Themar Protest gegen Rechtsrock-Konzert

In Themar im südthüringischen Landkreis Hildburghausen haben nach Polizeiangaben rund 150 Menschen am Sonnabend gegen ein Rechtsrock-Konzert demonstriert. Zunächst hatten sie sich zu einem Friedensgebet in der Stadtkirche versammelt, anschließend zogen sie zu dem Veranstaltungsgelände des Neonazi-Konzerts auf einer Wiese am Rande des Ortes. An dem Protest nahm unter anderem auch Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) teil.

Wie der Superintendent des Kirchenkreises Hildburghausen-Eisfeld, Johannes Haak, sagte, stand die Demonstration unter dem Motto "Superhelden gegen den braunen Dreck". Die Teilnehmer haben dann auch bunt kostümiert und begleitet von zahlreichen Luftballons gegen das Rechtsrock-Konzert demonstriert. Veranstalter war das "Bündnis für Demokratie und Weltoffenheit Kloster Veßra".

Menschen demonstrieren mit Transparenten und bunten Luftballons an einer Straßenabsperrung
Bunter Protest vor dem Konzertgelände Bildrechte: MDR/Johanna Hemkentokrax

Mehrere hundert Menschen bei Neonazi-Konzert

Das Konzert "Rock gegen Links" besuchten laut Polizei etwa 1.070 Menschen. gemeldet war das Konzert bis ein Uhr nachts. Die Besucher kamen aus dem gesamten Bundesgebiet, aus der Schweiz, Tschechien, Polen, der Slowakei und Italien. Insgesamt seien 17 Straftaten registriert worden, darunter jeweils eine wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz und wegen Körperverletzung. Bei der Gegendemonstration sei eine Anzeige wegen Beamtenbeleidigung aufgenommen worden.

Rechtsrock-Konzert in Themar Mit Superhelden gegen Neonazis

Im südthüringischen Themar findet erneut ein Rechtsrock-Konzert mit bis zu 1.000 Teilnehmern statt. Rund 150 Menschen haben sich am Samstag versammelt, um dagegen zu protestieren.

Menschen demonstrieren mit Transparenten und bunten Luftballons an einer Straßenabsperrung
Im südthüringischen Themar findet erneut ein Rechtsrock-Konzert mit bis zu 1.000 Teilnehmern statt. Rund 150 Menschen haben sich am Samstag versammelt, um dagegen zu protestieren. Bildrechte: MDR/Johanna Hemkentokrax
Menschen demonstrieren mit Transparenten und bunten Luftballons an einer Straßenabsperrung
Im südthüringischen Themar findet erneut ein Rechtsrock-Konzert mit bis zu 1.000 Teilnehmern statt. Rund 150 Menschen haben sich am Samstag versammelt, um dagegen zu protestieren. Bildrechte: MDR/Johanna Hemkentokrax
Menschen demonstrieren mit Transparenten und bunten Luftballons an einer Straßenabsperrung
Die Demonstranten zogen unter dem Motto "Superhelden gegen den braunen Dreck" kostümiert und mit bunten Ballons bis in Sichtweite zum Konzertgelände. Bildrechte: MDR/Johanna Hemkentokrax
Ein mit weißen Planen verhangener Bauzaun steht an einer Wiese
Die Wiese, auf dem das Rechtsrock-Konzert stattfindet, ist erneut mit Bauzäunen mit Sichtschutz abgesperrt. Bildrechte: MDR/Johanna Hemkentokrax
Polizeiautos stehen neben einem mit Sichtschutz abgesperrtem Konzertgelände
Die Polizei erwartet, dass die Zahl von 1.000 Konzertbesuchern auf der Neonazi-Veranstaltung erreicht wird. Bildrechte: MDR/Johanna Hemkentokrax
Polizeiautos stehen vor dem Eingang zu einem Konzertgelände
Die Beamten sind mit einem Großaufgebot im Einsatz. Der Innenminister hat ein repressives Vorgehen der Beamten angeordnet. Bildrechte: MDR/Johanna Hemkentokrax
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Innenminister setzt auf Repression

Nachdem es infolge des Rechtsrock-Konzerts im Juli massive Kritik am Polizeieinsatz gab, kündigte Innenminister Maier dieses Mal ein repressives Vorgehen an. Die Thüringer Polizei soll beim heutigen Rechtsrock-Konzert in Themar Rechtsbrüche schnell ahnden. Innenminister Maier sagte, diese Strategie habe er mit der Polizei besprochen. Man werde mit ausreichend Kräften vor Ort sein, so dass man schnell eingreifen könne. Zudem müsse man klare Kante zeigen. Die Rechten sollten merken, dass es ungemütlich werde.

Das Konzert mit mehreren Bands aus der rechtsextremen Szene ist als politische Versammlung angemeldet. Frühere Versuche, die Konzerte zu verbieten, scheiterten vor den Thüringer Verwaltungsgerichten. Bereits im Sommer war Themar Kulisse für zwei Rechtsrock-Konzerte mit insgesamt 7.000 Teilnehmern.

Quelle: MDR THÜRINGEN / dpa / epd

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 28. Oktober 2017 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Oktober 2017, 18:39 Uhr

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55 Kommentare

31.10.2017 18:34 B. Wand 55

Hallo Herr meier: Hier geht es um ein Neonazi-Festival mit Texten, die mit Demokraten wie Ihnen nicht das Geringste zu tun haben sollten. In deren Textens sollen auch Demokraten in KZ!s gesteckt werden.
Klar auch dass Sie den User guantche nicht direkt anschreiben, steht dieser Ihnen politisch doch wesentlich näher als „Wegweiser“.
Wenn Sie sich hier mit Ihren Kommentaren an denen stören, die auf Inhalte und Haltungen dieser Neonazis hinweisen, nicht aber an den Freunden dieser Musik und deren lyrischen Ergüssen, habe ich Zweifel bei Ihrer Position von einem demokratischen Normalzustand auszugehen. Das zieht sich durch die Mehrheit Ihrer „demokratischen“ Kommentare.
Sorry, aber mich erinnert das wieder an „Wir müssen ganz friedlich und überlegt vorgehen, uns gegebenenfalls anpassen und dem Gegner Honig ums Maul schmieren…“
Apropos Honig: da „erst“ Dienstag: Ihnen noch eine schöne und erfüllende demokratische Kommentarwoche.

31.10.2017 12:10 ralf meier 54

@B. Wand Nr 52: Hallo, zum Herrn Guantsche habe ich gerade einen Kommentar an Wegweiser 48 geschrieben. Bei 26000 AFD Mitgliedern Stand 2016 werden Sie sicherlich einige finden, die Positionen vertrete, die ich nicht vertrete.
PS: Muß ich es noch erwähnen. Ich bin Demokrat mit einer ausgeprägten Abneigung gegenüber jedem, der meint, sich in der Auseinandersetzung mit 'dem Feind' nicht an 'demokratische Spielregeln' halten zu müssen oder gar im 'Kampf gegen wen auch immer' gegen Recht und Gesetz verstößt.

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