Von Grünflächen umgebener Weg zur Klinik in Masserberg.
Im Hof der Kurklinik in Masserberg. Bildrechte: Gemeinde Masserberg

Gesundheitsversorgung Warum die Masserberger Kurklinik in der Luft hängt

Der fränkisch-thüringische Klinikverbund Regiomed will die Kurklinik Masserberg übernehmen. Im Vertrag mit der Gemeinde hat sich die Gesellschaft aber zwei Hintertürchen offengelassen.

Von Grünflächen umgebener Weg zur Klinik in Masserberg.
Im Hof der Kurklinik in Masserberg. Bildrechte: Gemeinde Masserberg

Die rund 200 Mitarbeiter in der Masserberger Kurklinik waren optimistisch. Der regionale Klinikverbund Regiomed mit Krankenhäusern unter anderem in Coburg, Hildburghausen und Sonneberg hatte im Herbst verkündet, dass er die Klinik mitten im Thüringer Wald zum 1. Januar 2019 übernehmen wird. Alles andere wäre reine Formsache.

Land Thüringen winkt mit Förder-Millionen

"Doch der Teufel steckt genau in diesen kleinen schwierigen Details", sagt ein Sprecher im Thüringer Wirtschaftsministerium. Zweimal schon wollte Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) mit einem Förderscheck über 10 Millionen Euro für die Sanierung des Badehauses nach Masserberg kommen. Doch nun wurde auch der Termin am 7. Februar erst einmal verschoben. Wieder einmal. Denn nur wenn die Kurklinik einen Betreiber hat, will das Land für das seit Jahren geschlossene Badehaus im gleichen Gebäude Geld locker machen.

"Hier beißt sich so ein bisschen die Katze in den Schwanz", sagt der Masserberger Bürgermeister Denis Wagner (Freie Wähler). Aber er bleibt optimistisch. Immerhin sind der Pacht- und auch der Grundstückskaufvertrag mit Regiomed Anfang Februar unterschrieben worden. Für Wagner ein Etappensieg.

Neuer Landrat im Kreis Coburg muss Vertrag absegnen

Der Klinikverbund hat sich allerdings zwei Ausstiegsoptionen einbauen lassen. Die erste hängt mit der Landratswahl im Landkreis Coburg zusammen. Der fränkische Kreis ist genauso wie die Kreise Sonneberg und Hildburghausen Gesellschafter der Regiomed-Kliniken GmbH. In Coburg ist am 17. Februar Stichwahl - und erst der neue Landrat soll sein endgültiges OK für die Übernahme der Kurklinik geben.

Gerade aber in Coburg wird das Thema Regiomed kontrovers diskutiert. Zum ersten Mal hat das Unternehmen im vergangenen Jahr ein Millionenminus eingefahren. Sämtliche Geschäftsentscheidungen werden überprüft. Gut möglich also, dass in letzter Sekunde der Masserberg-Deal noch platzt.

Regiomed könnte Vertrag bei Kreis-Wechsel von Masserberg kündigen

Die zweite Ausstiegsmöglichkeit für Regiomed betrifft die Gebietsreform. In Masserberg gibt es eine Bürgerinitiative, die leidenschaftlich für eine Fusion mit Großbreitenbach kämpft - und damit für einen Wechsel aus dem Kreis Hildburghausen in den Ilm-Kreis. "Sollte Masserberg wirklich aussteigen, dann kann Regiomed von jetzt auf gleich aus dem Vertrag raus", sagt der Hildburghäuser Landrat Thomas Müller (CDU). "Ich hoffe, alle im Gemeinderat haben das verstanden." Ein kommunales Unternehmen werde jedenfalls keine Geschäfte in einem anderen Landkreis machen.

Der neue Stichtag für die Übernahme der Kurklinik in Masserberg ist nun der 20. Februar. Dann ist der neue Landrat in Coburg seit zwei Tagen im Amt. Momentan weiß niemand, was passiert, wenn der neue Landrat bis dahin seine Unterschrift nicht unter den Vertrag setzt. Der neue Plan zumindest ist, dass die 200 Mitarbeiter ab dem 1. März unter der Flagge von Regiomed arbeiten können. Im Thüringer Wirtschaftsministerium jedenfalls geht man laut eines Sprechers davon aus, dass dann alles in "trockenen Tüchern" ist. Die Hoffnung stirbt zuletzt, vor allem für die 200 Klinikmitarbeiter.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 03. Februar 2019 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Februar 2019, 11:35 Uhr

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8 Kommentare

04.02.2019 20:57 Kein-Freund-politischer Entscheidungen 8

@Rennsteigbeobachter: Vielen Dank, aber auf ihre alternativen Fakten lege ich in meiner Allgemeinbildung keinen Wert. Sie vergleichen Entfernungen auf Autowegen nach Großbreitenbach mit Fußwegen nach Neuhaus und selbst da liegen sie ganz ordentlich daneben!!! Am besten Sie eichen mal ihr Messgerät.
Dann wollen Sie Buslinien kontrollieren, wenn so gut wie alle Gäste mit dem Auto anreisen!?
Den Rest lasse ich jetzt unkommentiert, denn dafür ist mir meine Zeit zu schade.

04.02.2019 09:00 Rennsteigbeobachter 7

@ Na klar, Kein- Freund-politischer-Entscheidungen: Ich weiß ja nicht wie sie auf 26,1 Km kommen, wahrscheinlich haben sie in die verkehrte Richtung gemessen über Katzhütte, Scheibe-Alsbach, Steinheid und nach Neuhaus am Rennweg. Ich habe den Rennsteig entlang gemessen von Masserberg, Friedrichshöhe nach Neuhaus am Rennweg. In Masserberg endet doch die Welt mit dem Rennsteig und zur Thüringer Waldverbindung, wenn man aus Richtung Großbreitenbach kommt, das Dorf kann leider nur circa 550 Einwohner vorzeigen. Ohne die Nebenorte Heubach, Schnett, Fehrenbach und Einsiedel wäre der Ort nur eine Luftnummer auf der Thüringer Landkarte. Hier würde ich erst einmal die Buslinien kontrollieren, wie viele Fahrgäste den Kurort besuchen kommen, zumal die Buslinie von Oberhof nach Masserberg erneut eingestellt wurde wegen der Fahrgastzahlen. Der Vertrag mit der Kündigung zur Fusion Schleusegrund wurde erst vor geraumer Zeit von Masserberg gekündigt . Das nur zur Allgemeinbildung !!!

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