Kein Platz für Passagiere im Notfall Kreise klagen wegen mangelnder Sicherheit auf ICE-Trasse

Das wäre ein Ding: Käme es auf der neuen ICE-Trasse im Thüringer Wald zur Katastrophe, gäbe es bei einer Evakuierung für Reisende nicht genügend Platz - meinen der Ilm-Kreis und der Kreis Sonneberg. Deshalb klagen sie.

Der Ilm-Kreis und der Kreis Sonneberg klagen gegen das Sicherheitskonzept für die ICE-Trasse durch den Thüringer Wald. Der Ilm-Kreis will erreichen, dass der Rettungsplatz am Notausgang bei Möhrenbach vergrößert wird. Hintergrund der Klage ist eine Notfall-Übung Ende letzten Jahres. Dabei habe sich gezeigt, dass im Katastrophenfall Zugpassagiere gar nicht so leicht gerettet werden können. Im jetzigen Zustand würden Reisende nicht einmal auf den Rettungsplatz passen. Die Fläche müsse deshalb von derzeit 1.800 auf 3.000 Quadratmeter erweitert werden. Bei einem vollbesetzten ICE mit 800 bis 1.000 Fahrgästen machten größere Flächen eine Rettung überhaupt erst möglich, heißt es.

Im Notfall die Landstraße nutzen?

Entsprechende Forderungen wies das Eisenbahnbundesamt nach Angaben des Ilm-Kreises bisher jedoch zurück. Die Behörde argumentierte demnach, im Ernstfall könnte auch die angrenzende Landesstraße gesperrt und als Rettungsfläche genutzt werden. Das Landratsamt im Ilm-Kreis bezeichnete dies laut Freies Wort als "total abwegigen Gedanken". Hendrik Hofmann vom Amt für Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises sagte der Zeitung, "das ist schon allein für unsere Helfer von der Feuerwehr nicht umsetzbar". Feuerwehrautos, die oftmals an der Seite aufgeklappt würden, hätten auf einer gesperrten Spurhälfte nicht ausreichend Platz. Im Winter müssten Schwerverletzte zudem auf offener Straße ohne Jacke versorgt werden.

Auch der Kreis Sonneberg klagt

Der Ilm-Kreis reichte deshalb beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig Klage gegen das Bundesverkehrsministerium und die Deutsche Bahn AG ein. Das Landratsamt verwies darauf, dass die Landkreise für den Brand- und Katastrophenschutz zuständig sind. Stelle man ihnen dafür nicht die notwendigen Mittel bereit, greife man auch in das Selbstverwaltungsrecht der Landkreise ein. Wegen ähnlicher Fälle reichte laut Freies Wort auch der Nachbarkreis Sonneberg zwei Klagen ein.

Quelle: MDR THÜRINGEN / Freies Wort

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 25. Mai 2018 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Mai 2018, 13:50 Uhr

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6 Kommentare

25.05.2018 18:48 Hysterie statt Sachkunde 6

Nummer 4:

Ich bin auch mal ketzerisch:
Von Bahntechnik scheinen Sie nicht allzu viel zu kennen, sonst würden Sie so etwas nicht äussern.

Würde man Ihnen folgen, müsste der gesamte Landverkehr, der mit mehr als Schritt unterwegs ist, lahmgelegt werden.
Und der Luftverkehr ja ebenfalls- es könnte ja mal eine Böe den Flieger zum Wackeln bringen. Sofortiger Absturz wäre die Folge.
Und auch jede Welle könnte ein Wasserfahrzeug zum Absaufen bringen.

Merke:
Das Leben an sich ist lebensgefährlich und
endet mit dem Tod

25.05.2018 13:30 martin 5

Hatten die beiden Landrätinnen bei ihrer Zustimmung zur Streckenfreigabe im Dezember
2017 bereits Kenntnis?
Das kann eng werden oder ?

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