Neue Erkenntnisse Totes Baby bei Geschwenda: Mutter aus Mitteldeutschland

Die Arbeitsgruppe "Baby" der Kriminalpolizei Gotha konnte die Akte des bei Geschwenda im Ilm-Kreis gefundenen toten Säuglings noch immer nicht schließen. Doch es gibt neue Erkenntnisse.

Ein Fahndungsplakat liegt auf einem Tisch.
Mit diesem Fahndungsplakat sucht die Frau nach der Mutter des toten Säuglings. Bildrechte: MDR THÜRINGEN

Wie Kriminalhauptkommissar Lars Fabig MDR THÜRINGEN sagte, hat eine Analyse der Knochenstruktur ergeben, dass die Mutter des im April bei Geschwenda gefundenen toten Säuglings eine deutsche Frau aus Mitteldeutschland sein muss. Bei der Analyse werde beispielweise nach dem Eisenwert und dem Kohlendioxidgehalt der Knochen geschaut. Außerdem wurden 40.000 Geburten von Frauen überprüft, die zwischen 2017 und 2018 schwanger waren. Bei dem getöteten Mädchen handele es sich nicht um eines der Kinder, die regulär geboren und erfasst wurden, so der Leiter der Ermittlergruppe. Bisher fehle der entscheidende Hinweis auf die Mutter.

Kriminalhauptkommissar Lars Fabig ist am Mittwoch zu Gast in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen xy ungelöst". Fabig will nicht nur die Mutter finden, er will auch einer Verantwortung gegenüber dem getöteten Kind nachkommen. Man habe eine moralische Verpflichtung dem Kind einen Namen zu geben und ein ungefähres Geburtsdatum, sagt Fabig. Das Kind habe gelebt und wurde versorgt. Es habe ein Recht darauf bestattet zu werden.

Kind war gewickelt und bekleidet

Am 20. April 2019, Ostersamstag, fanden Spaziergänger den toten Säugling im Gebüsch am Wegesrand bei Geschwenda im Ilm-Kreis. Der stark verweste und von Tieren angefressene Körper wurde von der Gerichtsmedizin untersucht. Bei dem Leichnam wurden Kleidungsstücke gefunden, darunter eine Mütze der Marke Matcholino. Die Mütze wird seit etwa 25 Jahren nicht mehr in Deutschland verkauft. Dass das Kind gewindelt war und bekleidet, sei ungewöhnlich für einen solchen Fall, sagte Hauptkommissar Lars Fabig MDR Thüringen. Es zeuge von einer engen Bindung der Mutter zu ihrem Kind. Auch die neben dem toten Säugling abgelegte Bluse der Mutter sei ein Hinweis darauf.

Kriminalpolizei fahndet nach Mutter

Die Ermittlungen und Untersuchungen der Kriminalpolizei ergaben, das kleine Mädchen war höchstens drei Wochen alt und wurde bereits Anfang Dezember und damit knapp fünf Monate vor dem Auffinden bei Geschwenda abgelegt. Die Polizei startete eine bundesweite Öffentlichkeitsfahndung. Die zuständige Kripo Gotha erhofft sich davon Hinweise auf die Identität des Säuglings und der Mutter. Das Fahndungsplakat zeigt auch Fotos der Kleidung, die das tote Kind trug. Die Kripo sucht Informationen zu den Kleidungsstücken sowie über Frauen, die zwischen 2017 und 2018 schwanger waren, aber kein Kind mehr haben.

Quelle: MDR THÜRINGEN/nis

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 28. August 2019 | 06:00 Uhr

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