Schmalkalden Zebrastreifen verliert seine dritte Dimension

Das Projekt 3D-Zebrastreifen in Schmalkalden ist Geschichte. Die Stadt hat am Donnerstag damit begonnen, aus dem Zebrastreifen im Wohngebiet Walperloh einen normalen Übergang für Fußgänger zu machen. Dazu werden die Schattierungen, mit denen der dreidimensionale Effekt erzeugt wird, entfernt. Die Umwandlung in einen normalen Zebrastreifen soll am Freitag abgeschlossen sein.

Die besondere Bemalung des Übergangs mit dunklen Schattierungen erzeugt einen 3D-Effekt. Das bedeutet, dass der Zebrastreifen durch optische Täuschung für Autofahrer wie ein massives Hindernis wirkt. Das soll die Autofahrer zum rechtzeitigen Bremsen animieren. Das Landesverwaltungsamt in Weimar hatte der Kommune jedoch aufgetragen, den Effekt bis zum 18. Mai wieder zu beseitigen. Zuvor hatte das Thüringer Infrastrukturministerium den Streifen als illegal bezeichnet. Er könnte durch den Eindruck, dass es sich um ein massives Hindernis handelt, Autofahrer zum abrupten Bremsen veranlassen und damit die Gefahr von Auffahrunfällen hervorrufen.

Ein dreidimensional wirkender Zebrastreifen in Schmalkalden, bei dem die Schattierung, durch welche der 3D-Effekt erreicht wurde, zur Hälfte entfernt wurde, ist teilweise von einer Absperrung umgeben
Eine Hälfte der Schattierung wurde am Donnerstag übermalt. Bildrechte: MDR/Heinz Diller

Der 3D-Streifen war zunächst als temporäres Kunstprojekt deklariert worden. Die Stadtverwaltung wies am Donnerstag darauf hin, dass sie beim Landesverwaltungsamt eine Genehmigung für die Erprobung des Projekts beantragt hat. Mit dem Entfernen des 3D-Effekts sei dieser Antrag für die Stadt noch nicht erledigt. Damit der Überweg im Bewusstsein der Bevölkerung und auch der Politik bleibe, solle neben der Straße ein Plakat aufgestellt werden, das über den dreidimensionalen Streifen informieren werde.

Ähnliche Projekte wie in Schmalkalden werden auch in anderen Kommunen diskutiert. In Braunschweig wurde ein solcher Zebrastreifen jedoch im Februar dieses Jahres abgelehnt. In Linz in Österreich gibt es hingegen einen solchen Übergang.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachmittag | 17. Mai 2018 | 16:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Mai 2018, 11:53 Uhr

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11 Kommentare

19.05.2018 12:12 Reinhard Linz 11

Die negative Entscheidung des Landesverwaltungsamt bestätigt einmal mehr welch tiefste Provinz hier auch auf Oberen Etagen herrscht.

18.05.2018 16:24 jackblack 10

Es wäre schön, wenn man in Deutschland ALLE Vorschriften und Gesetze so durchführen würden und nicht nur die Unwichtigen.

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