffnen und wieder in ihren normalen Betrieb übergehen, desto mehr müssen wir mit Ausbrüchen der Infektion rechnen", sagt sie. Sie ist dafür, viel mehr zu testen. Nur so könne das Virus eingedämmt und Infektionsketten durchbrochen werden.

Sonneberg ist der Corona-Brennpunkt

Eine Strategie, die der Landkreis Sonneberg längst schon fährt. Auch wenn der Kreis am Dienstag keine einzige Neuinfektion zu vermelden hat, gilt er als ein Brennpunkt in der Coronapandemie. Allein über das lange Pfingstwochenende kamen neun Infektionsfälle hinzu. 253 Personen haben sich damit im Landkreis seit Beginn der Pandemie infiziert. Insgesamt 17 Menschen starben bereits in Zusammenhang mit dem Virus.

Alle Mitarbeiter und Bewohner eines Seniorenheimes in Ernstthal bei Neuhaus am Rennweg werden deshalb nun ein zweites Mal auf das Coronavirus getestet. Dort hatten sich 15 Senioren und ein Mitarbeiter infiziert. Getestet werden auch alle Kinder einer kleinen Tagesstätte im westlichen Landkreis. Dort und bei einem privaten Pflegedienst hatte sich je ein Mitarbeiter infiziert.

Tägliches Telefonat mit Erfurt

Mindestens einmal am Tag telefoniert der Sonneberger Krisenstab mit dem Gesundheitsministerium in Erfurt. Besuche in Seniorenheimen sowie Krankenhäusern sind im Landkreis tabu. "Sollte sich die Lage noch drastisch verschlimmern, werden wir schnell reagieren", sagt Kreissprecher Michael Volk. Vorerst aber sollen wie im anderen Land auch Freibäder und Gaststätten öffnen dürfen.

Entspannte Lage in Hildburghausen

Vergleichsweise entspannt ist die Lage im Landkreis Hildburghausen. Dort hatte es im Krankenhaus der Kreisstadt einen Virusausbruch gegeben. Insgesamt sieben von über 400 Mitarbeitern wurden positiv getestet. Nach dem Massentest in der vergangenen Woche ist kein weiterer Fall dazugekommen. "Da ist uns schon ein Stein vom Herzen gefallen", sagt Vizelandrat Dirk Lindner (CDU). Aber die Lage im Nachbarkreis Sonneberg zeige, dass man sich nicht einfach zurücklehnen kann. "Gerade wenn es um Lockerungen geht, müssen wir wirklich auf Sicht fahren und notfalls täglich neu entscheiden", so Lindner. Im Kreis Hildburghausen wurden mit Stand Dienstag 46 Coronainfektionen nachgewiesen. 30 Patienten haben die Erkrankung überstanden, ein Mensch starb in Zusammenhang mit dem Virus.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 02. Juni 2020 | 15:00 Uhr

4 Kommentare

Grosser Klaus vor 16 Wochen

Es wäre sehr hilfreich, wenn die einzelnen Bundesländer zeitnah einen umfassenden Lagebericht zu den Ereignissen, Entscheidungen und Fakten der letzten Monate veröffentlichten würde. Also nicht nur Zahlen und Verordnungen, sondern mal eine gründliche Aufarbeitung, was, wann zu welchen Entscheidungen geführt hat. Etwas wo man auch nachvollziehen kann, warum es ist wie es ist. Ähnlich wie das RKI ja auch regelmäßig einen recht ausführlichen Situationsbericht herausgibt.

Solferino vor 16 Wochen

Sorry lieber Hans, da muss ich dir leider wiedersprechen. In Japan, Südkorea und China wurden "Genesene" (waren nachweislich negativ) nach 2 Monaten wieder "positiv" getestet. Auch solltest du dir die Doku: "wie das Virus angreift - Überlebende berichten" (YouTube) ansehen. Dort wird eindeutig gesagt, dass selbst nach überstandenem Fieber, die Menschen/ Genesenen unter Spätfolgen bzw Nachwirkungen leiden. Ein Covid19- Coronavirus kann so wie ein Schnupfencoronavirus oder ein Grippevoronavirus immer wieder ausbrechen. Ich für meinen Teil, denke, dass das Virus schon länger, als Grippe getarnt unter uns weilt. (Siehe die vielen Grippetote letztes Jahr oder Grippewelle in Schweden).

Hans vor 16 Wochen

Nein, nicht verwirrend, ganz einfach: Infizierte haben das Virus, werden krank, können positiv getestet werden, sind infektiös (ansteckend). Nach ca. 2 Wochen ist das Virus im normalen Verlauf "besiegt" und nicht mehr aktiv, sie sind nicht mehr krank sondern genesen. Also Summe Infizierte = kranke + genesene + verstorbene.
Übrigens stimmt "mehr Tests mehr Infizierte" nicht (mehr).

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