Museen So soll die Gastronomie auf der Veste Heldburg aussehen

Autorenporträt Tino Geist
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Das gehört für viele Ausflügler zu einem entspannten Sonntagsabstecher dazu: die Einkehr in die Ausflugsgaststätte mit einem leckeres Stück Kuchen und einem Eis für die Kinder. Besucher des Deutschen Burgenmuseums auf der Veste Heldburg im Kreis Hildburghausen mussten darauf bisher verzichten. Jetzt ändert sich das.

Einen "lange bekannten Geburtsfehler" nennt Heldburgs Bürgermeister Christopher Other (CDU) die fehlende Museumsgastronomie. Ohne Einkehrmöglichkeit könnten das Burgenmuseum und die Veste nicht zum Erfolg werden.

Visualisierung des geplanten Gastronomie-Baus auf der Veste Heldburg.
Visualisierung des geplanten Gastronomie-Baus auf der Veste Heldburg. Bildrechte: Kummer, Lubk und Partner (Erfurt)

Jetzt ist eine Lösung in Sicht. Am Donnerstagabend wurden im Kirchensaal der Veste die Pläne für die neue Museumsgastronomie präsentiert. 50 Interessierte hörten sich an, was die Planer zu sagen hatten. Der Neubau ist ein gemeinsames Projekt der Stadt Heldburg und der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten. Die Gesamtkosten werden auf gut eine Million Euro veranschlagt. Das Land Thüringen hat rund 860.000 Euro Fördermittel in Aussicht gestellt. Die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten investiert rund 130.000 Euro. Bauherrin ist die Stadt Heldburg, ein Pächter wird gesucht.

Planer verzichten auf Eingriffe in die Bausubstanz der Veste

Auf dem Gewölbe des ehemaligen Küchenbaus soll eine leichte Holzkonstruktion entstehen. Stiftungsdirektorin Doris Fischer sagte, der eingeschossige Neubau mit einem Steildach passe sich an die Architektur der Veste an. Gestaltung und Materialien orientierten sich an bestehenden Motiven. Die Planer verzichten auf Eingriffe in die Bausubstanz der denkmalgeschützten Veste. Auch der Keller bleibt unberührt, um die Fledermäuse zu schützen. Der Bau ist barrierefrei erreichbar, ebenso verfügt das künftige Bistro über ein behindertengerechtes WC. Die Gaststätte soll im Herbst kommenden Jahres eröffnet werden.

Das neue Angebot und auch der Burghof sollen künftig auch für Besucher zu erreichen sein, die keinen Eintritt ins Museum zahlen wollen. Seit September 2016 beherbergt die Veste Heldburg das Deutsche Burgenmuseum. Rund 16.000 Besucher haben 2019 die Ausstellung besucht. Wie Direktorin Adina Rösch sagte, lag die Besucherzahl damit auf dem Niveau des Vorjahres.

Die Veste Heldburg in Thüringen
Die Veste Heldburg Bildrechte: IMAGO

Damit ist die Veste von einem Besucheransturm weit entfernt. Problematisch ist neben der bisher fehlenden Gastronomie die Verkehrsanbindung: Die Burg ist nur mit dem Auto zu erreichen.

Welche Ausstellungen 2020 geplant sind

In diesem Jahr will das Burgenmuseum in einer Ausstellung mittelalterlichen Redewendungen auf den Grund gehen. Direktorin Rösch sagte, im April starte die Ausstellung mit dem Titel "Steinreich oder auf den Hund gekommen“. Es werde anschaulich gezeigt, dass viele Sprichwörter ihre Wurzeln im Mittelalter haben. Im August widme sich die nächste Ausstellung der Falknerei. Die wechselvolle Geschichte der Veste beleuchte schließlich eine Fotoausstellung ab Oktober. Das Burgenmuseum setzt auch verstärkt auf Familien- und Kinderangebote. Veranstaltungen wie "Halloween auf der Burg" seien im vergangenen Jahr sehr gut angenommen worden, so Adina Rösch.

Ein Straßenskizze Südthüringens mit den Autobahnen 7, 70, 71, 73, der Bundesstraße 89 und mehreren Verbindungsstraßen.
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Stichwort: Veste Heldburg Bereits von weitem sichtbar, überragt die Veste Heldburg, auf einem 403 Meter hohen Phonolitfelsen stehend das Heldburger Land. Früher eine bedeutende Bastion im Grenzland der hennebergischen und später kursächsischen Herrschaftsbereiche, hatte die Besatzung der Veste Heldburg die Aufgabe, in Gefahrensituationen den fränkischen Nachbarburgen Feuerzeichen zu geben. Das brachte ihr wahrscheinlich den Namen "Fränkische Leuchte" ein. Bei schönem Wetter haben Besucher vom 45 Meter hohen Turm einen Panoramablick bis zur Veste Coburg, dem Thüringer Wald oder der Rhön.

Zu DDR-Zeiten befand sich die Stadt Bad Colberg-Heldburg und damit auch die Veste Heldburg im Sperrgebiet. Von 1954 bis 1982 wurde die Anlage als Kinderheim genutzt, bis ein Großbrand den Französischen Bau vernichtete. Mit der Wiedervereinigung begann der Wiederaufbau.

Seit 1994 befindet sich die Veste Heldburg im Besitz des Landes Thüringen und wird von der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten verwaltet. Seit 2016 ist die Veste Heldburg Sitz des Deutsches Burgenmuseums. Es zeigt Geschichte und Kultur der Burgen in Europa mit über 350 Ausstellungsstücken, authentischen Räumlichkeiten, Modellen und Multimedia-Präsentationen. Größtes Exponat ist die Veste Heldburg selbst.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 06. März 2020 | 19:00 Uhr

2 Kommentare

Grosser Klaus vor 13 Wochen

In diesem Artikel vermisse ich Fotos bzw. Zeichnungen, wie die neue Museumsgastronomie genau aussehen soll.Da hat doch die Stadt Heldburg als Bauherrin eindeutig den falschen Architekten gewählt, nicht nur den Baupreis betreffend, sondern das Bauprojekt zeichnet sich auch nicht durch architektonische Schönheit aus.
Bei den Besucherzahlen und bei dem zu erwartenden Imbissangebot ist eine Imbissbude völlig ausreichend.

Tamico161 vor 13 Wochen

Na dann viel Spaß bei der Pächtersuche. Ich freue mich schon auf die Stärken der thüringischen Gastronomie, Fertiggerichte und dazu jede Menge Unfreundlichkeit.

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