Polizei bei einer Veranstaltung von Rechten in Kirchheim.
Bildrechte: MDR/Johanna Hemkentokrax

Kirchheim Rechtsextreme hatten nur wenig Zulauf

In Kirchheim war es ruhig geblieben am Samstag. Zur Versammlung der Partei "Der III. Weg" kamen nur etwa 220 Leute, das Bündnis gegen Rechts hatte etwa ein Drittel so viele für die Protestaktionen dagegen mobilisieren können. Laut Polizei blieb alles friedlich.

von Johanna Hemkentokrax

Polizei bei einer Veranstaltung von Rechten in Kirchheim.
Bildrechte: MDR/Johanna Hemkentokrax

Für die rund 60 Gegendemonstranten begann der Demo-Tag von Erfurt und Arnstadt aus mit einem Fahrradkorso Richtung Kirchheim im Ilm-Kreis. Das Bündnis gegen Rechtsextremismus hatte zum "Interkulturellen Picknick gegen Rechts" geladen - direkt neben dem Neonazi-Gelände. Bis zum frühen Nachmittag gab es hier Kaffee, Essen und Redebeiträge.

Unterdessen reisten ein paar Meter weiter die Rechtsextremen an. Ihre Versammlung war ab zwölf Uhr auf dem Gelände der Kirchheimer "Erlebnisscheune" angemeldet. In der Immobilie finden regelmäßig Neonazi-Konzerte statt. Auch die Neonazi-Partei "Der III. Weg" hatte die Erlebnisscheune bereits in der Vergangenheit für Konzerte und ihren jährlich stattfindenden Bundesparteitag genutzt.

Polizei in Kirchheim.
Bildrechte: MDR/Johanna Hemkentokrax

Nach Beobachtungen von MDR-Reportern vor Ort war der Nachmittag relativ ruhig verlaufen, allerdings seien Journalisten mehrfach von Teilnehmern des Neonazi-Konzerts angepöbelt und auch körperlich bedrängt worden.

Mit den Groß-Events wie in Themar, wo zum Teil mehrere tausend Teilnehmer anreisten, sei das aktuelle rechtsextreme Event in Kirchheim nicht vergleichbar, sagte Mobit-Mitarbeiter Stefan Heerdegen dem MDR. Er hat im letzten Jahr einen Bruch in der Neonazi-Szene beobachtet:
"Führende Kader des Dritten Wegs haben ja in der Vergangenheit diese Event-Kultur wie in Themar kritisiert als Selbstbeschäftigung der Szene mit sich."

Verkaufsstände mit CDs und Szene-Bekleidung wie bei den großen Neonazi-Konzerten fehlten dementsprechend in Kirchheim. Stattdessen setzte die rechte Kleinstpartei "Der III. Weg" auf den Verkauf von Propagandamaterial und eingekochtem Obst - mit mäßigem Erfolg. Nach Polizeiangaben kamen mit rund 220 Teilnehmern nur verhältnismäßig wenig Neonazis nach Kirchheim.

Insgesamt sind die Versammlungen laut Polizei ruhig verlaufen. Man habe fünf Strafanzeigen wegen Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Beleidigung aufgenommen. Darüber hinaus sei eine Ordnungswidrigkeit festgestellt worden - ein Versammlungsteilnehmer führte ein Messer auf dem Weg zur Versammlung mit. Insgesamt waren mehr als 200 Polizisten, ausschließlich aus Thüringen, im Einsatz.

Quelle: MDR THÜRINGEN

AKTUELLES AUS THÜRINGEN

Zuletzt aktualisiert: 08. Juli 2018, 12:50 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

4 Kommentare

10.07.2018 12:20 Steffen GM 4

@Kosmetiker: „Mag“ in deiner Welt so sein, nach alltäglich-/nächtlichem Tastenmarathon. Durch Umlaute-Ekel kommt der Logistiker sicherlich ordentlich ins Schwitzen.
Zumindest gaben jene „Verausgabte“ anschließend noch einige Interviews.
Auch klar, die hätten bestimmt sonst ihre Volksfahrräder geworfen.

Abschließend ein Lob noch für dein Provinzielles Smiley.

09.07.2018 23:55 Agnostiker 3

@ 2: "Gegendemonstranten [...] radelten selbst zum Veranstaltungsort."
Erschoepfung nach koerperlicher Verausgabung mag wohl einer der Hauptgruende fuer deren Friedfertigkeit gewesen sein. [prov. Smiley]

Mehr aus der Region Gotha - Arnstadt - Ilmenau

Mehr aus Thüringen