Themar Anmelder geht juristisch gegen Konzert-Verbot vor

Der Anmelder des rechtsextremen Konzerts Anfang Juni in Themar geht juristisch gegen das Verbot vor. Ein Sprecher des Verwaltungsgerichts Meiningen sagte am Mittwoch auf Anfrage von MDR THÜRINGEN, ein entsprechendes Schreiben liege dem Gericht seit wenigen Tagen vor. Vor einer Entscheidung müsse aber zunächst der Landkreis Hildburghausen zum Widerspruch des Anmelders Stellung nehmen.

Mitte März hatte der Landkreis das zweitägige, als politische Versammlung angemeldete Rechtsrock-Konzert verboten und die Entscheidung mit dem Bundesnaturschutzgesetz begründet. Danach ist es verboten, streng geschützte Vogelarten während der Fortpflanzungs- oder Aufzuchtzeiten erheblich zu stören. Konkret geht es dabei vor allem um drei Vogelarten: Blaukehlchen, Bekassine und Schlagschwirl. Die Tiere leben in einem Biotop nahe der Wiese, die die Rechten für ihre Konzerte nutzen wollen. Der Landkreis bezieht sich dabei auf Paragraf 44 des Bundesnaturschutzgesetzes. Dies sei bei dem geplanten Konzert am 8. und 9. Juni gegeben.

Scheitert der Eilantrag vor Gericht, könnten die Veranstalter die Konzerte noch verschieben oder auf ein anderes Gelände ausweichen. Zunächst muss der Kreis Stellung zu dem Antrag beziehen. Eine Entscheidung, ob das Verbot des Konzertes bestand hat, könnte noch im April fallen.

Im vergangenen Jahr war der Landkreis Hildburghausen mit einem Versuch, gegen ein ähnliches Neonazi-Konzert vorzugehen, vor dem Oberverwaltungsgericht Weimar gescheitert. Thüringen hatte sich in den vergangenen Jahren zu einem Zentrum für Konzerte mit rechtsextremistischem Hintergrund entwickelt. Insgesamt wurden im vorigen Jahr 59 derartige Veranstaltungen registriert, fünf mehr als 2016. Allein in Themar hatten sich dabei im letzten Jahr rund 6.000 Rechtsextreme versammelt. Mittlerweile gibt es, statistisch gesehen, mindestens eine Rechtsrock-Musikveranstaltung pro Woche.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | MDR THÜRINGEN Nachrichten | 05. April 2018 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. April 2018, 10:45 Uhr

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33 Kommentare

07.04.2018 10:14 martin 33

@32 Micha: Kamillentee steht nicht auf der Liste meiner Lieblingsgetränke und ein Beruhigungsmittel benötige ich auch nach erneuter Lektüre ihres Beitrags nicht.

Ich meine allerdings weiterhin, dass meine zugespitzte Darstellung durchaus ihre Berechtigung hat.

Aber wenn Sie sich durch mich falsch verstanden fühlen, könnten Sie mir gern Nachhilfe in der Interpretation Ihres Beitrags geben. Ich würde mich ja freuen, wenn es einen Mensch weniger gibt, der solche "Argumentation" von sich gibt, wie ich sie in meinem Beitrag 30 zusammengefasst habe.

07.04.2018 09:43 Micha 32

@30martin Bitte trinken Sie doch einen Kamillentee und lesen sich meinen Beitrag noch mal durch.

So wie Sie sich meinen Beitrag zusammen geschustert haben das geht mal gar nicht. Und unter Kunst oder Ironie fällt das auch nicht es ist einfach eine absichtliche Falschinterpretation!

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