Hennebergisches Museum Wo einst die Mönche speisten: Sanierungspläne in Kloster Veßra vorgestellt

Im Refektorium eines Klosters wird gegessen und Gott für die Speisen gedankt. Im Hennebergischen Museum Kloster Veßra hat das Refektorium bisher keine Rolle gespielt. Bis 2030 soll es für knapp 7 Millionen Euro saniert werden.

Ein Steingebäude von außen
Für Besucher ist das Gebäude bisher geschlossen - obwohl es in ihm wahre Schätze zu entdecken gilt. Bildrechte: MDR/Bettina Ehrlich

Museumsleiterin Claudia Krahnert ist Mittelalterhistorikerin. Für sie ist das Refektorium ein einziger Glücksfall. "Hier haben die Mönche nicht nur zusammen gegessen, sondern sie haben auch Gott für die Speisen gedankt", erzählt sie mit leuchtenden Augen und Begeisterung in der Stimme. "Genau hier hat sich das klösterliche Leben abgespielt."

Krahnert als Chefin des Hennebergischen Museums und die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten haben eine Vision. Spätestens in zehn Jahren soll jeder mit allen Sinnen nachempfinden können, wie es damals im Mittelalter hier zugegangen ist.

Ein Steingebäude von außen
Jahrelang wurde das einstige Refektorium als Stall und Wohnraum genutzt. Bildrechte: MDR/Bettina Ehrlich

Und die Voraussetzungen dafür sind gar nicht mal so schlecht. Immerhin sind unter anderem Reste von Wandmalereien aus dem 12. Jahrhundert und sogar eine spätgotische Holzbalkendecke erhalten geblieben. Und das, obwohl das Haus unten jahrelang als Viehstall genutzt wurde. Obendrüber waren Wohnungen.

"Für uns ist es einfach ein Glück, dass hier baulich niemand etwas verändert hat. Es ist einfach so geblieben wie es ist", sagt Doris Fischer, die Direktorin der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten.

Innenraum eines Steingebäudes mit Feuerstelle
In diesem Raum wurde für die Mönche am offenen Feuer gekocht. Bildrechte: MDR/Bettina Ehrlich

An der Tafel sitzen wie früher die Mönche

Neben dem Refektorium liegt auch die so genannte "Schwarze Küche". Am großen Kamin wurde über offenem Feuer gekocht. Der Ruß ist am Gewölbedach heute noch zu sehen.

Auch Vorstellungen, wie die Ausstellung einmal aussehen soll, gibt es schon. Herzstück wird eine lange Tafel. Besucher können dort mit allen Sinnen nachempfinden, wie es so zugegangen ist bei den Prämonstratenser-Mönchen und in ihrer Küche.

Allerdings wird es bis dahin noch ein langer steiniger Weg. Das ganze Gebäude muss vom Fundament bis zum Dach saniert werden. Grob geschätzt wird das Ganze 6,8 Millionen Euro kosten. Museumschefin Claudia Krahnert hofft auf Fördermittel vom Land. Aber auch die heimischen Unternehmer seien gefragt. Stiftungsdirektorin Doris Fischer ist ebenfalls optimistisch. "Wir haben hier einen Schatz, den es zu heben gilt. Punkt."

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 09. Juli 2020 | 19:00 Uhr

1 Kommentar

MartinTruckenbrodt vor 3 Wochen

Es ist schön zusehen, dass sich die neue Museumsleiterin so engagiert auch für die mittelalterliche, also fränkische, Geschichte Kloster Veßras einsetzt!

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