Thüringen Rennsteiglauf mit Start und Ziel vor der eigenen Haustür

Mitte Mai ist Rennsteiglauf! Seit 43 Jahren schon Tradition für Läufer und Wanderer in Thüringen, hat sich das Ereignis zu Europas größtem Crosslauf gemausert. Corona hat das Ereignis auf dem Kammweg des Thüringer Waldes ausgebremst. Die Sportler sollen aber nicht verzichten. Am Freitag fällt der Startschuss RENNSTEIGLÄUFERatHOME.

Zwei Männer laufen lächelnd einer Kamera entgegen
Christian Schuchardt beim Start zum Rennsteiglauf 2020, rechts daneben Kameramann Falk Fleischer. Bildrechte: Jürgen Kolarzik

Eigentlich ist alles wie immer für Christian Schuchardt. Der Friedrichrodaer hat sich angemeldet für den Halbmarathon bei RENNSTEIGLÄUFERatHOME. Und nun werden die Startnummer am Trikot befestigt, Schuhe eingerichtet, ein paar Energieriegel für unterwegs ausgesucht, die Trinkflaschen aufgefüllt. Alles Routine vor einem Wettkampf für den 34-Jährigen. Doch dann ist auf einmal alles anders: denn bei RENNSTEIGLÄUFERatHOME werden die Strecken nicht auf dem Rennsteig, sondern in der Region der Läufer absolviert.

Start vor der Haustür

Los geht’s also nicht in Eisenach, Oberhof oder Neuhaus, die gedachte Startlinie für Christian ist direkt in Friedrichroda vor der Haustüre! "Find' ich super, weil gerade in Zeiten von Corona soll man ja diese Massenansammlungen vermeiden." Außerdem gibt der Lauf Gelegenheit, die eigene Gegend anders kennenzulernen. "Und für mich ist es auch nie langweilig, weil ich immer wieder die Strecken neu kennenlerne, immer wieder neue Ecken finde, wo ich vorher nie gewesen bin."

Ohne Schubsen und Anfeuerungsrufen

Der Vorteil des Alleinelaufens: es gibt kein Gedrängel und Geschubse. Der Nachteil: man kann keine anderen Läuferinnen oder Läufer unterwegs kennenlernen, findet Christian. Statt Gespräche auf der Strecke und Erfahrungsaustausch herrscht Stille. Es fehlt das aufmunterne Anfeuern an der Strecke, die besondere Stimmung des familiären Traditionslaufes. Das alles fehlt. Trotzdem findet Schuchardt die Aktion gut, um sich fürs Training besser motivieren zu können.

Vor vier Jahren Leidenschaft entdeckt

Vor vier Jahren erst hat Christian Schuchardt mit dem Laufen begonnen. In der Zwischenzeit trainiert er drei bis fünf mal pro Woche. Zusammen mit seiner Frau Tina hat er den Lauftreff in Friedrichroda ins Leben gerufen. Letztes Jahr lief der 34-Jährige dann schon den Rennsteigmarathon. Und in diesem Jahr stand der Supermarathon von Eisenach nach Schmiedefeld auf dem Plan.

Halbmarathon rund um Friedrichroda

74 Kilometer alleine zu laufen, das war Schuchardt dann doch zu viel. So rennt er entspannt die 21 Kilometer des Halbmarathons rund um Friedrichroda, vorbei auch an Schnepfental und der Wiege des Namensgebers des GutsMuths-Rennsteiglaufes. Die Stoppuhr spielt dabei in diesem Jahr keine Rolle. Und auch wenn Emotionen des Zieleinlaufs in Schmiedefeld fehlen: Dabei sein ist entscheidend und dem Rennsteiglauf die Treue halten! Wer dokumentieren kann, dass die Strecke gelaufen worden ist, darf mit einer Urkunde der Veranstalter, des GutsMuths-Rennsteiglaufverein rechnen. Ein historisches Dokument. Als kleiner Trost für sonst üblichen lautstarken Jubel. Bis zum 7. Juni die Aktion RENNSTEIGLÄUFERatHOME des GutsMuths-Rennsteiglaufvereins.

 Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Thüringen Journal | 08. Mai 2020 | 19:00 Uhr

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