Idee für Winterspiele in drei Bundesländern Thüringer Olympia-Initiative fühlt sich "eiskalt abgebügelt"

Die Thüringer Initiative für Olympische Winterspiele hat verärgert auf die Absage durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) reagiert. "Wir sind überrascht und traurig, dass die Sportpolitik den Ball nicht aufnimmt und unsere Vision eiskalt abbügelt", sagte Mike Helios, einer der Initiatoren am Freitag. Helios ist Sprecher der Volksbank Raiffeisenbank Bad Salzungen Schmalkalden. Sie steht hinter der Initiative, 2030 in Thüringen, Sachsen und Bayern Olympische Winterspiele auszurichten.

Biathlon in Oberhof, Staffel Männer Arena am Rennsteig
Nach Vorstellung der Initiative sollte das Biathlon-Stadion in Oberhof eine der Austragungsstätten für Olympische Spiele in Thüringen, Sachsen und Bayern werden. Bildrechte: imago/Gerhard König

Das Konzept sollte auf der DOSB-Mitgliederversammlung am Samstag in Frankfurt vorgestellt werden. Der DOSB hat der Idee jedoch eine Absage erteilt und rechtliche Schritte eingeleitet. "Wir haben die Unterlagen geprüft und sehen darin keine Perspektive für eine Winterspiele-Bewerbung", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann am Donnerstagabend. Der Dachverband erwirkte zudem eine Unterlassungserklärung gegen die Verwendung olympischer Symbole. "Damit kann dieses Thema als erledigt angesehen werden", sagte Hörmann. Nach dem Vorstoß der Thüringer hatte Hörmann noch ein Gespräch angekündigt.

"Zu dem Gespräch ist es nie gekommen. Wir haben von der Absage aus den Medien erfahren", sagte Bank-Sprecher Helios.

Stichwort: Deutscher Olympischer Sportbund Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) ist eine Dachorganisation des deutschen Sports und entstand 2006 durch den Zusammenschluss des Deutschen Sportbundes (DSB) und des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) für Deutschland. Der DOSB nominiert die deutschen Teilnehmer für Olympische Spiele und entscheidet über die Bewerbung einer deutschen Stadt oder Region für Olympische Spiele.

Quelle: dpa/MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 06. Dezember 2019 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Dezember 2019, 12:25 Uhr

4 Kommentare

martin vor 7 Wochen

@werner: Abgesehen davon, dass ich eine derartige Bewerbung für eher fragwürdig halte: Die Veranstaltung der "Olympischen Spiele" ist in meinen Augen längst zum reinen Wirtschaftsbetrieb verkommen - was eigentlich sehr schade ist, denn die Idee dahinter wäre heute sehr aktuell.

Den Zusammenschluss von NOK und DSB hatte ich damals als falsch empfunden und habe bisher keine mich überzeugenden Argumente gefunden, meine Meinung zu ändern.

MDR-Team vor 7 Wochen

Hallo Werner, laut §2 OlympSchG haben ausschließlich das Nationale Olympische Komitee und das Internationale Olympische Komitee die Rechte auf die Nutzung und können aufgrund dessen klagen, wenn diese Rechte verletzt werden. Im Folgenden die entsprechende Rechtsnorm: https://www.gesetze-im-internet.de/olympschg/__2.html

Werner vor 7 Wochen

Anderer Artikel als Grund: "So gebe es eine Unterlassungserklärung unter anderem gegen die Nutzung olympischer Symbole."
Hat der DOSB überhaupt die Rechte an den "olympischen Symbolen"? Kann man an diesen Symbolen, die für mein Verständnis niemandem oder allen gehören, und wenn, dann seit paar 1000 Jahren den Griechen, Rechte in einem Land für sich erwerben und besitzen? Dann auf Unterlassung klagen? Der DOSB hat sicher schon eine "andere Gegend" ins Auge gefasst, oder bereits ausgekungelt, wie man es bei der Ansiedlung von Industrie bevorzugt in den eigenen Wahlkreis im Westen umleitet. Wäre eine einzelne Ausnahme, wenn es nicht so wäre. Als nächste Ausrede könnte es an der "Dunkelheit" im Osten liegen, oder/und an den massenhaft hinter jeder Ecke lauernden Nazis, weil zu viele Thüringer "Faschisten" wählen, denen lt. einem grünen Überflieger, also eher Heiliger mit seiner ohneluftzuholenden KoboldIn ohne fundierte Aussagen, noch die Demokratie erklärt, und "beigebracht" werden muss.

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