Schwierige Planungen in Masserberg Altes Badehaus vor dem Umbau: Architekten dringend gesucht

Seit vier Jahren ist das Badehaus in Masserberg (Kreis Hildburghausen) geschlossen. Es soll zu einer Wald-Wellness-Oase umgebaut werden - für mehr als zehn Millionen Euro. Doch die Planungen sind kompliziert.

von Bettina Ehrlich

Der Eingang zum Badehaus.
Schon lange ist hier kein Gast mehr in das Badehaus in Masserberg gegangen. Das soll sich ändern. Bildrechte: MDR/Bettina Ehrlich

Wer im Netz nach dem Badehaus in Masserberg sucht, bekommt derzeit noch die Auskunft: "Bis auf unbestimmte Zeit geschlossen:" Seit Januar 2016 ist das Wellness-Bad mit seinem markanten Zelt-Dach dicht. Die Gemeinde musste wegen der enorm hohen Betriebskosten einen harten Schnitt machen. Die besten Zeiten hatte das Bad zu jenem Zeitpunkt bereits hinter sich. Duschen, Saunen und die Fliesen in den Becken hätten längst erneuert werden müssen. Auch dem noch so wohlwollenden Gast ist der Verschleiß zuletzt immer deutlicher aufgefallen. Wie der Schimmel in den Duschen oder die heruntergekommenen Toiletten. Auch wenn die Mitarbeiter jeden Tag ihr Bestes gegeben haben.

Badehaus als Wellness-Angebot in Masserberg gebraucht

Aber Masserberg ohne das Badehaus ist wie ein Winter am Rennsteig ohne Schnee. "Für einen ordentlichen Tourismus brauchen wir das Badehaus und deshalb setzen wir alles daran, dass es bald wieder öffnet", sagt Bürgermeister Denis Wagner (CDU). Als Betreiber des Skiliftes im nahegelegenen Heubach weiß er genau, wie gern Skifahrer nach ihren Touren den Tag in der Sauna ausklingen lassen. Aber auch in den anderen Jahreszeiten fehlt ein Wellness-Angebot für die Gäste.

Millioneninvestition gegen den Verschleiß im Badehaus in Masserberg

Das Badehaus von außen.
Seit Januar 2016 ist das Wellness-Bad mit seinem markanten Zelt-Dach dicht. Bildrechte: MDR/Bettina Ehrlich
Das Badehaus von außen.
Seit Januar 2016 ist das Wellness-Bad mit seinem markanten Zelt-Dach dicht. Bildrechte: MDR/Bettina Ehrlich
Ein Verkehrsschild mit der Aufschrift "Zum Badehaus".
Die Gemeinde musste wegen der enorm hohen Betriebskosten einen harten Schnitt machen. Bildrechte: MDR/Bettina Ehrlich
Ein leeres Wasserbecken im Badehaus.
Die besten Zeiten hatte das Bad zu jenem Zeitpunkt bereits hinter sich.  Bildrechte: MDR/Bettina Ehrlich
Eine beschädigte Säule im Badehaus.
Auch den noch so wohlwollenden Gästen war der Verschleiß immer deutlicher aufgefallen. Bildrechte: MDR/Bettina Ehrlich
Bürgermeister Denis Wagner verschafft sich einen Eindruck.
"Für einen ordentlichen Tourismus brauchen wir das Badehaus", sagt Bürgermeister Denis Wagner (CDU). Bildrechte: MDR/Bettina Ehrlich
Ein leeres Wasserbecken im Badehaus.
Das Badehaus soll deshalb für mehr als zehn Millionen Euro zu einer Wald-Wellness-Oase um- und ausgebaut werden.  Bildrechte: MDR/Bettina Ehrlich
Der Eingang zum Badehaus.
Den größten Teil davon fördert das Land Thüringen. Bildrechte: MDR/Bettina Ehrlich
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Das Badehaus soll deshalb für mehr als zehn Millionen Euro zu einer Wald-Wellness-Oase um- und ausgebaut werden. Den größten Teil davon fördert das Land Thüringen. Allerdings ist bisher - zumindest für den Außenstehenden - noch nicht viel passiert. Ein Bauarbeiter ist in dem verwaisten Bad jedenfalls noch nicht gesichtet worden. "Kann ja auch nicht", sagt Wagner. "Wir stecken nämlich mitten in den Planungen und die sind komplizierter als befürchtet", gibt er zu.

Bauleistungen von mehr als zehn Millionen Euro

Erst einmal müssten sämtliche Planungsleistungen europaweit ausgeschrieben werden. "Da darf nichts schiefgehen und eigentlich bräuchten wir hier in der Gemeindeverwaltung einen Anwalt, der sich den ganzen Tag nur mit diesen Dingen beschäftigt", so Wagner. Aber den hat die Gemeinde nun mal nicht. Also kümmern sich die Hauptamtsleiterin Melanie Koch, der ehrenamtliche Bürgermeister Wagner und Andreas Jäger von der Landesentwicklungsgesellschaft LEG um die komplizierten Ausschreibungen.

Öffnet die Wald-Wellness in Masserberg 2022?

Aber damit noch nicht genug. "Masserberg kämpft gerade mit den gleichen Problemen wie jeder von uns, der gerade einen Handwerker oder Architekten sucht", sagt Regionalentwickler Andreas Jäger. Bei dem Bauboom gerade sei der Markt wie leergefegt. Gerade mal drei Planungsbüros haben sich gemeldet und die konnten keine ausreichenden Referenzen nachweisen. Immerhin gehe es um Bauleistungen von mehr als zehn Millionen Euro. "Wir wollen hier auch kein Risiko eingehen", so Jäger. Deshalb hat Masserberg eine zweite Ausschreibungsrunde gestartet. Bis zum Frühjahr soll nun ein geeigneter Planer gefunden werden. "Und wenn der dann seinen Entwurf fertig hat, kann auch schnell mit dem Umbau begonnen werden", zeigt sich Denis Wagner optimistisch. 2022 könnte die Wald-Wellness endlich öffnen.

Bis dahin soll übrigens auch die Reha-Klinik im gleichen Gebäude für rund sechs Millionen Euro saniert sein. Hier arbeitet ein Architekturbüro bereits an seinem Entwurf. "Eine Herausforderung dabei wird noch mal die gemeinsame Haustechnik", so Wagner. Vielleicht werde dafür eine Arbeitsgemeinschaft aus mehreren Planern gebildet. Auf Schnellschüsse will sich Masserberg jedenfalls nicht einlassen. "Lieber bei den Planungen ein, zwei Mal mehr überlegt, damit wir dann in zwei Jahren den Masserberger Gästen etwas richtig Tolles anbieten können", so das Credo des Bürgermeisters."

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 03. Januar 2020 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Januar 2020, 08:18 Uhr

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