Ermittler suchen Spuren nach Fund von Babyleiche in Geschwenda
Nach dem Fund des toten Säuglings suchten die Ermittler stundenlang nach Spuren in der Gegend im Ilm-Kreis. Bildrechte: MDR/Martin Wichmann

Geschwenda im Ilm-Kreis Nach Fund von Babyleiche: Polizei bittet um Hinweise

Nach dem Fund eines toten Säuglings im Wald bei Geschwenda bittet die Polizei die Bevölkerung um Hilfe. Spaziergänger hatten die Leiche des Mädchens am Osterwochenende entdeckt. Die Mutter stammt nach Einschätzung der Ermittler aus der Gegend.

Ermittler suchen Spuren nach Fund von Babyleiche in Geschwenda
Nach dem Fund des toten Säuglings suchten die Ermittler stundenlang nach Spuren in der Gegend im Ilm-Kreis. Bildrechte: MDR/Martin Wichmann

Nach dem Fund einer Babyleiche bei Geschwenda im Ilm-Kreis hat die Polizei die Bevölkerung um Hilfe gebeten. Jens Büchner von der Kriminalpolizei Gotha sagte, gesucht würden Zeugen, die in den vergangenen Monaten in dem Gebiet Personen oder Fahrzeuge beobachtet haben. Den fraglichen Zeitraum könne man aber nicht näher eingrenzen, da unklar sei, wie lange der tote Säugling im Wald gelegen habe. Der kleine Leichnam war laut Büchner stark verwest und außerdem durch Tiere angefressen. Die Rechtsmedizin könne daher keine Angaben über den Todeszeitpunkt machen.

Mutter des toten Mädchens vermutlich aus Geschwenda

Nach Angaben der Polizei handelt es sich bei dem Kind um ein maximal drei Monate altes Mädchen. Bei dem Leichnam wurden zudem Kleidungsstücke gefunden, darunter eine Mütze mit der Aufschrift "Matcholino" von Sanetta. Solche Mützen werden seit etwa 25 Jahren nicht mehr in Deutschland verkauft. Die Kripo hält es zudem für wahrscheinlich, dass die Mutter des Säuglings aus der Nähe von Geschwenda kommt. Darauf deute der Fundort hin, für den Ortskenntnisse nötig seien.

Ein Polizist steht mit einem Suchhund auf einem Feld vor Gebüsch.
Polizisten hatten den Fundort am Ostersonntag weiträumig abgesucht. Das tote Baby war einen Tag zuvor von Spaziergängern entdeckt worden. Bildrechte: MDR / Thomas Kalusa

Spaziergänger hatten den Leichnam des Babys am Abend des 20. April in einem Waldgebiet gefunden. Hannes Grünseisen von der Generalstaatsanwaltschaft Thüringen sagte, die Todesursache sei weiterhin nicht bekannt. Einen Unfall, plötzlichen Kindstod oder eine tödlich verlaufene Infektion schließen die Ermittler laut dem Oberstaatsanwalt aus. "Sonst wäre das Kind nicht auf diese Weise entsorgt worden." Die Staatsanwaltschaft Erfurt hat ein Ermittlungsverfahren wegen Totschlags eingeleitet. 

Beim Fundort handelt es sich um ein steiles Gelände an der Ortsrandlage. Der Ort Geschwenda liegt nordwestlich von Ilmenau an der A71. In Thüringen waren in den vergangenen Jahren mehrfach tote Babys entdeckt worden. Anfang 2016 etwa war in Ichtershausen bei Arnstadt (Ilm-Kreis) die Leiche eines kleinen Jungen gefunden worden. Später wurden die sterblichen Überreste eines weiteren Neugeborenen in der Region entdeckt.

Beweisstücke: Babysachen des toten Säuglings, der bei Geschwenda gefunden wurde.
Die Polizei veröffentlichte am Freitag Fotos der Kleidung, in denen das tote Mädchen gefunden worden war. Bildrechte: Landespolizeiinspektion Gotha

Quelle: MDR THÜRINGEN / dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 26. April 2019 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. April 2019, 20:15 Uhr

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