Hildburghausen Vier Stadträte aus CDU-Fraktion ausgetreten

Die CDU-Fraktion im Stadtrat von Hildburghausen hat sich aufgelöst. Vier der fünf Mitglieder sind am Montag aus der Fraktion ausgetreten. Ein Grund dafür wurde nicht genannt. Als einziges Mitglied der Fraktion blieb Kristin Obst übrig. Die CDU-Kreisvorsitzende sitzt nun als Einzelmitglied im Stadtrat.

CDU-Fraktion diskutiert über Umgang mit AfD

Obst ist über den Schritt ihrer ehemaligen Fraktionskollegen nach eigenen Angaben vorab nicht informiert worden. Vor allem der Umgang mit der AfD habe in der letzten Zeit immer wieder zu Meinungsverschiedenheiten geführt, erklärte sie. Bei den Ausgetretenen handelt es sich um den bisherigen Fraktionschef Thomas Schmalz sowie um die Stadträte Patrick Hammerschmidt, Brigitte Wütscher und Ingo Bartholomäus. Gründe für ihre Austritte wurden bis zum Dienstag nicht genannt.

Der Marktplatz mit dem Rathaus in Hildburghausen.
Das Rathaus in Hildburghausen: Im Stadtrat hat sich die CDU-Fraktion aufgelöst. (Archivfoto) Bildrechte: dpa

Neue Fraktion in Hildburghausen denkbar

Hildburghausens Bürgermeister Tilo Kummer (Linke) geht nach eigenen Angaben davon aus, dass die vier Stadträte eine neue Fraktion bilden werden. Möglich sei auch, dass sie einer anderen Fraktion beitreten. In der Stadtverwaltung wird nun geprüft, wie sich die neue Konstellation auf die Besetzung der Stadtratsausschüsse auswirkt.

Hirte unterstützt Obst

Der designierte CDU-Landesvorsitzende Christian Hirte stellte sich hinter die Kreisvorsitzende Obst. Via Twitter erklärte Hirte, die CDU Thüringen grenze sich klar "vom Kurs der AfD eines Björn Höcke" ab. Wer dies nicht so sehe, trenne sich folgerichtig. Obst dankte auf gleichem Weg für "diese klaren Worte".

Quelle: MDR THÜRINGEN/dr

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 07. Juli 2020 | 10:30 Uhr

28 Kommentare

emlo vor 4 Wochen

@Torsten: Wenn es der Kommune hilft. Allerdings sind meine Erfahrungen bezüglich der Zusammenarbeit von CDU und AfD eher negativ. Irgendwie holen die immer die Rezepte von vorgestern aus der Schublade, die aber den Anforderungen der aktuellen Zeit in der Regel nicht mehr gerecht werden.

Rotti vor 4 Wochen

Wer Mitglied der CDU ist, der darf ihr nicht schaden wollen.
Wenn es Fragen zu strategischen Ausrichtungen gibt, dann hat man das auf dem innerparteilichen demokratischen Weg zu klären, meine ich.
Natürlich lassen sich die Stragie auf Landes oder Bundesebene nicht immer im kommunalen Bereich umsetzen.
Die Grenzen sind dann aber die, wo Parteischädigung beginnt.
Eine Fraktion zu "sprengen", kann dazu gehören.

emlo vor 4 Wochen

Mir will irgendwie nicht so recht einleuchten, was die ganze Aktion mit "Anstand" und "Mainstreammist" zu tun haben soll. Mir scheint es hier eher um persönliche Befindlichkeiten als um alles Andere zu gehen. Anstand ist da wohl eher nicht die Motivation.

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