Reisende der Deutschen Bahn werden zu Umwegen gezwungen Kein Ticket für Fernverkehr an vielen Automaten in Südthüringen

von Mirjam Winzer

Da will man mal raus aus dem Süden Thüringens und zum Beispiel mit dem Zug nach München, Berlin oder Hamburg reisen. Kein Problem eigentlich. Doch! Denn einen Haken gibt es. Und der ist gar nicht mal so klein. An so einigen Südthüringer Bahnhöfen können Bahnreisende momentan kein Fernverkehrsticket kaufen. Die Sprecherin der Süd-Thüringen-Bahn, Hella Tänzer, sagte MDR THÜRINGEN, dass das die Ticketautomaten an den Bahnhöfen in Meiningen, Eisfeld, Friedrichroda, Hildburghausen, Ilmenau, Ilmenau Pörlitzer Höhe, Meiningen, Schmalkalden, Themar, Wasungen sowie Wernshausen betrifft.

Schuld ist ein Automaten-Update

Ein Mann steht vor einem Ticketautomat und will vergebens ein Ticket nach Berlin kaufen.
Mit dem Zug nach Berlin? In Ilmenau gibt es dafür kein Ticket. Bildrechte: MDR/Estha Taddigs

Den Haken gibt es nun schon seit über zwei Monaten. Seitdem am 10. Dezember 2017 der Fahrplan der Deutschen Bahn - wie jedes Jahr im Dezember- umgestellt wurde, werden an den aufgelisteten Bahnhöfen nur Tickets für den Nahverkehr verkauft. Grund dafür ist nach Angaben der Sprecherin der Süd-Thüringen-Bahn ein Vertriebspartnerwechsel. Bahnmitarbeiter erweitern nun das Betriebssystem der Automaten. "Da kann man nicht Schalter umlegen; das braucht einen gewissen Vorlauf.", so Hella Tänzer. Deshalb könnten weder am Automaten noch am Verkaufsschalter Tickets für ICE oder den InterCity gekauft werden. Auch im Zug selbst sei kein Kartenkauf beim Zugbegleiter möglich.

Bahn rät sich von Enkeln helfen zu lassen

Beispiel Ilmenau: Bahnreisende müssen demnach am Bahnhof in Arnstadt Fahrkarten kaufen, um ab Ilmenau mit einem ICE oder InterCity fahren zu können. Tickets können den Angaben nach auch im Internet gekauft werden. Wer sich damit nicht auskenne, könne sich beispielsweise von seinen Enkeln helfen lassen, so die Sprecherin weiter. Die Süd-Thüringen-Bahn arbeitet derzeit daran, dass es an den Südthüringer Bahnhöfen, die gerade auf dem Abstellgleis stehen, bald wieder Tickets für Fernreisen zu kaufen gibt. Spätestens Ende März soll das Problem behoben sein.

In Suhl, Sonneberg und Arnstadt erhalten Bahnreisende Fernverkehrstickets über sogenannte personenbediente Service-Center beziehungsweise Agenturen. Automaten zum Kauf von Fernverkehrstickets stehen derzeit in Arnstadt, Gräfenroda, Grimmenthal, Plaue, Suhl und Zella-Mehlis.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 13. Februar 2018 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Februar 2018, 14:47 Uhr

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8 Kommentare

15.02.2018 12:17 martin 8

@7 wwdd: Da kann ich Ihnen leider nicht zustimmen. Wesentliches Merkmal unserer Ausprägung parlamentarischer Demokratie ist, dass die Wahlberechtigten dabei nicht über einzelne Sachfragen abstimmen. Insofern kann aus der Wahl der Mehrheit des Bundestages nicht geschlossen werden, dass auch die Auswirkung "Kleinstaaterei bei der Bahn" von den Wählern gewollt ist - bzw. dass der Wähler (in seiner Mehrheit) das zu verantworten habe.

15.02.2018 07:51 wwdd 7

Zu 4, Der Eigentümer und Hauptaktionär der Deutschen Bahn AG ist der Bund. Der Bund wird vertreten durch die Bundesregierung. Die Bundesregierung wird gewählt durch die Bürger dieses Landes. Also haben wir (in der Mehrheit) alle diese Eisenbahnkleinstaaterei so gewählt bzw. gewollt.

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