Liebenstein Wölfin soll Fohlen gerissen haben

Das Fohlen war erst wenige Stunden alt, als es Landwirt Heinz Bley tot auf einer Weide in Liebenstein gefunden hat. Er und ein Rissgutachter gehen davon aus, dass die Ohrdrufer Wölfin das Tier gerissen hat.

Wolf in freier Wildbahn von einer Fotofalle aufgenommen
Das Fohlen war nicht das erste von Bleys Tieren, dass die Wölfin gerissen hat. Bildrechte: Bundesforst

Die Thüringer Wölfin hat vermutlich erstmals ein Fohlen gerissen. Wie Landwirt Heinz Bley bestätigte, hat er das tote Tier bereits am 19. März auf seiner Koppel in Liebenstein im Ilm-Kreis entdeckt. Bley hat nach eigenen Angaben einen Rissgutachter hinzugezogen, der seine Vermutung bestätigte. Nun solle ein DNA-Test Klarheit bringen.

Das Fohlen war nur wenige Stunden alt. Es stand gemeinsam mit Pferden und Kühen auf einer umzäunten Weide. Für Bley war es nicht der erste Verlust, der auf das Konto der Wölfin ging. Bereits im vergangenen Jahr riss das Tier einige seiner Kälber. Dennoch sei er nicht gegen den Wolf, sagte er MDR THÜRINGEN. Vielmehr kämpfe er für eine langfristige und vernünftige Lösung. Ihm schwebe eine Erschwerniszulage für all jene Landwirte vor, die in der Wolf-Gegend arbeiten.

Die Thüringer Wölfin hat rund um den Truppenübungsplatz Ohrdruf ihr Revier. 2017 hatte sie sich mit einem Labrador gepaart und daraufhin mindestens sechs Hybriden zur Welt gebracht. 2018 waren drei davon abgeschossen worden. Für die drei weiteren hat das Umweltministerium noch bis Ende 2019 eine Abschussgenehmigung. Das Ministerium begründet die Jagd auf die Mischlinge mit dem Artenschutz. Die streng geschützte Wolfspopulation soll nicht mit Hundegenen vermischt werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Die Regionalnachrichten | 26. März 2019 | 10:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. März 2019, 16:35 Uhr

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30 Kommentare

27.03.2019 15:56 Heike Schwertner 30

Wahrhaftige Tierliebe, Tierschutz hieße in diesem Falle: hochträchtige Stute im Stall lassen und nach der Geburt zum Schutze des Fohlens.
Aber leider Fehlanzeige, wie allzu oft. Die Ohrdruffer Wölfin darf für unzureichenden Nutztierschutz nicht dämonisiert werden.

27.03.2019 14:53 Möwe 29

Sarkasmus an: "Das ist nur ein bedauerlicher Einzelfall. " Sarkasmus aus.

Ich werde nie den Sinn verstehen, warum man ein über 200 Jahre ausgerottetes Raubtier in einer inzwischen vollkommen veränderten Umgebung wieder ansiedeln muss.

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