Covid-19 Corona-Schnelltest: Geratherm in Geschwenda vertreibt Antigen-Tests

Sie sollen Gesundheitsämter und Testlabore in der Pandemie entlasten: Corona-Schnelltests. Das Thüringer Unternehmen Geratherm vertreibt ab sofort die Antigen-Tests. Geliefert werden sie aus Kanada.

Abstrich mit Wattestäbchen in der Nase für Corona-Test
Für den Antigen-Corona-Schnelltest ist ein Abstrich in der Nase oder im Rachenraum nötig - ähnlich wie beim PCR-Test. Angenehm ist die Prozedur nicht, aber in der Regel bringt sie Gewissheit. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Analoge Fieberthermometer aus Glas sind der Verkaufsschlager bei Geratherm in Geschwenda. Das war auch schon vor der Corona-Pandemie so. In diesem Jahr wurde die Produktion nach Unternehmensangaben erhöht. Bis zum Jahresende werden demnach fast acht Millionen Thermometer in 60 Länder verkauft.

Geratherm vertreibt Corona-Schnelltest aus Kanada

Seit dieser Woche hat die Firma ein weiteres Produkt im Angebot: einen Corona-Antigen-Schnelltest. Importiert wird er aus Kanada - und von Geratherm vertrieben. Vorbestellungen sind bereits eingegangen. Die erste Lieferung kam am vergangenen Freitag, wie Werkleiter Denny Holland-Moritz sagt. Kaum seien sie im Lager, gingen sie auch schon wieder raus. Der wachsenden Nachfrage sehe das Unternehmen gelassen entgegen, weil man eine sichere Lieferkette habe.

Auf der Palette im Lagerraum stehen dutzende Kisten mit Tests. In jeder befinden sich 28 Kartons mit je 25 Tests. Reagenzflüssigkeit, Abstrich-Stäbchen, Plastikbehälter und Teststreifen - das alles findet man im Test-Karton. Eine Bedienungsanleitung natürlich auch.

Treffsicherheit von mehr als 98 Prozent

Der Antigen-Corona-Schnelltest funktioniert mittels Abstrich in der Nase oder im Rachenraum - und nicht wie ein Antikörpertest über eine Blutprobe. Damit passe der Test gut in die Produktpalette, so Holland-Moritz. Er ist laut Geratherm zertifiziert und hat den Angaben zufolge eine Sicherheit von mehr als 98 Prozent.

Im Abstrichmaterial werden winzige Bestandteile des Coronavirus gesucht, die Proteine. Den Abstrich dafür muss nicht unbedingt ein Arzt oder eine Krankenschwester machen. Es reichen vom Gesundheitsamt geschulte Personen.

Auswertung von PCR-Tests dauert deutlich länger

Im Landkreis Schmalkalden-Meiningen sei das schon der Fall, sagt Holland-Moritz. Ein Lebensmittelhersteller wurde vom Gesundheitsamt in Meiningen ausgebildet. Kollegen, die tagtäglich Thüringer Rostbratwürste herstellen, machen nun Abstriche für PCR-Tests. Diese PCR-Tests funktionieren auch über einen Abstrich, kosten aber deutlich mehr. Und: Auf das Ergebnis muss man länger warten - meist 24 Stunden. Beim Antigen-Corona-Schnelltest ist binnen Minuten klar, ob man sich angesteckt hat.

Ein Abstrich ist schnell gemacht: Nötig ist geschultes Personal mit Schutzkleidung und Handschuhen, um das Testmaterial nicht zu verschmutzen. Das Abstrich-Stäbchen kommt in die Testflüssigkeit. Diese löst, sofern vorhanden, Moleküle des Covid19-Virus vom Stäbchen. Nach zwei Minuten werden zwei Tropfen der Flüssigkeit auf einen Teststreifen gegeben. Ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest erscheinen kurze Zeit später blaue Streifen. Zwei bedeuten, dass man sich mit großer Wahrscheinlichkeit infiziert hat.

Mögliche Anwendungen für den Corona-Schnelltest

Die Gesundheitsämter und Labore könnten dank des Antigen-Schnelltests entlastet werden. Das Verfahren könnte so funktionieren: Bei einem positiven Ergebnis mit einem Antigen-Corona-Schnelltest muss das Gesundheitsamt informiert werden. Dann wird das Testergebnis mit einem PCR-Test überprüft.

Geratherm führt derzeit Gespräche mit den Organisatoren des Doppel-Biathlon-Weltcups in Oberhof. Tausende Zuschauer - wie in den Jahren zuvor - werden die Wettkämpfe im kommenden Jahr wohl nicht besuchen dürfen. Eine Möglichkeit, wenigstens einige Zuschauer im Stadion zulassen zu können, seien Antigen-Corona-Schnelltests. Organisatoren von Veranstaltungen, Firmen oder Sportvereine - alle könnten testen als Teil eines Hygienekonzeptes, welches vom Gesundheitsamt des Landkreises genehmigt werden müsste.

Quelle: MDR THÜRINGEN/uka

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 27. Oktober 2020 | 19:00 Uhr

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