Schwieriger Einsatz Bundeswehr sprengt abgestorbene Buchen bei Schönbrunn

Die Bundeswehr hat bei Schönbrunn im Landkreis Hildburghausen 25 abgestorbene Buchen gesprengt. Der Einsatz dauerte drei Stunden länger als geplant. Laut Sprengmeister Holger Fuchs waren die Stämme innen teilweise hohl. Dadurch sei die Sprengladung verpufft und die Bäume fielen nicht um. Fuchs musste die Bäume mit Bauschaum verdichten und teilweise auch mehr Sprengstoff verwenden. Erst gegen 17 Uhr konnte Entwarnung gegeben werden.

Erstmals Bundeswehr zur Hilfe gerufen

Weißer Rauch über Bäumen
Das Fällen der Bäume durch Sprengsätze gestaltete sich schwieriger als gedacht. Bildrechte: MDR THÜRINGEN

Im Thüringer Wald wurden erstmals Experten der Bundeswehr zu Hilfe gerufen, um mehrere tote Bäume zu sprengen. Die Bäume mussten weg, da bis zu 200 Kilogramm schwere Äste oder Baumkronen herabzufallen drohten. Der Einsatz wurde durch das Panzerpionierbataillon 701 in Gera durchgeführt. Soldaten sprengen Bäume normalerweise, um Panzersperren zu errichten. Später wird eine Spezialfirma anrücken, um auch die übrigen gefährlichen Bäume zu fällen.

Buchensterben wegen anhaltender Dürre

Abgestorbene Buchen an Straße müssen gesprengt werden
Für Waldarbeiter wäre das Fällen der gefährlichen Buchen zu riskant, daher sind Sprengungen nötig. Bildrechte: MDR/NEWS5/Steffen Ittig

Nach Angaben von ThüringenForst war an der betroffenen Stelle vor etwa einer Woche bereits ein Baum auf die Straße gestürzt. Um die Gefahr zu bannen, war der außergewöhnliche Einsatz notwendig. Für Waldarbeiter wären die Arbeiten auf dem steilen Gelände zu gefährlich. Wegen der extremen Dürre seit zwei Jahren erlebe Thüringen ein noch nie dagewesenes Buchensterben.

Quelle: MDR THÜRINGEN/uka/nis

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 08. September 2019 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. September 2019, 17:53 Uhr

11 Kommentare

martin vor 5 Wochen

Bei der Bw gibt es keine "Meisterausbildung" wie bei den Handwerkskammern. Es werden Lehrgänge besucht und Prüfungen abgelegt. Im zivilen Bereich ist es ähnlich - allerdings benötigt man vorher Praxiserfahrungen als Sprenghelfer.

martin vor 5 Wochen

Die Hanglage ist nicht das Problem, sondern dass den Waldarbeitern beim Ansetzen von Säge und Keil mal kurzerhand 200 kg Holz aus der Krone auf den Kopf fallen können - da hilft der Helm dann auch nicht mehr wirklich viel.

Und wenn Fällen per Säge keine Option ist, die Bäume aber trotzdem gefällt werden müssen, dann ist die Sprengung halt eine Option.

placebo vor 5 Wochen

Klar, dass man die Hänge nicht mit der Säge hochkraxelt, um dort Bäume zu fällen ... Aber solche Sprengungen sollen nun unterstützend wirken? Wenn man allein den Zeitaufwand zum Absperren berechnet und dann die Anzahl der Bäume, kommt man ins Grübeln. Aktionismus? Was sagt das Ausland dazu?

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