Polizeiautos stehen im Wald
In einem Waldstück an der thüringisch-bayerischen Grenze wurden die Überreste des Mädchens gefunden. Bildrechte: MDR/News5/Fricke

Kriminalfall Fall Peggy: Polizei lobt 30.000 Euro aus

Die Polizei ist bei der Suche nach dem mutmaßlichen Mörder von Peggy noch keinen Schritt weiter. Für entscheidende Hinweise sind 30.000 Euro ausgelobt. Gesucht werden vor allem Zeugen, die 2001 um den Fundort in Thüringen etwas gesehen haben. Die Polizei bestätigte, dass das Skelett des Mädchens nicht vollständig ist. Auch fehlten Sachen von ihr.

Polizeiautos stehen im Wald
In einem Waldstück an der thüringisch-bayerischen Grenze wurden die Überreste des Mädchens gefunden. Bildrechte: MDR/News5/Fricke

Das in einem Wald im Saale-Orla-Kreis gefundene Skelett der jahrelang vermissten Schülerin Peggy ist unvollständig. Das teilte die Polizei am Dienstag offiziell mit. Bereits in der vergangenen Woche hatte MDR THÜRINGEN berichtet, dass nur Kopf und Rumpf des Mädchens gefunden worden waren. Auf einer Pressekonferenz im oberfränkischen Bayreuth erklärte nun der Leiter der Sonderkommission, Kriminaloberrat Uwe Ebner, dies lasse sich auch mit dem Lebensraum und den Gewohnheiten von Waldtieren erklären. Es fehlten aber auch Kleidungsstücke sowie jede Spur vom Schulranzen. Unklar sei auch weiterhin die genaue Todesursache. Der genaue Todeszeitpunkt sei ebenfalls noch nicht geklärt.

Zeugen aus dem Jahr 2001 gesucht

Die Polizei setzt für entscheidende Hinweise eine Belohnung von 30.000 Euro aus. Gesucht würden vor allem Zeugen, die im Jahr 2001 rund um die Fundstelle von Peggy Skelett etwas Verdächtiges gesehen hätten. Besonders interessiert sei man daran, ob jemand am oder in der Nähe des Fundortes Menschen oder Fahrzeuge gesehen hat. Die damals Neunjährige aus dem oberfränkischen Lichtenberg war am 7. Mai 2001 nach der Schule nicht nach Hause gekommen. Anfang Juli dieses Jahres hatte ein Pilzsammler in einem Wald bei Rodacherbrunn Skelettreste von dem Mädchen gefunden. Der Fundort liegt etwa 15 Kilometer von Lichtenberg entfernt.

Hinweise auch 15 Jahre nach der Tat denkbar

Ein Gedenkstein mit dem Porträt des Mädchens Peggy auf dem Friedhof in Nordhalben (Bayern), aufgenommen am 25.04.2013.
Gedenkstein für die 2001 verschwundene Peggy Bildrechte: dpa

Kriminaloberrat Ebner sagte, er halte es für möglich, auch 15 Jahre nach der mutmaßlichen Tat noch neue Hinweise über den Auffindeort zu bekommen: "Jeder erinnert sich an die Zeit, als das Mädchen verschwunden ist. Vielleicht hat jemand früher Wahrnehmungen nicht für wichtig erachtet, bewertet diese Informationen jetzt aber neu und meldet sich." Insbesondere fragt die Polizei: Wer kennt Personen, die zum dem Fundort in irgendeiner Beziehung standen? Wer hat sich zu dem Zeitpunkt zum Sport, Spaziergang oder Pilzesammeln hier aufgehalten? Wer kennt die Fundstelle und kann Angaben dazu machen? Wer hat hier Waldarbeiten durchgeführt?

Fall Peggy einer der rätselhaftesten seit Jahrzehnten

Der Fall Peggy gehört zu den rätselhaftesten Kriminalfällen seit Jahrzehnten in Deutschland. Drei Jahre nach dem Verschwinden des Mädchens wurde ein geistig behinderter Nachbar in einem Indizienprozess wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt und in die Psychiatrie eingewiesen. In einem Wiederaufnahme-Verfahren wurde der Mann später freigesprochen und 2015 entlassen. Ermittlungen gegen weitere Tatverdächtige hatten bislang keine Spuren gebracht. Darunter war auch eine zu einem tatverdächtigen Mann aus dem Saalekreis. Ihm konnte nichts nachgewiesen werden. Peggy stammte aus Halle an der Saale. Mit ihrer Familie war sie nach Oberfranken umgezogen.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 21. September 2018 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Juli 2016, 13:22 Uhr

Hinweistelefon der Polizei

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