Continental Cup 5.000 Zuschauer beim Skispringen in Brotterode

Rund 100 Skispringerinnen und Skispringer sind am Wochenende beim Continental-Cup auf der Inselbergschanze in Brotterode gesprungen. Es ist nach dem Weltcup die zweite Liga des Skispringens. Trotzdem waren auch einige bekannte Namen am Start und trotz der Olympia-Konkurrenz aus Südkorea kamen über 5.000 Zuschauer. Erstmals wurde auch unter Flutlicht geflogen. Ob der Wettbewerb auch im nächsten Jahr in Brotterode ausgetragen werden kann, ist unklar.

Strahlender Sonnenschein und Kaiserwetter - in Brotterode gingen die Springer am Sonntag bei besten Bedingungen von der Schanze. Am Sonnabend mussten die Adler allerdings am Boden bleiben. Zu heftiger Wind verhinderte den Wettbewerb der Männer. Am Freitag zeigten auch die Frauen auf der Schanze weite Flüge.

Vier Wettkämpfe an einem Wochenende und dazu noch unter Flutlicht, das stellte die Organisatoren vor Herausforderungen. Dazu kam die starke sportliche Konkurrenz aus Südkorea. Immerhin fand am Sonnabend fast zeitgleich zum Springen in Brotterode auch die Olympia-Entscheidung auf der Großschanze in Pyeongchang statt. Die Organisatoren hatten sich aber im Vorfeld darauf eingerichtet. Die Besucher konnten die Olympia-Entscheidungen auf einer Großbildleinwand an der Inselbergschanze verfolgen.

Skisprungwettbewerb auf einer Schanze
Viel Publikum an der Inselsbergschanze Bildrechte: MDR/Tino Geist

Iraschko-Stolz gewinnt Damen-Konkurrenz

Aber der Reihe nach: Am Freitag ging der Wettkampf der Frauen reibungslos über die Schanze. Den Sieg unter Flutlicht sicherte sich überlegen die Österreicherin Daniela Iraschko-Stolz. Sie bewies ihre Weltklasse, denn sie war nur vier Tage zuvor auch beim Olympia-Wettkampf in Südkorea am Start. Sie wurde dort Sechste. Beim zweiten Springen der Damen am Sonnabend sicherte sich die Österreicherin wieder den Sieg in Brotterode. Die lange Anreise direkt aus Südkorea hatte sich also gelohnt. Beste Thüringerin bei den Frauen wurde Pauline Heßler vom WSV Lauscha. Sie landete am Sonnabend auf Platz vier.

Nachdem der Männer-Wettkampf am Sonnabend abgesagt werden musste, konnte er am Sonntagvormittag nachgeholt werden. "Es war die richtige Entscheidung", sagte Organisationschef Frieder Baldauf vom WSV Brotterode. Zwar wurde den Männern dadurch der Wettkampf auf der hell erleuchteten Inselbergschanze gestrichen, am Sonntag waren die Bedingungen aber viel besser und vor allem sicherer.

David Siegel gewinnt bei den Männern

Die Thüringer Athleten spielten am Sonntag allerdings keine Rolle. Felix Hoffmann vom SWV Goldlauter verpasste in beiden Wettkämpfen den Sprung in den zweiten Durchgang. Besser sah es da bei Olympiasieger Andreas Wank aus. Er startet mittlerweile für den SC Hinterzarten. Lange Jahre hat er aber in Oberhof trainiert. "Ich bin gerne hier in Brotterode. Alle sind super nett, auch wenn ich nicht mehr in Thüringen trainiere", sagte Wank, der am Sonntag auch seinen 30. Geburtstag an der Schanze feierte und in beiden Wettkämpfen zweitbester Deutscher wurde. Besser war nur der 21-jährige David Siegel aus dem Schwarzwald. Er schaffte es in beiden Wettkämpfen auf das Podest. Den zweiten Sprunglauf am Sonntagnachmittag gewann er sogar. "Es ist schon besonders hier in Brotterode. So viele Fans haben wir im Continental-Cup selten. Die Schanze ist zwar schon etwas älter, aber gerade deswegen macht es unheimlich viel Spaß hier zu springen", sagte Siegel.

Den Springern macht die Schanze zwar viel Spaß, aber den Organisatoren macht sie seit Jahren Sorgen. Die Schanze entspricht nicht mehr den internationalen Regularien. So ist zum Beispiel der Anlauf zu steil und zu schmal. Auch die Flugkurve ist mit einer modernen Schanze nicht mehr zu vergleichen. In Brotterode haben die Springer einen zu hohen Luftstand. Auf modernen Anlagen fliegen die Athleten knapp am Hang entlang. Das ist gerade bei heftigem Wind viel sicherer.

Frieder Baldauf vom WSV Brotterode sieht die Chance, dass auch im nächsten Jahr in Brotterode gesprungen werden kann. "Der WSV Brotterode ist dazu bereit. Aber auch die Politik muss mitziehen. Wir wollen die Anlage erhalten und modernisieren, aber dazu brauchen wir Fördergelder. Die Entscheidung muss bis Ende des Jahres fallen, sonst wird es knapp für uns.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 18. Februar 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Februar 2018, 13:51 Uhr

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1 Kommentar

19.02.2018 15:33 martin 1

Da bin ich ja mal gespannt, ob neben den Millionen für Oberhof und neuerdings auch Schmiedefeld dafür noch etwas übrig bleibt ...

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