Besucher beim Rechtsrock-Konzert in Themar
Nach dem Rechtsrock-Festival in Themar bleibt das Konzert in Thüringen ein Fall für die Gerichte. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Rechtsrock-Konzert in Themar Veranstalter und Gegendemonstranten ziehen vor Gericht

Das Rechtsrock-Konzert von Themar wird die Justiz in Thüringen weiter beschäftigen. Dabei geht es um die Frage, ob ein Neonazi-Festival eine politische Kundgebung ist – oder eine kommerzielle Veranstaltung.

Besucher beim Rechtsrock-Konzert in Themar
Nach dem Rechtsrock-Festival in Themar bleibt das Konzert in Thüringen ein Fall für die Gerichte. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach dem Rechtsrock-Konzert in Themar (Landkreis Hildburghausen) wollen sowohl die Organisatoren als auch Gegendemonstranten die Auflagen juristisch prüfen lassen. Das kündigten die Konzertveranstalter via Facebook und der Sprecher des Bündnisse für Demokratie und Weltoffenheit Kloster Veßra, Thomas Jakob, an.

Die Gegendemonstranten kritisieren, dass ihr Gelände für einen Sicherheitsstreifen verkleinert wurde. Dieser hätte aus ihrer Sicht komplett von dem Rechtsrock-Gelände abgezogen werden müssen. Die politische Kundgebung sei als Versammlung höher zu gewichten als das Rechtsrock-Konzert, so ihr Argument.

Gerichte sollen politischen Charakter von Rechtsrock-Veranstaltungen prüfen

Mit ihrer sogenannten Fortsetzungsfeststellungsklage gegen einzelne Auflagen wollen die Gegendemonstranten perspektivisch eine Grundsatzentscheidung erreichen. Dabei geht es um die Frage, ab wann solche Konzerte wie in Themar noch politische Kundgebungen sind oder schon kommerzielle Veranstaltungen.

Teilnehmer eines Rechtsrock-Konzerts sitzen auf Bierbänken in einem Festzelt.
Teilnehmer des Rechtsrock-Konzertes am Samstag in Themar. Bildrechte: MDR / Axel Hemmerling

Auch die Konzertveranstalter kündigten unterdessen an, einige der Auflagen juristisch überprüfen lassen zu wollen. Das werde allerdings eine Zeit dauern, heißt es im Facebook-Post eines Rechtsextremen aus der Region, der ebenfalls regelmäßig Konzerte in der rechtsextremen Szene organisiert. Gleichzeitig kündigte er ein weiteres Konzert in Themar für September an.

Schutzstreifen bei Neonazi-Konzert in Themar eingerichtet

Die Behörden hatten beide Veranstaltungen als grundgesetzlich geschützte Versammlungen eingestuft und deshalb entschieden, dass beide Anmelder einen Teil ihrer jeweiligen Fläche für den Sicherheitsstreifen der Polizei zur Verfügung stellen müssen.

Nach Polizeiangaben kamen über den Samstag verteilt etwa 920 Festivalbesucher nach Themar (Landkreis Hildburghausen). Die Zahl der Gegendemonstranten schätzte die Polizei auf etwa 800. Zum Auftakt des Wochenendes hatte die Polizei zwei Auftritte rechter Bands abgebrochen.

Quelle: MDR THÜRINGEN / dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 08. Juli 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Juli 2019, 19:52 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

20 Kommentare

11.07.2019 12:18 martin 20

@19 thüringer: *Applaus*

10.07.2019 23:10 Thüringer 19

Zum Glück sind Nazis auch in Thüringen noch in der Minderheit, und das ist auch gut so.
Wir wollen keine DDR 2.0 oder "1000 Jähriges Reich".
Wir Thüringer wollen einfach nur hier in unserer schönen Heimat in Ruhe und Frieden leben und arbeiten können, ohne ständige Belästigung und Bedrohung und Gewalt durch Nazis, deren Ideologie Gewalt gegen das Deutsche Volk ist.
Man soll niemals vergessen, dass die Nazis unser schönes Land damals in den Abgrund gerissen haben und Schuld an der Deutschen Teilung sind.
Die Gewalt der Nazis geht nicht nur gegen "Minderheiten" oder "Ausländer", sondern gegen uns Deutsche Patrioten. Wer Puppen unserer demokratisch gewählten Kanzlerin an den Galgen hängt, ist kein Freund unseres Deutschen Landes oder unserer Verfassung.
Sowas wollen wir Deutschen Bürger bei uns nicht.

Mehr aus der Region Suhl - Hildburghausen - Sonneberg - Ilmenau

Mehr aus Thüringen