Corona-Pandemie Kitas und Schulen im Landkreis Hildburghausen ab Mittwoch dicht

Aufgrund steigender Corona-Infektionszahlen im Landkreis Hildburghausen werden ab Mittwoch alle Schulen und Kitas geschlossen. 11.000 Schnelltests für alle Kinder und Jugendlichen sowie die Pädagogen im Landkreis sind bestellt. Zudem sollen deutlich verschärfte Kontaktbeschränkungen gelten.

Angesichts der weiter steigenden Corona-Fallzahlen im Landkreis Hildburghausen haben sich die Thüringer Landesregierung und Landrat Thomas Müller am Montag auf eine deutliche Verschärfung der Eindämmungsmaßnahmen in der Region verständigt.

Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) sagte MDR THÜRINGEN, die Situation sei besorgniserregend. Zunächst sollen laut Werner im Landkreis alle Schulen und Kitas für fünf Tage geschlossen werden. Dann solle mit Corona-Schnelltests das Infektionsgeschehen neu beurteilt werden.

Schulen und Kitas keine Treiber des Infektionsgeschehens

Erhöhte Infektionszahlen habe es bisher nur bei Jugendlichen ab einem Alter von 15/16 Jahren gegeben. Schulen und Kindergärten seien bisher nicht als Treiber des Corona-Infektionsgeschehens aufgetreten. Oberstes Ziel müsse jedoch sein, Kontakte zu minimieren - auch bei Kindern und Jugendlichen.

Landkreis verschärft die Corona-Regeln

Landrat Thomas Müller (CDU) sagte MDR THÜRINGEN, die Lage sei sehr ernst. Der Inzidenz-Wert werde zur Wochenmitte noch steigen, weil viele Corona-Tests noch gar nicht ausgewertet werden konnten. "Wir werden jetzt Richtung 500 marschieren", sagte der Landrat. "Wir müssen vor die Welle kommen und diese brechen."

Die neue Allgemeinverfügung des Landkreises sehe nochmals verschärfte Corona-Regeln vor. Dazu gehöre auch, Schulen und Kitas bis längstens zweieinhalb Wochen zu schließen. Schon vor zwei Wochen habe das Landratsamt bei einer Inzidenzrate von 250 eine verschärfte Allgemeinverfügung vorgeschlagen, diese sei jedoch vom Ministerium als unverhältnismäßig abgelehnt worden.

Bundesweit höchster Inzidenzwert

Das Robert-Koch-Institut hatte am Montagmorgen mitgeteilt, dass der Landkreis Hildburghausen den bundesweit höchsten Inzidenzwert aufweist. Innerhalb einer Woche wurden 396 neue Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner registriert.

Erste Schritte bereits veranlasst

Das Thüringer Gesundheitsministerium hat heute die Bestellung von rund 11.000 Schnelltests für alle Kinder und Jugendlichen sowie die Pädagoginnen und Pädagogen im Landkreis ausgelöst. Landrat Thomas Müller hat zugesagt, dass eine Notbetreuung der Kinder sichergestellt wird. Die Thüringer Staatskanzlei hat kurzfristig Unterstützung der Bundeswehr organisiert, die bei der Durchführung der Tests helfen wird.

Weitere Einschränkungen angekündigt

Neben der vorübergehenden Schließung von Kindergärten und Schulen greifen weitere Einschränkungen. Dies betrifft insbesondere ein umfassendes Verbot von Veranstaltungen und eine Ausweitung der Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung. Zudem werden deutlich verschärfte Kontaktbeschränkungen gelten.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 23. November 2020 | 17:00 Uhr

45 Kommentare

martin vor 7 Wochen

@adler: Ihre Einschätzung zur Abhängigkeit von Hygiene der Bevölkerung und dem Gesundheitssystem könnte Ihnen beim Blick in die Schweiz irgendwie merkwürdig vorkommen ....

Anita L. vor 7 Wochen

"Das auch..und da wir gegen alles Mögliche geimpft sind, sehe ich das alles bissel gelassen und habe auch keine Angst."

Anfang dieses Jahres wurde das Masernschutzgesetz verabschiedet, weil man festgestellt hatte, dass immer weniger Menschen diese wichtige Schutzimpfung durchführen ließen und damit die notwendige Immunisierung zurückgegangen ist. Bei den Masern wie auch bei einigen anderen Virenerkrankungen ist eine "Durchimmunisierung" ohne Impfung nicht möglich bzw. mit zu vielen Fällen von schweren Verläufen und Spätfolgen oder sogar Tod verbunden. Deshalb ist die Impfung notwendig und seit März 2020 sogar gesetzlich verordnet.
Wie man sieht, hilft also nicht gegen jede Erkrankung eine "Durchimmunisierung" und ich fände es unverantwortlich, wenn Politik und Behörden ohne belastbare Beweise und lediglich aufgrund von Vermutungen Maßnahmen "noch hinauszögern". Das wäre ein Va-banque-Spiel mit der Gesundheit der Bevölkerung.

Anita L. vor 7 Wochen

"Es gibt keinen Impfstoff gegen HIV."
Eben. Und dabei ist diese Viruserkrankung weit länger bekannt als Covid19. Das Beispiel soll zeigen, wie realitätsfern Ritter Runkels Forderung an die Medizin ist.

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